AI Integrated Production Summit KI in der Industrie – Reiseführer durch den Datendschungel

Quelle: VCG 3 min Lesedauer

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Im Umfeld der Produktion stellt sich immer wieder die Frage, wie KI nutzbringend und sicher eingesetzt werden kann. Der AI Integrated Production Summit liefert Antworten aus Forschung und Praxis.

Der AI Integrated Production Summit zeigt, wie KI-Anwendung von der Theorie in die Praxis umgesetzt werden können. (Bild:  VCG)
Der AI Integrated Production Summit zeigt, wie KI-Anwendung von der Theorie in die Praxis umgesetzt werden können.
(Bild: VCG)

In der Karlsruher Forschungsfabrik präsentieren Fachleute aus Forschung und Praxis am 11. Juni 2026 auf dem AI Integrated Production Summit Wissen, Hintergründe und Best Practices zur Nutzung von KI in der Produktion. Veranstaltet wird der Summit vom MM Maschinenmarkt in Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Fraunhofer IOSB (Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung) und dem Fraunhofer ICT (Institut für Chemische Technologie).

Die drei hochkarätigen Forschungsinstitute, an denen die Grundlagen für die KI-gestützte Produktion von morgen entstehen, bringen dazu ihre industriellen Partner mit. So schließt sich immer wieder der Kreis zwischen Forschung und Umsetzung. Die Karlsruher Forschungsfabrik bildet den innovativen Rahmen für die Veranstaltung, bei der auch das Networking nicht zu kurz kommt.

Hürden für den KI-Einsatz

Im industriellen Umfeld handelt es sich meist um völlig andere Modelle als um allgemeine LLMs wie ChatGPT und Claude. KI in der Industrie bedeutet: speziell an bestimmte Themengebiete und Tätigkeiten angepasste und auf deren Anforderungen hin trainierte Modelle und Use Cases. Doch hierin liegt schon der erste Stolperstein: Der KI-Einsatz ist aufwendig und teuer. Es muss erst einmal ein passender Use Case entwickelt werden, dann das passende Modell ausgesucht, angepasst und schließlich trainiert werden. Dazu werden Trainingsdaten benötigt, deren Qualität am Ende über die Qualität der KI-Lösung insgesamt entscheidet.

Es macht also viel Sinn, mit KI-Fachleuten und Institutionen zusammenzuarbeiten, die das notwendige Know-how mitbringen und damit die Erfolgsaussichten entscheidend positiv beeinflussen können. Und parallel dazu ein Gefühl zu entwickeln, was mit KI geht und was eben nicht. Das Fraunhofer IOSB mit seinem Institutsleiter Jürgen Beyerer ist genau solch eine Institution, die Erfahrung mit KI und ML und deren Umsetzung in die Praxis hat. In seinem Vortrag stellt Beyerer aktuelle Arbeiten des IOSB sowie relevante Entwicklungstrends vor.

Intelligente Holzbearbeitung

In der Umsetzung den entscheidenden Schritt weiter ist Jürgen Woll, Vice President Automation bei Dieffenbacher GmbH Maschinen- und Anlagenbau. Das Unternehmen integriert KI mit intelligenten Algorithmen in seine Holzbearbeitungsanlagen, in denen beispielsweise Span-, MDF- oder OSB-Platten hergestellt werden. Die KI ermöglicht hier die kontinuierliche Überwachung, Vorhersage und Optimierung von Produktionsprozessen. Durch umfassende Analysen von Live-Daten treffen Betreiber schnellere und fundiertere Entscheidungen. Das führt zu höherer Anlagenverfügbarkeit, gleichbleibend hoher Produktqualität, weniger Ausschuss und reduziertem Einsatz teurer Rohstoffe wie Holz, Leim und Energie. Dadurch entstehen neue Einsparpotenziale und eine höhere Effizienz.

Drahtgeometrie zuverlässig messen

Ebenfalls von KI profitiert hat die Trützschler Card Clothing GmbH, wie Jan Müller aus der Prozessentwicklung Fertigungstechnik des Textilmaschinenherstellers berichtet. In einem gemeinsamen Projekt entwickeln Trützschler und Fraunhofer IOSB eine bestehende Drahtfertigungslinie zu einer KI-fähigen Pilotlinie weiter. Dazu werden Prozesszustände, Qualitätsmerkmale des Drahtes sowie Betriebsdaten durchgängig erfasst und in einem gemeinsamen Datenmodell zusammengeführt. Mithilfe einer neuartigen, automatischen Erfassung der Drahtgeometrie direkt in der Linie wurde es möglich, die extrem kleinen Toleranzen bei voller Prozessgeschwindigkeit zuverlässig zu messen – was bisher nur stichprobenartig und offline im Labor möglich war.

Auf dieser Basis entsteht ein Verhaltensmodell der Linie, das Zusammenhänge zwischen Rohmaterial, Prozesseinstellungen, Energieeinsatz und Qualität sichtbar macht. Es bildet die Grundlage für Online-Qualitätsüberwachung, datenbasierte Optimierung von Prozessparametern und strukturelle Verbesserungen – insbesondere im energieintensiven Härteprozess.

Der Vortrag zeigt, wie eine klassische Brownfield-Anlage Schritt für Schritt zur KI-integrierten Pilotlinie wird, welche Effizienz- und Qualitätshebel sich bereits abzeichnen und welche Learnings für die Übertragung auf weitere Linien und andere Branchen relevant sind.

So bietet der AI Integrated Production Summit einen einzigartigen Überblick von der Forschung bis zum produktiven Einsatz von KI. Weitere Vortragsblöcke beleuchten Modulare Steuerungsarchitekturen und Anlagenkonzepte sowie multi-physikalische Modelle zur Produkt- und Prozessentwicklung. Eingerahmt werden die drei Praxisblöcke durch hochkarätige Keynotes. Tickets sind auf der offiziellen Website erhältlich.

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