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Hyperloop Mit 463 km/h durch die Röhre gerauscht

| Redakteur: Katharina Juschkat

Erneut holt sich die TU München den Sieg bei der Hyperloop Pod Challenge. Mit großem Abstand konnten sie ihre Konkurrenten abhängen – obwohl sie ihr eigenes Ziel verfehlt haben.

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Bei der Hyperloop Pod Challenge gewann erneut die TU München – diesmal mit einer Maximalgeschwindigkeit von 463 km/h.
Bei der Hyperloop Pod Challenge gewann erneut die TU München – diesmal mit einer Maximalgeschwindigkeit von 463 km/h.
(Bild: TUM Hyperloop Team / TUM Muenchen)

463 km/h schnell rauschte der Pod der TU München in den Sieg – und das bereits zum vierten Mal. Am 21. Juli traten 21 Studententeams aus aller Welt mit ihrer Version eines Hyperloop-Pods auf der 1,25 km langen Teststrecke auf dem Space-X-Gelände in Los Angeles gegeneinander an. Ins Finale schafften es vier – gewonnen hat, wer seinen Pod am schnellsten durch die Röhre befördern konnte.

Hyperloop Pod Competition – der Hintergrund

Vor sechs Jahren stellte Elon Musk, Gründer von Space X, die Idee des Hyperloops vor: Ein Superschnellzug, der durch ein Röhrensystem rast und dabei Geschwindigkeiten bis 1000 km/h erreichen soll. Damit wäre es beispielsweise möglich, in 30 Minuten von München nach Berlin zu reisen. Um diese visionäre Zukunft der Mobilität voranzubringen, startete Space X im Jahr 2015 die „Hyperloop Pod Competition“, bei der sich jedes Jahr Studententeams weltweit messen.

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Geplant waren 600 km/h

Eigentlich wollte die TU München ihren eigenen Geschwindigkeitsrekord des letzten Wettbewerbs knacken – damals erreichten sie 467 km/h – und das sogar mit einer Maximalgeschwindigkeit von 600 km/h. Das gelang den Münchner Studenten, die im vergangenen Jahr noch unter dem Namen „Warr Hyperloop“ auftraten, nicht. Den ersten Platz erreichten sie dennoch mit großem Abstand zu ihren Konkurrenten. Das zweitplatzierte Team Swissloop der ETH Zürich erreichte 257,5 km/h und das Team EPFLoop der EPFL in Lausanne (Schweiz) erreichte 238 km/h. Der Pod der TU Delft löste wegen eines Kommunikationsproblems nach 200 m eine Vollbremsung aus. Insgesamt traten 21 Studierendenteams aus der ganzen Welt mit ihren Prototypen für die Hyperloop-Kapsel gegeneinander an, ins Finale schafften es vier.

Der Pod der TUM-Studierenden ist knapp 1,70 m lang, 50 cm breit und wiegt etwa 70 kg. Damit ist er noch einmal 8 kg leichter als sein Vorgänger, der vergangenes Jahr 467 km/h erreichte. Durch viel Feintuning erreichte der Prototyp eine Maximalleistung von 320 kW und somit doppelt so viel wie sein Vorgänger. Johannes Ungar, „Mechanical Lead“ des Teams: „Wir haben die Subsysteme optimiert und setzen auf stärkere Komponenten, zum Beispiel bei den Batterien. Die Lithium-Polymer-Zellen, die wir verwenden, sind sehr leistungsstark und sparen Gewicht.“ Neu ist auch das Bremssystem. Das „Racing-Team“ aus 35 Studierenden hat es selbst entwickelt. Es besteht aus vier Bremsen, die unabhängig voneinander funktionieren.

Ein Pod mit funktionierendem Schwebesystem

Außerdem verfolgen die Studierenden ein neues ehrgeiziges Ziel: Es geht ihnen nicht nur um die Geschwindigkeit. Das „Research Team“, das aus 15 Studierenden besteht, erforscht das Konzept des Hyperloops auf Machbarkeit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Neben dem Pod, der am Rennen teilnehmen wird, baut das Team einen Pod mit funktionierendem Schwebesystem. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Studierenden ihr eigenes Schwebesystem vorgestellt und seitdem weiter verbessert. Außerdem arbeiten die Studierenden an einer Ringstrecke aus ultrahochfestem Beton, die einen Durchmesser von 5 m hat und momentan aus 14 Segmenten besteht. „Schrittweise soll das System Full-Scale erreichen“, sagt Teamleiter Toni Jukic. Die Studierenden hoffen, auch den zweiten Pod und die Ringstrecke in Los Angeles vorstellen zu können.

Die Zweitplatzierten der ETH Zürich sind zudem für ihren selbst entwickelten linearen Induktionsmotor mit 5,4 kN Antriebskraft mit dem Innovation Award ausgezeichnet worden. Obwohl diese Art von Antrieb für den Hyperloop bereits 2013 von Elon Musk in einem White Paper vorgeschlagen wurde, ist es das erste Jahr, in dem ein solcher Motor im Wettbewerb verwendet wird.

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