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Fahrzeuge bis 4,6 t im Crash-Versuch
Des Weiteren garantiert die engere, nahezu spielfreie Führung des neuen Seilwagens eine bessere Kontrolle des Versuchsfahrzeugs sowie eine höhere Präzision bei Geschwindigkeit und Trefferlage. Durch die hohe Variabilität von MicroTrack ist es möglich, das System auf einer Länge von wenigen Metern (Anlagen für niedrige Geschwindigkeiten wie z.B. RCAR-Versuche) bis hin zu mehreren hundert Metern zu installieren, unabhängig davon, ob sich das Schienensystem in einer Halle befindet oder im Freien. Die Leistung und die Genauigkeit der Anlage hat sich durch den neuen Antrieb wesentlich verbessert. Auf der 220 Meter langen Bahn können nun Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von 4,6 Tonnen auf bis zu 120 km/h beschleunigt werden.
46 LED-Scheinwerfer in der Grube
Um den exakten Moment des eigentlichen Crashs eines Testfahrzeugs perfekt zu dokumentieren, braucht man für die Hochgeschwindigkeitskameras eine perfekte Ausleuchtung der Aufprallzone. Eine erfolgreiche Formel hierfür ist relativ simpel: viel Licht ermöglicht hohe Schärfentiefe und kurze Belichtungszeiten und damit mehr Details für spätere Auswertungen. Besonders die für Testingenieure wichtigen Verformungen der Fahrzeugkarosserien sind dadurch besser einsehbar. Aus diesem Grund entschied sich Chrysler für die M=LIGHT LED-Scheinwerfer von Messring. Diese Technologie stellt eine Revolution im Crashtestbereich dar und wurde nun erstmals auch in den USA bei einem Kunden installiert. Die insgesamt 46 LED-Scheinwerfer wurden komplett in die zwei Filmgruben des Testzentrums eingebaut. Die Heckaufprallgrube und die Frontgrube am Aufprallblock befinden sich beide innerhalb der 43 x 26 Meter großen Testhalle des Crashtestcenters in Michigan und werden jeweils von einer belastungsfähigen Plexiglasscheibe geschützt.
Gestochen scharfe Bilder vom Crash
Wenn die installierten Lichtbatterien angeschaltet werden, ist die maximale Lichtmenge der M=Light LED sofort verfügbar und die perfekte Farbtemperatur von ca. 6.500 Kelvin wird ebenfalls direkt beim Einschalten erreicht. Durch Synchronisation mit Hochgeschwindigkeitskameras kann die Beleuchtungsstärke nochmals verdoppelt werden. Das Resultat sind gestochen scharfe Bilder vom Boden der getesteten Fahrzeuge während des Aufpralls.
Eine Spezialität des amerikanischen Marktes ist der sogenannte Curb-Test, für den der Crashtestspezialist aus München den kompletten Versuchsaufbau an den amerikanischen Autobauer liefert. Die Crash-Variante dient dazu, die Funktion von Rückhaltesystemen wie Seitenairbags beim Überschlag nach dem Auftreffen auf einen Bordstein zu testen. Die Komponenten des Versuchs umfassen vor allem einen Spezial-Schlitten, der das zu testende Auto trägt. Dieser Schlitten mit dem quer zur Schussrichtung positionierten Fahrzeug wird über das MicroTrack Schienensystem beschleunigt und seitlich über hydraulische Spezialdämpfer gezielt abgebremst. Ein Gurtsystem verhindert den eingeleiteten Überschlag, so dass sich der simulierte Kontakt mit dem Bordstein nicht zerstörend auf das Testfahrzeug auswirkt. Das Produkt ist eine Spezialanfertigung für Chrysler.
Von 500er Fiats bis schweren SUVs
Douglas R. Grimm, Impact Operations Supervisor bei Chrysler, bewertet die Zusammenarbeit äußerst positiv: „Wir wussten schon vor der Auftragsvergabe, dass Messring ein sehr angesehenes Unternehmen im Bereich Safety Testing ist. So war dann auch die Zusammenarbeit während des gesamten Projekts sehr professionell und effizient. Wir sind mehr als zufrieden mit der neuen Anlagentechnik.“
Ende 2013 wurden alle Modernisierungen und Upgrade-Maßnahmen innerhalb von nur acht Wochen umgesetzt, sodass nach einer erfolgreichen Endabnahme durch Chrysler die Anlage am 20.12.2013 wieder in Betrieb ging. Am Standort Chelsea testet Chrysler alle Modelle ihres breitgefächerten Portfolios, vom Fiat 500 bis zu den schweren SUVs und Pickups der Marke Dodge.
Crash-Anlagen nachrüsten
Der Geschäftsführer der Messring Systembau GmbH, Dierk Arp, freut sich über den reibungslosen Ablauf des gesamten Projekts. „Wir haben in den USA schon einige Crashtestanlagen konzipiert, gebaut oder aufgerüstet, doch wir sind immer wieder stolz wenn wir für so renommierte Unternehmen wie Chrysler arbeiten dürfen. Momentan merkt man sehr deutlich, dass auf dem amerikanischen Markt Bedarf für eine Modernisierung der bestehenden automobilen Testzentren besteht, da dort lange Zeit nicht investiert wurde. Wir bieten deshalb in regelmäßigen Abständen unverbindliche Bestandsanalysen vor Ort an, um gegebenenfalls geeignete Upgrade-Maßnahmen vorzuschlagen“.
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