Erneuerbare Energien

Photovoltaik im spanischen Puertollano nutzt Bonfiglioli-Umrichter

26.05.2009 | Autor / Redakteur: Reinhard Kluger / Reinhard Kluger

So groß wie 185 Fußballfelder: Photovoltaikanlage in Puertollano
So groß wie 185 Fußballfelder: Photovoltaikanlage in Puertollano

Wo Orangen wachsen, da gedeiht auch Photovoltaik prächtig. So in Puertollano, wo man bei einem Photovoltaik-Kraftwerk die neuesten Umrichter von Bonfiglioli verbaut. Hoher Wirkungsgrad, modular ausbaubar und die Möglichkeit zur Datenspeicherung sowie Fernwartung sind deren praktische Eigenschaften.

Strahlend klarer Himmel in Puertollano. Zwar erst Ende März, aber dennoch Sonne pur. So sind die Tage fast immer in dieser spanischen Region. Wenig Regen, kaum Wolken. Eine Gegend wie eigens geschaffen für den Bau von Photovoltaik-Anlagen. Und wohin man auch blickt, überall schimmern bläulich Solarpanele in der Sonne. 350.000 sind es, auf einer Fläche, die der Größe von 185 Fußballfeldern entspricht. Stolz lässt Jordi Ortuño den Blick schweifen. „Ein Meer an Solartafeln und alle sind mit unseren Wechselrichtern ausgestattet.“ merkt Jordi Ortuño an, Director Drive Service Center Electrónica Tecnotrans Bonfiglioli, der in Barcelona ansässigen spanischen Tochter des italienischen Antriebsspezialisten aus Bologna. Die Anlage liefert zur Zeit rund 46 MW Leistung, soll aber auf geplante knapp 70 MW aufgestockt werden.

Am Photovoltaik-Wachstum partizipieren

Nicht nur in Spanien setzt Bonfiglioli auf Erneuerbare Energien, sondern weltweit. „Wir können uns diesem Trend nicht verschließen, sind doch die Zuwachsraten gerade in der Photovoltaik sehr interessant“, begründet Sonia Bonfiglio, CEO von Bonfiglioli Riduttori S.p.A., das Engagement. Neben Ausrüstungen für die Photovoltaik, den eingeführten und bekannten Pitch- und Azimuth-Planetengetrieben für Windkraftanlagen setzen die Italiener neben Thermosolartechnik gleichfalls auch auf Biomasseanlagen. „Die Zukunft wird grün sein, Erneuerbare Energien sind deshalb ein gutes Standbein gerade in schwierigen Zeiten“, bilanziert Sonia Bonfiglioli. Dem rasanten Wachstum des Photovoltaikmarktes will sich Bonfiglioli keinesfalls entgehen lassen. Immerhin steigt die weltweit installierte Leistung um durchschnittlich 35 Prozent im Jahr. Verständlich, dass der Antriebsspezialist hier seine Kenntnisse auf dem Gebiet der Um- und Wechselrichter einbringen will. Sonia Bonfiglioli: „Die Photovoltaik-Solarenergie ist in den nächsten Jahren eine der großen Herausforderungen für unser Unternehmen.“ Der Bonfiglioli-Konzern spiele dank der Produktion von Frequenzumrichtern und Ausrichtsystemen im Jahre 2007 eine führende Rolle im Photovoltaik-Sektor, und zwar überwiegend in Deutschland und Spanien, beschreibt Sonia Bonfiglioli die Rolle von Bonfiglioli im Photovoltaiksektor. In Italien sei man erst seit kurzem aktiv, man verzeichne dort einen Umsatz von 1,5 Mio. Euro. Insgesamt setzten die Italiener im Jahr 2008 auf diesem Gebiet Produkte für rund 20,5 Milo.Euro um. Davon entfielen 773.849 Euro auf Deutschland und 19,7 Mio. Euro auf Spanien.

Mehr machbar mit Modulen

Ganz neu ist das Thema Regenerative Energien für den Antriebsspezialisten nicht. Bonfiglioli Vectron, das Elektronik-Kompetenzzentrum in Krefeld, hat immerhin 25 Jahre Erfahrungen auf dem Gebiet der Leistungselektronik, Regelungstechnik und Informationstechnik. Und, so Dr.-Ing. Siegfried Stadtfeld, Geschäftsführer Bonfiglioli Vectron GmbH in Krefeld: „Vectron ist seit zehn Jahren aktiv im Bereich Energierückspeisung für Anwendungen im Bereich der regenerativen Energien.“ So decken die Umrichter der Serie AEC 401 mit sieben abgestuften Baureihen den Leistungsbereich von 1,5 bis 132 kW ab. Jüngstes Produkt ist das Wechselrichtersystem RPS, das steht für Renewable Power System, und gibt es in zwei Ausprägungen: zum einen als modulares System mit Nennleistungen von 280 bis 1 MWp, bei dem die Wechselrichter-Module mit AC-Verteilung konfiguriert sind, und zum anderen als Kompaktversion mit Nennleistungen von 30 bis 170 kWp, ausgeführt als Wechselrichterschrank mit integriertem Niederspannungs-Transformator. Bei der modularen Version lassen sich bis sieben Wechselrichtermodule parallelschalten. Im Fehlerfall ist eine Teilabschaltung möglich und der MPP-Spannungsbereich (Maximal Power Point) ist mit 425 bis 875 V angegeben, der Gleichspannungseingang mit 900 V, maximal 1.000 V. Besonderes Merkmal des RPS sei der Wirkungsgrad, den Dr. Siegfried Stadtfeld mit 98,5 Prozent angibt.

Fernwartung per Ethernet

Und wer wissen will, ob auf seine Solaranlage die Sonne scheint, der kann per Ethernet monitoren und kommunizieren. Ethernet deshalb, weil es ein offenes Protokoll ist. So ist das Monitoringsystem unabhängig von herstellerspezifischen Busprotokollen. „Die Datenübertragungsraten von zehn Mbit/s, 100 Mbit/s bis ein Gbit/s ermöglichen kurze Antwortzeiten und Zugriffszeiten“, weist Dr. Stadtfeld auf die praktischen Vorteile für den Energieanlagenbetreiber hin. Wie kräftig in Puertollano die Sonne scheint, das kann er damit von überall in Welt aus erfahren.

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