Nachgefragt: 2 Experten zu elektrischer Antriebstechnik

Potenziale der Antriebstechnik ausschöpfen: Klare Sicht auf Smart Drive

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Industrie 4.0, IoT, Smart Factory: Entwicklungen, die ohne die Antriebstechnik nicht denkbar wären. Welche technologischen Themen haben hier besondere Bedeutung? Welches Potenzial steckt da noch drin?

Claus Wieder arbeitet als Leiter Marktmanagement bei SEW und gilt als Experte für Antriebstechnik.
Claus Wieder arbeitet als Leiter Marktmanagement bei SEW und gilt als Experte für Antriebstechnik.
(Bild: SEW)

Claus Wieder: Auf dem Weg zur Smart Factory spielt die Antriebstechnik neben der Automatisierungstechnik eine tragende Rolle. Die Zielsetzung von Industrie 4.0, flexible Produktionsanlagen zu realisieren, wird maßgeblich durch die Umsetzung neuer Prozessabläufe geprägt. Die durchgängige Digitalisierung über alle Produktionsprozesse erfordert neue Lösungen im Bereich der Intralogistik.
Stationäre Fördertechniken werden durch mobile Assistenzsysteme ergänzt. Das heißt, fahrerlose Transportsysteme werden in die digitale Automatisierungskommunikation voll integriert und übernehmen als autarke Einheiten Teilprozesse. Die Antriebssysteme in diesen mobilen und stationären Förder- und Verarbeitungseinrichtungen werden sich auch auf der Komponentenebene zu einem Smart Product entwickeln. Das bedeutet, die Antriebsmechanik (Motor, Getriebe) und Antriebselektronik (Umrichter, Steuerung) werden noch mehr zu einem mechatronischen Antriebssystem integriert. Ein Smart Drive wird die gewünschte Bewegung zur Verfügung stellen und über eine digitale Schnittstelle in die Automatisierungsstrukturen eingebunden. Alle Daten zu und aus dem Antrieb sind in digitaler Form verfügbar und ermöglichen zum Beispiel beim Condition Monitoring erweiterte Auswertungen und Diagnosen.

Michael Scalet arbeitet als Branchenmanager Antriebstechnik bei Kübler.
Michael Scalet arbeitet als Branchenmanager Antriebstechnik bei Kübler.
(Bild: Kübler)

Michael Scalet: Einer der größeren Kostentreiber in jeder Automatisierungsarchitektur sind Kabel und Stecker. Hier kann Single Cable Technologie einen bedeutender Beitrag leisten, um Materialkosten, Installationsaufwand und nicht zuletzt auch Platz zu sparen, in dem Spannungsversorgung und Datenübertragung durch ein Kabel realisiert wird.
Der beengte Bauraum in elektrischen Antrieben erfordert kompakte Sensoren und optimierte Anschlussmöglichkeiten für ihre Montage. Mit der Single-Cable-Technologie ist die Übertragung von Energie- und Daten nun über nur eine Anschlussleitung möglich, was zur signifikanten Kostenersparnis führt.
Aber nicht allein die Reduzierung des Aufwands im Zusammenhang mit Stecker, Leitung und Integration macht die Single-Cable-Technologie interessant. Vielfach ist in Anwendungen der Platz für die Leitungsführung sehr begrenzt. Hier ist es neben den Materialkosten von Vorteil, wenn nur noch eine Leitung durch beengte Öffnungen verlegt werden muss.
Mit Funktionen wie Elektronischen Datenblatt (EDS), Speicherung von Anwenderdaten, Condition Monitoring, Histogramm, präventive Wartung, sowie Anbindung von externen Sensoren ist Kübler Drehgeber mit Single-Cable-Technologie für die Anforderungen von Industrie 4.0 gerüstet.
Die bisherigen Lösungen auf dem Markt schöpfen jedoch noch nicht ihr volle Potenzial aus. Und von daher wird es zukünftig noch sehr spannend, welche Lösungen rund um Industrie 4.0, IoT, Diagnostic & Analytics erscheinen werden.

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