Prozessindustrie

Neue Software für die dezentrale Prozessindustrie

| Redakteur: Katharina Juschkat

Dezentrale Intelligenz für modulare Anlagen – das kann ein vielversprechendes Konzept für die Automatisierung von Prozessanlagen sein.
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Dezentrale Intelligenz für modulare Anlagen – das kann ein vielversprechendes Konzept für die Automatisierung von Prozessanlagen sein. (Copa-Data)

Copa-Data arbeitet nun zusammen mit Wago an dem Projekt Dima – Dezentrale Intelligenz für modulare Anlagen. Mit dem Projekt wollen die Unternehmen einen Standard für die dezentrale, modulare Automatisierung von Prozessanlagen und für effizientes Engineering schaffen.

Sich verändernde Beschaffungs- und Absatzmärkte, die flexible Verlagerung von Produktionsstandorten sowie der steigende Bedarf an individuellen Produktentwicklungen verlangen von der Prozessindustrie immer kürzere Produkt- und Entwicklungszyklen. Für die Industrie stellt das eine enorme Herausforderung dar. Konventionell aufgebaute Anlagen in den Bereichen Chemie, Nahrungsmittel, Kosmetik und Pharma sind heute meist nicht ausreichend flexibel und können die Einführung neuer Produkte und veränderte Produktionsmengen oftmals nicht effizient bewältigen.

Prozesstechnische Anlagen individualisieren

Wago hat das Projekt Dima ins Leben gerufen, um dem Wunsch nach der Individualisierung von verfahrenstechnischen Anlagen und der Modularität in der Automatisierung begegnen zu können. „Unser Ziel ist es, die Zeit zwischen Produktfreigabe und Marktverfügbarkeit erheblich zu verkürzen“, sagt Ulrich Hempen, Leiter Market Management Industrie & Prozess von Wago. „Wir gehen heute davon aus, dass sich 60 % der Entwicklungszeit einer verfahrenstechnischen Anlage einsparen lassen. Das ist nur möglich, wenn die Anlagen modular aufgebaut sind und wir Industrieunternehmen die Möglichkeit geben, schneller und flexibler zu handeln.“

Prozessindustrie setzt auf Dima-Methodik

Wago

Prozessindustrie setzt auf Dima-Methodik

27.10.15 - Mit Dima – Dezentrale Intelligenz für modulare Anlagen ‒ hatte Wago zur 77. Hauptsitzung der Namur eine Lösung für die dezentrale, modulare Automatisierung von Prozessanlagen präsentiert. Nach der Zustimmung im Frühjahr soll nun mit dem Dima-Ansatz noch Ende 2015 die Produktentwicklung gestartet werden. lesen

Die Gremien der Namur und des ZVEI haben den Dima-Ansatz übernommen, um diesen weiter zu spezifizieren. Ziel der Zusammenarbeit soll es sein, langfristig einen internationalen Standard zu erarbeiten.

Intelligente Module vereinfachen Produktionsverfahren

Die Idee des Dima-Konzepts ist es, eine Gesamtanlage aus mehreren autarken Anlagenmodulen zusammenzusetzen. Die offene HMI/SCADA-Software Zenon von Copa-Data wird dabei als Prozessleitsystem eingesetzt. Ein Anlagenmodul bildet dabei jeweils einen oder mehrere standardisierte Prozessschritte ab, führt Prozeduren, Operationen oder Funktionen aus und leistet damit einen sogenannten Dienst (Service). Ein Modul stellt dem übergeordneten Prozessleitsystem Zenon seine Funktion als Dienst zur Verfügung – damit nimmt es die Stellung eines Serviceanbieters ein. Das Prozessleitsystem kann dann die vom Modul angebotene Dienstleistung abrufen – womit es als Servicenutzer fungiert. Dima bedient sich damit des Paradigmas der serviceorientierten Architektur.

In dem Konzept verfügen die Module über eine eigene Intelligenz. Jedes Modul wird dazu mit einer eigenen Steuerung von Wago ausgestattet, die dazu dient, die Dienste auszuführen und den Modulstatus ständig zu überwachen. Möchten Unternehmen ein Produktionsverfahren ändern, müssen sie lediglich ein oder mehrere Module austauschen. Die Produktionsmenge kann erhöht werden, indem der Anwender gleichartige Module hinzufügt.

„Der große Vorteil der Modularisierung einer Anlage ist der geringere Engineering-Aufwand für den Betreiber sowohl bei der Inbetriebnahme als auch bei Änderungen an der Anlage“, ergänzt Philipp Schmidt, Branch Office Manager bei Copa-Data. „Er kann modulare Anlagen besser planen und bauen, da ein Großteil des Engineerings schon im Modul-Engineering stattgefunden hat. Die Module müssen dann nur noch in Zenon integriert werden.“

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