Cyber-Security

Nicht sicher: So lockt die Smart Factory Hacker an?

| Redakteur: Sariana Kunze

Eine Smart Factory lockt Diebe an, denn das Thema Cyber-Security ist noch nicht relevant genug.
Eine Smart Factory lockt Diebe an, denn das Thema Cyber-Security ist noch nicht relevant genug. (Bild: Copa-Data)

In der Fertigung wird alles smarter und effizienter. Leider bringt dies nicht nur positive Aspekte mit sich, die Produktionen werden auch angreifbarer. Einfallstore an Maschinen, aber auch nachlässige Mitarbeiter bieten Hackern Angriffspunkte für Cyber-Attacken. Cyber-Security muss noch relevanter werden.

Mit fortschreitender Digitalisierung sollen künftig nicht nur Maschinen und Werkzeuge innerhalb einer Fertigungsanlage, sondern auch mit Komponenten anderer Anlagen vernetzt werden. Damit lassen sich in der Produktion Anpassungen bei der Herstellung direkt umsetzen, Engpässe vermeiden und freie Ressourcen so effizient wie möglich nutzen. Das ist die Idee der Smart Factory. Ziel des Ganzen ist eine Produktionsumgebung, in der sich Fertigungsanlagen und Logistiksysteme ohne menschliche Eingriffe weitgehend selbst organisieren. Reports, Kennzahlen und sogar Zugriff auf die SCADA-Ebene über mobile Geräte – und das möglichst in Echtzeit – sind dafür wichtig. Ein Beispiel für intelligente Prozesse in der Produktion ist die vorausschauende Wartung. Hier werden Daten von Maschinen und Anlagen im laufenden Betrieb kontinuierlich gesammelt und analysiert.

Auf Basis dieser Werte lässt sich relativ verlässlich vorhersagen, wann eine Maschine gewartet oder ein Bauteil getauscht werden muss. Das System lernt ständig dazu, um die Live-Daten interpretieren zu können. Starre Wartungszyklen sind damit passé, Komponenten werden dann ersetzt, wenn es notwendig ist. Das ist effizienter und führt zu deutlichen Einsparungen bei den Wartungskosten.

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Smarte Checklisten reduzieren Fehler

Für eine effizientere Produktion sorgen smarte Checklisten, die immer häufiger anstelle von Papierlisten genutzt werden: Bei der schrittweisen Bearbeitung wird der Anwender erst zum nächsten Punkt zugelassen, wenn er den vorherigen abgeschlossen hat. Schaltpläne, Dokumente, Normen oder 3D-Modelle erläutern die Liste je nach Bedarf und beschleunigen die Bearbeitung. Zudem lassen sich die Daten direkt vor Ort erfassen und dann flexibel auf anderen Stationen nutzen. Und schließlich passieren weniger Fehler, die gesamte Ablage und Datenverwaltung wird einfacher.

Risiko von Sicherheitslücken steigt

Damit solche Anwendungen funktionieren und die Vision der Smart Factory Wirklichkeit werden kann, braucht es einen direkten und intensiven Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Firmenbereichen und sogar über Unternehmensgrenzen hinweg. Schon heute wird die Produktion für Interaktionen über das Internet und im Kontext intelligenter Netzwerke immer weiter und schneller nach außen geöffnet. Das macht sie allerdings auch zum attraktiven Ziel für Hacker und erhöht das Risiko von Sicherheitslücken. Ob Datendiebstahl, Sabotage oder interne Schwachstellen: Mit zunehmender Vernetzung steigen die Anforderungen an die Cyber-Sicherheit in der Produktion. Netzwerke in der Automatisierung, die bislang vorrangig darauf ausgelegt waren, ausfallsicher und hochverfügbar zu arbeiten, müssen daher entsprechend geschützt werden.

Ergänzendes zum Thema
 
Interview: „Durch veraltete Systeme entstehen Sicherheitslücken“

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