Robotik Sieben Neuigkeiten aus der Robotik

Von Jan Vollmuth 4 min Lesedauer

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Von einer KI-gestützten 3D-ToF-Kamera und einer neuen Robotergeneration über neue Cobots und Kleinroboter bis hin zu einer neuen Bedienungslösung und Entwicklungsplattform für Humanoide: Wir stellen Ihnen hier sieben Neuigkeiten rund um die Robotik vor.

Die multimodale 3D-ToF-Kamera O3P von IFM führt Roboter sicher und reibungslos durch den Arbeitsalltag.(Bild:  IFM)
Die multimodale 3D-ToF-Kamera O3P von IFM führt Roboter sicher und reibungslos durch den Arbeitsalltag.
(Bild: IFM)

1. Bessere Orientierung für autonome Roboter

Im engen Umgang mit Menschen müssen Roboter Entfernungen korrekt einschätzen, Bildinformationen verstehen und auf dynamische Veränderungen sekundenschnell reagieren. Dies Anforderungen erfüllt das neue 3D-Vision-System O3P von IFM. Es ist sowohl mit einer 3D-ToF Kamera, einer IMU und einer KI-gestützten Tiefenverbesserung ausgestattet. Die leistungsstarke CPU wertet in Echtzeit 3D-Tiefendaten, RGB-Bildinformationen und die Bewegungsdaten der IMU aus und setzt sie KI-gestützt miteinander in Verbindung. Die Time-of-Flight-Technologie bildet gemeinsam mit der KI-gestützten Tiefenverbesserung das Herzstück der neuen 3D-Kamera. Der Roboter oder Humanoide kann sich mit O3P auch in unübersichtlicher Umgebung orientieren, etwa Menschengruppen. Zusätzlich hat IFM das Vision System durch ein breiteres Sichtfeld und hohe Bildraten für die Anforderungen mobiler Roboter optimiert.

2. Roboterplattform der siebten Generation

Die g-Series ist die 7. Robotergeneration von Universal Robots innerhalb der Gen-7-Plattform. Sie bringt Strom-, Daten- und Sicherheitskonnektivität direkt an den Werkzeugflansch, um die Integration zu vereinfachen und zu beschleunigen.(Bild:  Universal Robots)
Die g-Series ist die 7. Robotergeneration von Universal Robots innerhalb der Gen-7-Plattform. Sie bringt Strom-, Daten- und Sicherheitskonnektivität direkt an den Werkzeugflansch, um die Integration zu vereinfachen und zu beschleunigen.
(Bild: Universal Robots)

Universal Robots (UR) hat mit „Gen 7“ seine Roboterplattform der siebten Generation vorgestellt. Die neue Roboterplattform wurde komplett neu konfiguriert, vom Controller über die Werkzeugschnittstelle bis zu integrierten KI-Fähigkeiten. Die Plattform basiert auf dem Roboterbetriebssystem PolyScope X. Die Steuerbox, das Teach-Pendant und die Werkzeugschnittstelle wurden komplett überarbeitet. Die Gen-7-Plattform erweitert das Angebot der e-Serie und der UR-Serie um drei neue Roboterarme: UR10g-1750, UR17g-1300 und UR18g-950. Die Nomenklatur ergibt sich aus ihrer Traglast (kg) und Reichweite (mm). Die neue Werkzeugschnittstelle der g-Serie ermöglicht den Einsatz von Kameras und Sensoren und liefert so die notwendigen Daten, damit KI-Modelle in Echtzeit mit dem Roboter zusammenarbeiten können. Daten, Strom und Sicherheitsfunktionen werden direkt über die Schnittstelle bereitgestellt.

3. Mehr Reichweite und höhere Traglast

Das neue Portfolio von Kassow Robots umfasst nun sieben 7-Achs-Cobots.(Bild:  Kassow Robots)
Das neue Portfolio von Kassow Robots umfasst nun sieben 7-Achs-Cobots.
(Bild: Kassow Robots)

Kassow Robots, Teil der Bosch Rexroth AG, hat sein Portfolio auf sieben 7-Achs-Cobots ausgeweitet. Mit den neu verfügbaren Modellen lassen sich zahlreiche Automatisierungsaufgaben mit Traglasten bis zu 40 kg oder Reichweiten bis 1.800 mm platzsparend umsetzen. Mit den laut Kassow besonders leistungsstarken Modellen KR1240 und KR1824 schließt das Unternehmen die Lücke zwischen kollaborativen und industriellen Anwendungen. Im Vergleich zum bisherigen Portfolio liegen die Gelenkdrehmomente um 50 Prozent höher. Die Handgelenkgeschwindigkeit konnte um mehr als 20 Prozent und die mechanische Steifigkeit um 40 Prozent gesteigert werden. Der KR1824 ist mit einer maximalen Reichweite von 1.800 mm für große Arbeitsbereiche mit schweren Lasten bis 24 kg ausgelegt. Der für schwere Handhabungsaufgaben entwickelte KR1240 kombiniert bis zu 40 kg Traglast und 1.200 mm Reichweite.

4. Vorkonfigurierte Kleinroboter für komplexe Applikationen

Die neuen Kleinroboter OVR5 und OVR6 von Oriental Motor führen komplexe Montage- und Handhabungsaufgaben auf engstem Raum aus.  (Bild:  Oriental Motor (Europa) GmbH)
Die neuen Kleinroboter OVR5 und OVR6 von Oriental Motor führen komplexe Montage- und Handhabungsaufgaben auf engstem Raum aus.
(Bild: Oriental Motor (Europa) GmbH)

Oriental Motor präsentiert zwei neue Ausführungen seiner kompakten OVR-Kleinroboter-Serie vorstellen. Die einsatzbereiten Systeme ermöglichen die schnelle und einfache Automatisierung ohne spezielles Know-how. Mit den Knickarmrobotern OVR5 und OVR6 können auch komplexe Handhabungs- und Montageprozesse ausgeführt werden. Alle OVR-Kleinroboter basieren auf leistungsstarken Standard-Komponenten von Oriental Motor. Als erste Modelle führte das Unternehmen 2025 den OVR3 und den OVR4 ein: Einen SCARA- und einen Palettierroboter. In die neuen Varianten OVR5 und OVR6 wurden zusätzliche Freiheitsgrade integriert, sodass sie auch in sehr anspruchsvollen Automatisierungsprozessen eingesetzt werden können.

5. Roboter über verschiedene Endgeräte bedienen

Das E-Device kombiniert die Flexibilität mobiler Endgeräte mit integrierten Sicherheitsbedienelementen gemäß ISO 10218:2025.(Bild:  ABB Robotics)
Das E-Device kombiniert die Flexibilität mobiler Endgeräte mit integrierten Sicherheitsbedienelementen gemäß ISO 10218:2025.
(Bild: ABB Robotics)

ABB Robotics erweitert sein Angebot für die Programmierung und Bedienung von Robotern mit Einführung des E-Device. Die kompakte Sicherheitsschnittstelle ermöglicht es Anwendern, OmniCore-gesteuerte Roboter und Cobots über ihre eigenen Tablets oder PCs zu bedienen, zu programmieren und zu überwachen. Basierend auf dem OmniCore User Interface (UI) bietet das E-Device eine vertraute Benutzeroberfläche mit vollem Funktionsumfang für die Interaktion mit Robotern. Die erforderlichen physischen Sicherheitsbedienelemente stehen dabei unabhängig davon zur Verfügung, ob Anwender ein Tablet, einen PC oder ein Teach Pendant verwenden. Das einheitliche OmniCore User Interface (UI) reduziert den Schulungsaufwand und beschleunigt die Implementierung über das gesamte Robotik- und Cobot-Portfolio von ABB Robotics hinweg.

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6. UL-3100-Zertifizierung für mobile Roboter

Das Modell L2 lift von Safelog wurde vom TÜV Süd nach UL 3100 zertifiziert.(Bild:  Safelog GmbH)
Das Modell L2 lift von Safelog wurde vom TÜV Süd nach UL 3100 zertifiziert.
(Bild: Safelog GmbH)

Mehrere Geräteserien von Safelog erfüllen die strengen Vorgaben von Underwriters Laboratories (UL). Die Zertifizierung nach UL 3100 und CAN/UL 3100 eröffnet nicht nur neue Marktpotenziale in den USA und Kanada, sondern festigt auch die strategische Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen wie TGW Logistics und SEW-Eurodrive. Die UL-3100-Zertifizierung zählt zu den maßgeblichen nordamerikanischen Standards für automatisierte mobile Plattformen. Sie bewertet die elektrische und mechanische Sicherheit eines Geräts umfassend. Dazu gehören unter anderem die sichere Auslegung von Batterie- und Ladesystemen sowie ein optimales Bremsverhalten, eine Beurteilung der Entflammbarkeit nach UL 94. Ebenso werden sicherheitsrelevante Funktionen wie der Notstopp, die Hinderniserkennung und das Verhalten im Fall technischer Fehlfunktionen geprüft.

7. Neue Plattform für humanoide Roboter 

Der Distributor RS bietet seinen Kunden seit Kurzem das NVIDIA Jetson AGX Thor Developer Kit über seinen Webshop an.(Bild:  NVIDIA)
Der Distributor RS bietet seinen Kunden seit Kurzem das NVIDIA Jetson AGX Thor Developer Kit über seinen Webshop an.
(Bild: NVIDIA)

RS bietet seit Kurzem das NVIDIA Jetson AGX Thor Developer Kit über seinen Webshop an. Die Entwicklungsplattform wurde speziell für humanoide Roboter und anspruchsvolle Anwendungen im Bereich der physischen Künstlichen Intelligenz (Physical AI) entwickelt. Mit dem Jetson AGX Thor erhalten Entwickler eine leistungsstarke Grundlage für die nächste Generation intelligenter Maschinen. Die Plattform kombiniert hohe Rechenleistung für KI-Anwendungen mit Energieeffizienz und kompakter Bauweise. Dadurch können Roboter ihre Umgebung in Echtzeit wahrnehmen, Informationen verarbeiten und darauf reagieren. Angetrieben von der neuesten NVIDIA Blackwell GPU und ausgestattet mit 128 GB Speicher, bietet Jetson AGX Thor eine KI-Rechenleistung von bis zu 2.070 FP4-TFLOPS. Damit können selbst die aktuellsten generativen KI-Modelle innerhalb einer Leistungsaufnahme von lediglich 130 Watt ausgeführt werden.