Maschinenbau-Barometer Maschinen- und Anlagenbau sendet starke Signale der Stabilisierung

Quelle: PwC 3 min Lesedauer

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Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau sendet starke Signale der Stabilisierung: Die Auslastung klettert auf ein Zwei-Jahres-Hoch, eigene Umsatzprognosen drehen ins Plus und der Personalaufbau zieht an. 

Signale der Stabilisierung: Das aktuelle PwC Maschinenbau-Barometer zeigt einen positiven Trend bei der Kapazitätsauslastung und den eigenen Umsatzprognosen der Unternehmen.(Bild:   /  Pixabay)
Signale der Stabilisierung: Das aktuelle PwC Maschinenbau-Barometer zeigt einen positiven Trend bei der Kapazitätsauslastung und den eigenen Umsatzprognosen der Unternehmen.
(Bild: / Pixabay)

Im deutschen Maschinen- und Anlagenbau gibt es vorsichtigen Grund zum Optimismus: Die Kapazitätsauslastung erreicht den höchsten Wert seit zwei Jahren, und die Umsatzprognosen für das eigene Geschäft drehen ins Positive. Dennoch bremsen hoher Kostendruck und eine schwache Branchenprognose die Euphorie. Zudem zeigt sich eine gefährliche Lücke beim Aufbau digitaler Kompetenzen zwischen Großunternehmen und dem Mittelstand. Das geht aus dem aktuellen Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland hervor, für das im Vorfeld des 4. Quartals 2026 vierteljährlich 150 Führungskräfte der Branche befragt wurden.

Konjunktur und Branchenentwicklung: Stabilisierung ja, Trendwende nein

Die Stimmung in der Branche hellt sich auf: Gut jeder fünfte Befragte blickt derzeit positiv auf die Entwicklung der deutschen Wirtschaft in den kommenden zwölf Monaten – der Anteil der Optimisten hat sich damit binnen drei Monaten nahezu verdoppelt. Zwar rechnet immer noch die Hälfte mit einer negativen Entwicklung, dies sind jedoch 12 Prozentpunkte weniger als im Vorquartal. Auch die Umsatzprognosen fallen gespalten aus: 
Eigenes Unternehmen: Die Befragten rechnen im Schnitt wieder mit einem leichten Wachstum von +0,4 Prozent (Vorquartal: -1,6 Prozent).
Gesamtbranche: Hier prognostizieren die Führungskräfte weiterhin ein Minus von durchschnittlich -3,0 Prozent. Nur knapp jeder Dritte rechnet mit Branchenwachstum. Damit liegt die Branchenprognose seit über drei Jahren im negativen Bereich.

Die Diskrepanz zwischen den Erwartungen für das eigene Unternehmen und für die Gesamtbranche spricht gegen einen breit getragenen Aufschwung. Unternehmen sollten die Entspannung in der Auftragslage deshalb nicht als Entwarnung verstehen. Es gilt, Portfolio, Prozesse und Kostenstruktur auf dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit auszurichten.

Bernd Jung, Senior Partner und Leiter der Praxisgruppe Industrial Manufacturing bei PwC Deutschland

Herausforderungen: Auslastung bestimmt die Engpässe

Tatsächlich ist die durchschnittliche Kapazitätsauslastung von 79,9 Prozent auf 85,4 Prozent gestiegen – der höchste Wert seit zwei Jahren. Drei von zehn Unternehmen arbeiten wieder an der oberen Kapazitätsgrenze. Dieser Unterschied in der Auslastung prägt auch die wirtschaftliche Perspektive: Hoch ausgelastete Betriebe (ab 90 Prozent) erwarten ein Umsatzplus von 4,3 Prozent, schwach ausgelastete (unter 80 Prozent) ein Minus von 4,5 Prozent.
Die größten Wachstumshindernisse im Überblick:

  • Steigender Kostendruck: 85 Prozent (meistgenanntes Hindernis über alle Gruppen hinweg)
  • Politische Entwicklungen im Ausland: fast 85 Prozent
  • Regulierungsumfeld: 70 Prozent (Anstieg um 9 Prozentpunkte)
  • Schwache Nachfrage: 55 Prozent (deutlicher Rückgang von 70 Prozent im Vorquartal)

Die Auslastung definiert dabei die größten Schmerzpunkte: Während bei schwächer ausgelasteten Unternehmen die mangelnde Nachfrage das Hauptproblem bleibt, klagen über 60 Prozent der hoch ausgelasteten Betriebe über den Fachkräftemangel.

Personal und Weiterbildung: Digitale Qualifikationen werden zum Wettbewerbsfaktor

Trotz Kostendrucks gewinnt der Personalaufbau wieder an Dynamik. Mehr als jedes dritte Unternehmen will die Zahl seiner Vollzeitbeschäftigten in den nächsten zwölf Monaten erhöhen – der erste Anstieg in der Langzeitperspektive seit fünf Jahren. Nur 9 Prozent planen einen Personalabbau. Neue Stellen sollen vor allem in der Produktions- und Prozesstechnik (30 Prozent) sowie in den Bereichen Digitale Technologien (21 Prozent) und Vertrieb (21 Prozent) entstehen.
Beim Thema digitale Weiterbildung zeigt sich jedoch ein deutliches Gefälle:

  • Große Unternehmen (über 1.000 Mitarbeitende): 92 Prozent stufen digitale Technologien bei der Weiterbildung als wichtig oder sehr wichtig ein.
  • Kleinere Unternehmen (unter 500 Mitarbeitende): Hier sind es nur 56 Prozent.
Durch Neueinstellungen allein ist die digitale Transformation nicht zu bewältigen. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen brauchen ein klares Kompetenzmodell. Sie müssen entscheiden, welche Fähigkeiten im eigenen Haus liegen sollen, wo Partnerschaften sinnvoll sind und wie sich die Belegschaft gezielt weiterentwickeln lässt. Andernfalls drohen dauerhafte Nachteile bei Produktivität und Innovationsfähigkeit.

Bernd Jung, Senior Partner und Leiter der Praxisgruppe Industrial Manufacturing bei PwC Deutschland

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Über das PwC Maschinenbau-Barometer

Das PwC Maschinenbau-Barometer ist das Ergebnis einer vierteljährlichen Panelbefragung unter Führungskräften des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Neben einer Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung spiegelt die Studie die Unternehmenserwartungen hinsichtlich zentraler Kennzahlen wie Kosten, Preise und Investitionsvolumina. Die aktuelle Erhebungswelle fand vom 10.08.2026 bis 02.09.2026 statt. Weitere Details und den vollständigen Bericht finden Sie unter:
www.pwc.de/maschinenbau-barometer

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