Anschlusstechnik

Round Table: Klemme her, aber welche?

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Mehr Effizienz im gesamten Verdrahtungsprozess

Um dieses Ziel zu erreichen, optimieren die Unternehmen zunehmend die gesamte Prozesskette, wie Klaus Firschke berichtet: „Das beginnt bereits beim Engineering und der Arbeitsvorbereitung.“ Auch die ATR GmbH beschäftigt sich schon seit Jahren mit dem Thema CAD und Kabelkonfektionierung, so Stephan Rabsch: „Wir bekommen die CAD-Daten von unseren Kunden. Dabei müssen wir immer wieder feststellen, dass viele Konstrukteure in ihrem Elektro-CAD-System die Datenbankfunktionen nicht nutzen.“ Das heißt, im Schaltplan wird für eine Klemme zum Beispiel ein Kästchen gezeichnet, statt das Bauteil „Klemme“ aus der entsprechenden Bibliothek zu nehmen. „Damit sind alle Datenbankfunktionalitäten, die ich eigentlich zur Prozessverbesserung nutzen könnte, nicht verfügbar“, erklärt Rabsch. Als Dienstleister und Berater für seine Kunden, als der sich Rabsch versteht, kommuniziert der Fertigungsleiter dieses Optimierungspotenzial jedoch immer wieder.

Verschiedene Anwender, verschiedene Klemmen

Aber auch am Ende der Prozesskette lässt sich die Effizienz verbessern - nämlich durch die Wahl der passenden Klemmen. „In der Installationstechnik haben sich mittlerweile überall die schraublosen Verfahren durchgesetzt“, so Volker Krebs-Rahmlow. „Bei uns wird alles nur noch gesteckt - es geht viel schneller und man benötigt weniger Werkzeug.“ Bei Hell wird die Push-in-Technik von Phoenix Contact eingesetzt - es sei denn, der Kunde hat andere Wünsche. Mit diesem System können starre oder mit Aderendhülsen versehene Leiter direkt und auch ganz ohne Werkzeug in die Leiteranschlussstelle gesteckt werden.

Anders sieht es bei Stephan Rabsch aus: „Bei unseren Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau hat die Zugfedertechnik eine breite Akzeptanz. Aber was ich für mich persönlich am besten fand, das war die Schneidtechnik: Kein Abisolieren, keine Aderendhülse - Leiter reinstecken, Hebel umlegen, fertig.“ Gerade im Hinblick auf die Prozesskosten scheint diese Technologie tatsächlich zu überzeugen. Klaus Firschke hat dazu ein Beispiel: „Ich habe letztens mit einem Fertigungsleiter gesprochen, es wurden Zeiten für die Verdrahtung aufgenommen. Mit der Schneidtechnik konnten die 30 Prozent schneller verdrahten.“ Doch diesem Geschwindigkeits-Vorteil stehen auch Nachteile gegenüber. Volker Krebs-Rahmlow: „Wir nutzen diese Anschlusstechnik überhaupt nicht, da wir unterschiedliche Lieferanten für unsere Verdrahtungsadern haben. Jeder liefert eine unterschiedliche Dicke der Isolation. Und bei einer falschen Isolationsstärke kann es passieren, dass die Schneidanschlusstechnik nicht richtig kontaktiert. Das kennen wir bei der Push-in-Technik überhaupt nicht.“ Prof. Song bestätigt die Problematik und ergänzt: „Eine Schneidklemme funktioniert nicht bei allen Leitungen.“ Ein wichtiger Aspekt gerade für Unternehmen, die exportieren: „Ein Unternehmen kann nicht alle Leiter dieser Welt kennen“, so Prof. Song. „Daher kann es passieren, dass die Kontaktierung bei großen Toleranzen und großem Unterschied im Leiteraufbau nicht sicher gewährleistet ist.“

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