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Steuerung von Produktion und Materialfluss
In der Produktion ist RFID ein wichtiges Hilfsmittel zur Automation. Jedes Werkstück bzw. dessen Träger wird mit einem RFID-Transponder ausgerüstet, der die gesamte Stückliste und alle Produktionsanweisungen gespeichert hat. Flexible Fertigungsautomaten, die einen bestimmten Arbeitsschritt für alle möglichen Produktvarianten durchführen können, lesen den Transponder aus und führen die dort hinterlegten Bearbeitungen am Werkstück aus. Anschließend wird das Werkstück mitsamt RFID-Transponder zur nächsten Bearbeitungsstation transportiert.



Solche Konzepte finden sich heute vor allem in der Elektronik- und Automobilindustrie. So bekommt jeder neue Audi A6 einen Transponder des Typs Moby U von Siemens aufs Autodach gelegt, der alle Anweisungen für die Endmontage beinhaltet. Von der Decke abgehängte Lesegeräte erfassen die Daten und leiten sie direkt in das Steuerungssystem weiter. Siemens ist aber nicht nur Lieferant für RFID-Systeme, sondern setzt die Technologie auch selbst ein – zum Beispiel in seinem Amberger Gerätewerk. Dort werden Schütze in rund 1500 Varianten produziert. Jedes Schütz durchläuft auf einem Werkstückträger mit eingebautem RFID-Transponder die Produktionslinie. Das Besondere an dieser Fertigung: Auch der Materialfluss wird dank RFID intelligent gesteuert. Denn statt einer starren Verkettung haben die Amberger in der neuesten Produktionslinie eine doppelte Förderstrecke aufgebaut, mit der Möglichkeit zur lastabhängigen Zuförderung der Werkstücke an die Bearbeitungsplätze.
Vom Werkstückträger ins Produkt
Während bislang die RFID-Transponder nach der Produktion von den Erzeugnissen abgenommen bzw. mit den Werkstückträgern sowieso im Fertigungskreislauf verblieben, ist nun aufgrund der Preisentwicklung bei den UHF-Labels möglich, diese dauerhaft ins Produkt einzubringen. Neben der Steuerung der Produktion lassen sich diese Funketiketten damit auch für die Logistik oder zur Rückverfolgung der Produkte (Tracking & Tracing) einsetzen. So werden beim Automobil-Zulieferer Rehau die RFID-Labels in die Kunststoff-Stoßfänger eingebracht, um lückenlos festzustellen, an welcher Maschine welches Teil gefertigt wurde. Werden in der Qualitätsprüfung Mängel festgestellt, ist eine schnelle Ermittlung z.B. der verursachenden Lackierdüse möglich. Auch erste Elektronikhersteller rüsten ihre Geräte mit den kleinen Funkchips aus, um eine vollautomatische, lückenlose Dokumentation von Produktions- und Logistikprozessen zu erzeugen.
Markus Weinlaender, Leiter Marketing, Siemens Industry Automation
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