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Messtechnik

So vernetzt ein Messrechnersystem Produktionsanlagen für Industrie 4.0

| Redakteur: Sariana Kunze

Mit seinen Vernetzungsmöglichkeiten und der Web-Technologie wird ein Messrechnersystem für Produktionsanlagen mit ausgeprägtem Automatisierungsgrad bereit für Industrie 4.0. Das System Pia-Dynamics zeichnet sich dabei durch eine Kombination von intuitiver Software und flexibler Hardware aus.

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Pia-Dynamics ist ein Messrechnersystem für Produktionsanlagen mit ausgeprägtem Automatisierungsgrad.
Pia-Dynamics ist ein Messrechnersystem für Produktionsanlagen mit ausgeprägtem Automatisierungsgrad.
(Bild: Pia Automation)

Im Getriebe- und Montagebereich in der Automobilindustrie spielen sehr komplexe Messungen eine wichtige Rolle: nicht nur statische wie einzelne Wege, Längen, Drücke oder Kräfte, sondern auch Messungen über dynamische Abläufe, wie das Ineinandergreifen von Zahnrädern. Ein Beispiel hierfür sind Verdrehflankenspiel-Messungen, bei denen geprüft wird, wie die Zähne in einem Radsatz zueinander stehen. Das hat im Getriebe gewisse Auswirkungen auf die Kraftübertragung oder die Geräuschproduktion. Für die hohen Anforderungen an die Messgenauigkeit, die beispielsweise in der Automobilproduktion vorherrschen, bietet Pia Automation mit dem Messrechnersystem Pia-Dynamics eine Lösung an.

Messrechnersystem wie ein Smartphone bedienen

Das Messsystem Pia-Dynamics bietet für Messdaten vielfältige Analyse- und Auswertungsmöglichkeiten sowie die Aufbereitung in Grafiken an.
Das Messsystem Pia-Dynamics bietet für Messdaten vielfältige Analyse- und Auswertungsmöglichkeiten sowie die Aufbereitung in Grafiken an.
(Bild: Pia Automation)

Die Software des Messrechnersystems ist im Gegensatz zu den meisten Wettbewerbsprodukten nicht an fixe Hardware-Komponenten oder bestimmte Steckkarten gebunden, so der Hersteller. Das Messrechnersystem soll flexibel einsetzbar sein, auch in Bezug auf die verwendete Hardware, die nur gewissen Mindestanforderungen entsprechen muss. Weitere Pluspunkte soll die Web-Applikation von Pia darstellen, die eine intuitive Bedienung und die einfache Menüführung möglich macht – diese orientiert sich u. a. an mobilen Endgeräten. Die Statistik- und Trendfunktionen zur Prozessanalyse werden in unterschiedlichen Grafiken und Tabellen teilweise mit hierarchischer Struktur dargestellt. Zudem ist die Anwendung auch per Touchscreen zu bedienen.

Messsequenzen Konfigurieren statt Programmieren

Laut dem Anbieter soll ein Alleinstellungsmerkmal die Möglichkeit zum Konfigurieren statt Programmieren des Messrechners sein. In einem grafischen Editor gibt es vorgefertigte Funktionsblöcke, mit deren Hilfe Messtechniker und Qualitätsmanager Messsequenzen erstellen und bearbeiten können. Ein integrierter Text-Editor (C#) erlaubt das implementieren von komplexen Messalgorithmen. Hier sind also keine Programmierkenntnisse nötig, um Zeilencodes innerhalb der Messsoftware zu programmieren, sondern über den Konfigurator ist es für jeden Benutzer einfach möglich, Messabläufe zu erstellen und anzupassen. Das bedeutet auch, dass Pia-Dynamics nicht aktiv in die Steuerung eingreift. Es handelt sich lediglich um einen Austausch mit der SPS, indem entsprechende Werte oder Kommandos von der bzw. an die SPS kommuniziert werden, die diese dann weiterverarbeitet. Im Bereich „Sicherheit“ können Benutzer und Benutzergruppen angelegt und mit unterschiedlichen Zugriffsrechten versehen werden. Eine schnelle und einfache Systemwiederherstellung sowie ein Komponententausch wird durch die Sicherungs- und Wiederherstellungsfunktion inklusive mehrerer Optionen ermöglicht.

Pia-Dynamics vernetzt Anlagen für Industrie 4.0

Mit den Vernetzungsmöglichkeiten mehrerer Messstationen über einen einzigen Messrechner soll das System Pia-Dynamics auch Industrie-4.0-fähig sein. Laut Pia bedeutet dies für die Hardware-Investition eine Kostenersparnis. Die Vernetzung ermöglicht eine Prozessüberwachung der Gesamtanlage. Entlang der Anlage lassen sich auch mehrere Regelkreise mit einzelnen Messstationen einrichten, die über einen einzelnen Messrechner ausgewertet und angepasst werden können. Da alle Messstationen miteinander vernetzt sind, lassen sich gewisse Parameter über die Zeit verändern, sodass eventuellen Qualitätsänderungen entgegengewirkt werden kann.

Messsystem unterstützt viele Sensortypen und Signale

Mit mobilen, browserfähigen Endgeräten kann von überall auf den Messrechner und die Ergebnisse zugegriffen werden. Andere Messsysteme sind in der Regel stationär und müssen vor Ort an der Anlage bedient werden. Der Fernzugriff spart Zeit und verbessert den Bedienkomfort. Pia-Dynamics wird bisher vornehmlich in der Automobilbranche, d. h. insbesondere im Getriebe- und Montagebereich, eingesetzt, soll aber auch für viele andere Industrien mit höherem Automatisierungsgrad geeignet sein. Es wird eine Vielzahl von Sensortypen und Signalen unterstützt – wie induktive Messtaster, analoge Eingänge, Zählereingänge oder Messbrücken. Pia Automation, die komplexe Automatisierungslösungen anbietet, gibt an, dass weitere Sensor-Signale auf Anfrage verfügbar wären. Das Messsystem ist sowohl bei der Erstausstattung als auch bei einer Retrofit-Lösung installierbar.

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