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Clusterworkshop Rahmenbedingungen und Potentiale für Diagnosekonzepte in der Produktion

| Redakteur: Reinhard Kluger

Über 40 Teilnehmer kamen am 31. März an den Lehrstuhl für Informatik VII in die Robotikhalle an der Universität Würzburg. Veranstaltungspartner vom Cluster Mechatronik & Automation waren der Zentrum für Telematik e.V., das Automation Valley Nordbayern sowie die IHK Würzburg- Schweinfurt.

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Gut besucht: „Rahmenbedingungen und Potenziale für Diagnoskonzepte in der Produktion“, so der Titel eines Cluster Workshops in Würzburg.
Gut besucht: „Rahmenbedingungen und Potenziale für Diagnoskonzepte in der Produktion“, so der Titel eines Cluster Workshops in Würzburg.
( Archiv: Vogel Business Media )

„Condition Monitoring ist ein spannendes Thema und hochaktuell. Diese Systeme machen Anlagen sicherer, vorhersehbarer und leisten damit einen erheblich Beitrag in Planbarkeit von Produktion und Wartung“, so Prof. Dr-Ing. Klaus Feldmann bei seiner Begrüßung.

Prof. Dr. Klaus Schilling vom Lehrstuhl Informatik der Universität Würzburg freute sich über das große Interesse an dem Thema: „Spannendes kommt nur heraus, wenn sich mehrere Menschen zusammenfinden. Schön, dass Sie alle hier sind“, so seine Worte zu Beginn der Veranstaltung.

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Ein topaktueller Bezug zu den Aktivitäten am Zentrum für Telematik (ZfT)ist die Atomkatstrophe in Japan. Dort können ferngesteuerte Roboter helfen. Roboter sind laut Prof. Schilling eine Paradedisziplin für Mechatronik. Derzeit hat der ZfT 18 Mitglieder und 30 Mitarbeiter.

Abweichungen sofort erkennen

Prof. Dr.-Ing. Stephan Sommer von der Hochschule Würzburg Schweinfurt stieg gleich in den Kern der Thematik ein: “Die Vorteile von Redundanzkonzepten im Condition Monitoring, kurz CM, sind die hohe Zuverlässigkeit von Mess-Ergebnissen, das sofortige Erkennen von Abweichungen sowie die Möglichkeit, die Kalibrier-Zyklen zu optimieren.

„CM ist nur ein Werkzeug und kein Allheilmittel. Dass sich CM am Markt noch nicht ganz durchgesetzt hat liegt daran, dass es kostenpflichtig ist und der direkte Nutzen erst im Falle eines Ausfalls der Systeme greift“, erklärt Heinz-Georg Wirooks vom der ifm Consulting GmbH. CM sei wie eine Versicherung – man braucht sie erst dann, wenn der Fehlerzustand einsetzt, bis dahin kostet sie nur Geld. „Hier braucht es noch Überzeugungsarbeit, weil der ROI nicht berechnet werden kann“, so Heinz-Georg Wirooks weiter.

Ausfall ohne Vorwarnung

Ein Geschäftskonzept von telematischen Überwachungen von Röntgenstrahlern im klinischen Betrieb stellte Dr. Jens Ücker, von der Siemens AG Healthcare vor. Die Strahlenausfallvorhersage von Röntgensystemen ist hier aus unterschiedlichen Gründen eminent wichtig. „Stellen Sie sich vor, Sie liegen in einem Röntgengeräte und die Röhre fällt aus. Leider ist das abhängig vom Nutzerverhalten und unterschiedlichen Eigenschaften, die sich auf einer Zeitskala auch ändern, so dass der Ausfall jederzeit erfolgen kann – ganz ohne Vorwarnung!“, so Dr. Jens Ücker. „Unsere Antwort darauf ist das Siemens Guardian Programm including TubeGuard.“

Servicezeiten minimieren

Bereits seit 1999 bietet die Koenig & Bauer AG mit Sitz in Würzburg Fernwartung für Druckmaschinen an. Dadurch stiegen im Laufe der Jahre auch die Ansprüche an das Inbetriebnahme- Personal. Heute werden laut Günther Gabriel von der Koenig & Bauer AG rund 600 Anlagen online betreut.

„Der Ausfall einer hochverfügbaren Anlage kostet den Betreiber ordentlich Geld. Ziel unsere intelligenten Wartung ist es, den Verschleiß festzustellen, bevor der Ausfall entsteht, wichtige Prozessparameter aufzeigen, Belastungstrends zu analysieren und Ausfallzeiten zu minimieren“, fasst Thorsten Eickmann von der Wittenstein AG zusammen. „In Summe können so die Gesamtwartungskosten gesenkt und Servicezeiten minimiert werden.“

Dr. Dietmar Tilch von der Bosch Rexroth Group wurde per Telefonleitung aus Dresden zugeschaltet: „Unser Vorteil ist es, dass wir Anlagen mit unseren eigenen Systemen ausstatten und diese intern bis zur Marktreife testen können. Das System RCM Remote Condition Monitoring wird im industriellen Umfeld eingesetzt und beherrscht Methoden zur Fehler- und Schadensdetektion sowie zur Visualisierung und Bedienung.“

Selbstfahrende Roboter im Labor

Im Anschluss an die Vorträge diskutierten die Teilnehmer über die vorgestellten Konzepte und Lösungen. Auch die Labor-Besichtigung am Lehrstuhl – beispielsweise in das Labor zur Augmented Reality oder die Robotikhalle, in der einige selbstfahrende Roboter ausgestellt sind, die u.a. für das Technische Hilfswerk, die Bundeswehr oder Feuerwehr im Einsatz sind, stieß auf großes Interesse. Fazit: Bestes Feedback und gute Stimmung beim net’s diner.

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