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Energiezuführung

So hält die Energiezuführung flexibel an diversen Cobots

| Redakteur: Sariana Kunze

Mensch und Roboter werden dank der Cobots ein immer besseres Team. Diese kollaborierenden Roboter sind klein, leicht und flexibel – allerdings gestaltet sich die Energiezuführung bei diesen Attributen schwierig. Wie hält sie also sicher an diversen Cobots?

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Ein flexibles Haltersystem von Murrplastik macht eine sichere Befestigung der Energiezuführung am Cobot möglich.
Ein flexibles Haltersystem von Murrplastik macht eine sichere Befestigung der Energiezuführung am Cobot möglich.
( Bild: Murrplastik Systemtechnik )

Cobots liegen in der Automatisierung voll im Trend. Diese kollaborativen Roboter, die ihre Arbeit ohne trennende Schutzeinrichtung verrichten, übernehmen immer mehr neue, ermüdende oder gar anspruchsvolle Aufgaben von den Menschen. Ob Pick & Place- oder Schraub-Aufgaben, Cobots übernehmen Arbeitsbereiche wie Montage, Zuführung, Palettierung, Sortierung, Verpackung, Kommissionierung oder Prozessüberwachung. Insbesondere bei extremen Bewegungen und Einsatzorten, wie bei Schweiß-, Bohr-, Polier- und Fräsapplikationen, ist der Cobot dem Menschen überlegen. Zunehmend rücken Mensch und Roboter auch in der Logistik näher zusammen. Die Mensch-Roboter-Kollaboration kombiniert nicht nur die Stärken von Mensch und Roboter, sondern kann durch die optimierten Arbeitsabläufe gleichzeitig auch Kosten reduzieren. Dadurch, dass neue Generationen von kollaborierenden Robotern – im Vergleich zu traditionellen Industrierobotern – ganz andere Einsatzmöglichkeiten haben, verändern sich auch deren Anforderungen. Cobots sollen sicher, flexibel, klein, leicht, platzsparend und wirtschaftlich sein.

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Wie hält die Energiezuführung an Cobots?

Bei dynamischen Energiezuführungen an Cobots stellen die unzureichenden Befestigungsmöglichkeiten sowie die beengten und mangelnden Platzverhältnisse für die Anwender ein häufiges Problem dar. Durch den geringen Platz sind eine mögliche Beschädigung der Energiezuführungen und der Befestigungen am Cobot sowie eine erhöhte Verletzungsgefahr für den Menschen gegeben. Besonders neuartige Designs der Außenflächen sowie glatte, konische oder unregelmäßige Oberflächen verhindern die Verwendung bereits existierender Halterungssysteme. Greifen Kunden auf alternative Befestigungsmöglichkeiten wie Kabelbinder zurück, besteht die Gefahr, dass diese verrutschen und Leitungen, Kabel oder Schutzschläuche beschädigt werden können. Insbesondere Leitungen, die erhöhten Anforderungen ausgesetzt sind, erfordern eine optimale Führung, einen schnellen und nachträglichen Austausch sowie gegebenenfalls Nachjustierungen. Zudem war es bisher aufgrund beengter Verhältnisse am Einsatzort der Cobots nicht möglich, ein Rückführsystem für den Längenausgleich der Energiezuführung an der Achse 6 mit einem Haltersystem sicher und platzsparend zu befestigen – sowie ohne Bohrungen und Gewinde. Das Rückführsystem ist ein Komplettset für den Längenausgleich von 150 mm.

Energieführung besser mit Klettband statt Kabelbinder

Mit der Entwicklung und Markteinführung des flexiblen Haltersystems FHS setzt Murrplastik Systemtechnik auf den Trend der kollaborierenden Robotertechnologie. Das FHS ist eine Systemlösung zur sicheren Energiezuführung an Cobots bis Achse 6. Laut dem Hersteller sorgt es für sicheren Halt, verrutscht nicht und passt überall. Egal, ob auf geraden oder konischen Flächen, auf Eckkanten oder auf unterschiedlichen Oberflächen, Profilen und Durchmessern. Das Haltersystem ist besonders dafür geeignet, Leitungen, Kabel und Schutzschläuche schnell und platzsparend zu montieren und demontieren: bei Erstausstattung, Nachjustierung oder nachträglicher Installation. Die speziellen Grundkörper des Haltesystems verfügen über stufenlos verstellbare und rutschfeste Klettbänder. Zu den bereits entwickelten anwendungs- und cobotspezifischen FHS-Sets werden sukzessive weitere Sets ergänzt, erklärt Murrplastik. Das Haltesystem soll materialschonend sein, die Lebensdauer erhöhen und Montage- und Rüstzeiten sowie die Kollisions- und Verletzungsgefahr zwischen Mensch und Cobot minimieren.

Die Konstruktion beruht auf der speziellen Form der Grundkörper, der Materialbeschichtung sowie der variablen Auflagefläche. Die Basis des flexiblen Haltersystems besteht aus zwei verschiedenen Grundkörpern und einem stufenlos einstellbaren Klettband in unterschiedlichen Längen und mit spezieller Beschichtung. Zusammen ermöglichen sie einen festen Halt, eine materialschonende Befestigung sowie eine Vielfalt an Anwendungen. Das FHS mit Systemhalter ist geeignet zum Führen und Stabilisieren von kleinen Energiezuführungen und für geringe bis mittlere Verfahrgeschwindigkeiten sowie für gleitende oder feste Montage am Kabelschutzschlauch. Es kann mit unterschiedlichen Inlays ausgerüstet werden (Zugentlastung mit Kabelbindern oder mit Kabelstern, Kugelgelenke zur Fixierung). Mit dem unverlierbaren Verschlussbügel des Haltersystems soll der Austausch von Schutzschläuchen laut dem Anbieter aus Oppenweiler mit einem Klick und in Sekundenschnelle erfolgen. Zudem eignet es sich zur Vermeidung axialer Verschiebungen des Schutzschlauches innerhalb dynamischer und leichter Anwendungen.

BUCHTIPPDas Buch „Industrieroboter“ ist ein Handbuch für KMU mit Tipps und Tricks zum Thema Robotereinsatz. Es werden die wichtigsten Grundlagen der Robotertechnik vermittelt und Methoden erläutert, wie bewertet werden kann, ob sich ein Produkt oder Prozess durch Robotereinsatz automatisieren lässt.

Stufenlos an diverse Roboterarme anpassbar

Bei dem flexiblen Haltersystem mit Klettband werden mit dem durchgeschlauften Klettband die Leitungen, Kabel und Schutzschläuche direkt, sicher und leitungsschonend am Roboterarm befestigt. Da Murrplastik Systemtechnik für unterschiedliche Robotertypen verschiedene Klettbandlängen in das Portfolio aufgenommen hat, soll das System stufenlos für verschiedene Durchmesser der Roboterarme und Energiepakete anpassbar sein.

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