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Engineeringtool Software zum Konfigurieren von Reihenklemmen forciert den Schaltschrankbau

| Autor / Redakteur: Paul Wielsch / Reinhard Kluger

Wer Reihenklemmen konfiguriert, der muss herstellerspezifische Software nutzen. Tools, die sich nur sehr aufwändig in die Engineering-Prozesse integrieren lassen. Mehr Offenheit bietet eine Software von Wieland Electric, die sich einfach an die CAD/CAE-Lösung Eplan Electric P8 anbinden lässt.

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Nicht allein im Automobilbau verkürzt die Reihenklemmen-Konfigurationssoftware wieplan 3.0 den Engineering-Prozess beim Planen von Schaltschränken und Konfigurieren von Reihenklemmen.
Nicht allein im Automobilbau verkürzt die Reihenklemmen-Konfigurationssoftware wieplan 3.0 den Engineering-Prozess beim Planen von Schaltschränken und Konfigurieren von Reihenklemmen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Praktiker weiß: Das Planen von Schaltschränken ist aufwändig. Die Auswahl des richtigen Klemmentyps samt Zubehör und Beschriftung, der Aufbau der Tragschiene sowie das Erstellen von Stücklisten, Zeichnungen und Bestellunterlagen, all das dauert oft länger als gedacht. Hinzu kommt der hohe Zeit- und Kostendruck beim Bearbeiten der Projekte – der Planer und Projektingenieure vor große Herausforderungen stellt. Und: Schaltschränke sollen möglichst kompakt sein, d.h. den vorhandenen Platz optimal nutzen zu können bei gleichzeitig hoher Flexibilität der Bestückung.

Dies alles lässt die Flut an Produktdaten und deren fertigungs- und montagegerechte Aufbereitung steigen und erschwert den Projektierungsprozess. Da bedarf es Expertensystemen und Serviceleistungen, die unkompliziert in diesem Prozess integrierbar sind. Das Reihenklemmen-Konfigurationsprogramm wieplan 3.0 von Wieland Electric schafft diesen Spagat.

Die Version 3.0 lässt sich an das Engineering-Tool Electric P8 von Eplan, aber auch an die Vorgängersoftware Eplan 5 anbinden. Die Software dient der Konfiguration von Reihenklemmen. Das Programm führt den Anwender Schritt für Schritt zum Ziel. Plausibilitätsabfragen schließen Fehler aus. Der Elektrokonstrukteur kann somit seine Arbeitsabläufe im Elektro-Engineering effizienter gestalten. Der Schaltschrank-Planungsprozess beginnt mit der Definition eines Klemmenpunktes in Eplan Electric P8. Zu diesem Zeitpunkt muss man die Eigenschaften der Klemme definieren. Der Anwender kann bereits jetzt, muss aber nicht, eine konkrete Klemme auswählen. Das nach der Installation von wieplan in die Bedienoberfläche von Eplan integrierte Icon definiert den Startpunkt für den Datenexport. Ein Klick darauf den Export der Klemmenleisten nach wieplan 3.0 ein. Über eine Konfigurationsdatei wird das Produkt automatisch mit den entsprechenden Daten zugeordnet. Hier gibt es standardmäßige Konfigurationsdateien zur Vorauswahl, eigene Dateien lassen sich aber auch manuell erstellen. Über diese Datei werden den mit Eigenschaften definierten Klemmenpunkten entsprechende Artikel, Zubehör (z.B. Zwischenplatten) und die Brückung zugewiesen.

Jetzt weniger Aufwand beim Planen

In der Software sind nun die fertigen Klemmenleisten mit sämtlichen Daten definiert, wie Klemmentypen, Artikelnummer, Zubehör und Beschriftung. Der Konstrukteur muss dann lediglich diese Daten nach Eplan Electric P8 oder Eplan 5 zurückspielen. Will er in Eplan eigene Artikelnummern verwenden, lassen sich diese zuvor in wieplan importieren und zuweisen. So arbeiten und kommunizieren beide Systeme immer mit demselben Nummernsystem.

Weil Eplan die Klemmen nicht tragschienengebunden verwaltet, weist wieplan ihr die Klemmen zu. So lässt sich nun eine schaltschrankfertige Tragschiene konfigurieren. Das Konfigurationsprogramm leitet den Planer von Schritt zu Schritt: Zu Beginn lassen sich die Tragschienen auswählen und in Länge und Bohrbild bearbeiten. Die Abmessungen und Daten von standardmäßig wiederkehrenden Schienen lassen sich abspeichern. Nun kann er die Reihenklemmen auf den Schienen platzieren und die Beschriftung bei Bedarf überarbeiten.

Das fertige Projekt zeigt die Klemmenleisten so, wie sie später im Schaltschrank aussehen. Zu diesem Zeitpunkt lassen sich Stücklisten (auch als Excel-File), Brückungsliste, Beschriftungsliste (auch als Excel-File oder *.csv), Zubehörliste und die farbige Zeichnung der Klemmenleisten (auch als *.dxf) ausgeben. Ist die Planungsphase abgeschlossen, kann der Schaltschrankbauer die Klemmenleisten und Tragschienen fertigen und mit dem Bestücken des Schaltschranks beginnen. Per Knopfdruck erzeugt wieplan eine direkte Bestellanfrage bei Wieland für komplett bestückte Klemmleisten. Auf Wunsch gibt es vorkonfektionierte, beschriftete und zum Einbau fertige Klemmleisten. Will der Anwender seine Klemmenleisten selbst bestücken, stellt die Beschriftung eine der größten Herausforderungen dar. Standardbezeichnungsschilder ermöglichen keine individuellen Bezeichnungsmöglichkeiten. Deshalb gibt es die Bezeichnungssoftware wiemarc und das Beschriftungssystem wieplott 500. Damit lassen sich verschiedene Größen von Reihenklemmenschildern sowie auch diverse Etiketten und Kabelmarkierer beschriften. Die Beschriftung für Reihenklemmen kann der Schaltschrankbauer direkt aus wieplan heraus generieren. Mit wieplott kann er optional eine Fräseinheit aufrüsten, die zweischichtige Kunststoffschilder, z. B. zur Schaltschrank- oder Verteilerkastenbeschriftung, gravieren kann.

Reihenklemmen in drei Anschlusstechniken

Mit den rationellen Möglichkeiten der Software muss auch die Hardwareklemme Schritt halten können. So bietet Wieland Electric auf der Produktseite ein umfangreiches Portfolio an Reihenklemmen bei freier Wahl der Anschlusstechnik. Die Schraubanschlusstechnik gilt als die weltweit bekannteste und am meisten akzeptierte Anschlusstechnik. Für diese Technik ausgelegt ist die Baureihe selos, mit der sich Verdrahtungen von 0,14 bis 240 mm² realisieren lassen. Die großen Kontaktflächen sorgen für einen geringen Durchgangswiderstand bei größtmöglicher, vom Querschnitt unabhängiger Kontaktkraft. Der elastische Klemmkörper ist rüttelsicher.

Wer auf den Federkraftanschluss setzt, der kann die Baureihe fasis verwenden. Bei diesen Reihenklemmen unterscheidet man zwischen der WKFN-Serie in Zugfedertechnik für den industriellen Bereich und der BIT-S-Serie in Steckfedertechnik für die Gebäudeinstallation. Die vibrationssichere Kontakttechnik ist im Bereich zwischen 0,14 und 35 mm² anschließbar.

Die IDC-Technologie (Insulation Displacement Connection) ermöglicht bei der Baureihe taris Verbindungen ohne vorheriges Abisolieren des Leiters und Anschlagen von Aderendhülsen. Eine Verbindungstechnik, die beim Verarbeiten als besonders wirtschaftlich gilt. Ausgelegt sind diese Klemmen für Anschlussbereiche bis zu 2,5 mm². Die Zeitersparnis gegenüber herkömmlichen Verdrahtungstechniken kann bis zu 60% betragen.(klu)

Sieben Vorteile, die beim Planen zählen:

- Anbindung an die CAE-Tools Eplan5 und Electric P8 von Eplan

- weltweiter Einsatz von Eplan-Engineering-Tools

- Die Reihenklemmen-Konfiguriersoftware wieplan ist nun eine offene Lösung

- der bidirektionale Datenaustausch ist möglich

- intuitive Benutzerführung

- komfortables, effektives Planen von Schaltschränken sowie

- Online-Updates bringen wieplan auf den aktuellen Stand

Dipl.-Ing. (BA) Paul Wielsch, Produktmanager Reihenklemmen, Wieland Electric, Bamberg.

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