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Weiterbildung

Lebenslanges Lernen: Für den Job immer am Ball bleiben

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Ein Manko vieler Weiterbildungen ist: Sie werden zu schnell und ohne ausgereiftes Konzept angeboten. Ein ähnliches Bild zeigt sich dann häufig bei der Wahl der Lehrkörper. Deshalb sollten interessierte Teilnehmer bei Erst-Veranstaltungen genau prüfen, inwieweit sie ihre Erwartungen erfüllen können. Ein weiteres Defizit vieler berufsbegleitenden Weiterbildungen ist, dass ihre Entwickler nicht ausreichend die Anforderungen und Bedürfnisse ihrer Teilnehmer reflektieren. Deshalb sollte die Wissensvermittlung in einem engen Zusammenhang mit den (künftigen) Anforderungen der Wirtschaft stehen. Bei vielen Anbietern hapert es zum Beispiel an einem ausreichenden Kontakt zu Unternehmen, um den Bedarf der Weiterbildungs-Teilnehmer besser zu kennen und einschätzen zu können. Doch auch die Arbeitnehmer begehen bei der Wahl der Weiterbildung Fehler. So äußern sich zum Beispiel die Personalverantwortlichen in den Unternehmen oft erstaunt darüber, wie viele Bewerbungen sie erhalten, denen ganze Stapel von Zertifikaten über abgeschlossene Weiterbildungen beiliegen. In ihnen ist jedoch kein roter Faden erkennbar. Vielmehr wurde scheinbar willkürlich mal ein Schnellkurs „BWL für Nicht-BWLer“, mal ein Grundkurs Projektmanagement, mal ein Rhetorik-Seminar besucht. Das heißt, es fand keine gezielte Kompetenzerweiterung statt; zumindest ist eine solche für die Personaler nicht erkennbar. Und schon gar nicht besteht ein inhaltlicher Zusammenhang zur Erstausbildung und bisherigen beruflichen Tätigkeit.

Kompetenzen gezielt ausbauen und vertiefen

Dies sollte gerade bei älteren Arbeitnehmern gegeben sein. Denn die Unternehmen gestehen ihnen im Gegensatz zu Berufsanfängern wie Hochschulabsolventen meist keine längeren Einarbeitungszeiten zu. Sie erwarten von ihnen, dass sie aufgrund ihrer Berufserfahrung auch neue Aufgaben schnell und kompetent ausüben. Deshalb sollten berufserfahrene Arbeitnehmer Weiterbildungen bevorzugen, die ihre aktuelle Kompetenz entweder vertiefen oder erweitern. Dieses Erweitern muss nicht in der Form erfolgen, dass – wie in den vergangenen Jahren üblich – sich jeder Ingenieur, der sich weiterbildet, fast automatisch für eine betriebswirtschaftliche Weiterbildung einschreibt. Viel erfolgversprechender kann es zum Beispiel für einen Maschinenbau-Ingenieur sein, sich für eine Fortbildung im Bereich Elektronik zu entscheiden, da heute in fast jede Maschine Mikrocomputer integriert sind. Ausschlaggebend für die Wahl der Weiterbildung sollten nicht die Fragen sein „Was ist gerade Mode?“ und „Welches Know-how könnte ich heute in meinem Job gebrauchen?“, sondern die Fragen:

  • „Welche beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten habe ich aufgrund meiner aktuellen Qualifikation?“ und:
  • „Welche Qualifikation brauche ich in fünf oder zehn Jahren, um eine attraktive Arbeitskraft zu bleiben?“

Dabei sollten Arbeitnehmer jedoch darauf achten, dass sie nicht in die Falle tappen, ihr Fach- oder Spezialwissen immer weiter zu vertiefen. Dies kann die Gefahr bergen, sich von einem begehrten Spezialisten zu einem Fachidioten zu entwickeln.

* *Sabine Prohaska, Inhaberin, Seminar Consult Prohaska

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