Suchen

Technische Hochschule will Transrapid nach Bingen holen

| Redakteur: Katharina Juschkat

Die TH Bingen hat bei der Versteigerung des Transrapids TR 90 mitgeboten, um ihn mit Unterstützung aus der Region an der Hochschule auszustellen. Der Grund: In den 70er-Jahren studierte der Entwickler des Transrapids in Bingen.

Firma zum Thema

Der Präsident der TH Bingen, Prof. Klaus Becker, steht am möglichen Standort des Transrapids hinter dem Campus.
Der Präsident der TH Bingen, Prof. Klaus Becker, steht am möglichen Standort des Transrapids hinter dem Campus.
(Bild: TH Bingen)

Die Technische Hochschule Bingen hat bei dem Verkauf des Transrapids TR 90 ein Gebot abgegeben. Auch wenn auf den ersten Blick die Verbindung fehlt, erklärt die Hochschule, woher die Idee stammt: Der „Vater” des Transrapids, Günter Steinmetz, ist Absolvent der TH Bingen. In den 70er-Jahren hatte er dort Maschinenbau studiert. Steinmetz selbst hat über die Jahre Kontakt mit seiner Hochschule gehalten und unterstützt die Idee, dem Transrapid in Bingen eine neue Heimat zu geben: „Ich finde die Idee gut, denn meine technische Ausbildung war die Grundlage meiner Entwicklungen.“

Der Campus der Technischen Hochschule in Bingen am Rhein.
Der Campus der Technischen Hochschule in Bingen am Rhein.
(Bild: TH Bingen)

Bis zum 25. Oktober konnten die potentiellen Käufer ihr Gebot an das Verwertungsunternehmen des Bundes (Vebeg) einreichen. Die Technische Hochschule hat ein Gebot für eine Endsektion des zum Verkauf stehenden Transrapids TR 90 abgegeben. Es fanden sich ausreichend Sponsoren, um den Transport und die spätere Aufstellung finanziell zu sichern. „Das eigentliche Gebot ist ein symbolischer Betrag. Wir hoffen aber, dass wir mit unserer Begründung punkten können und die Entscheidung zugunsten der Hochschule fällt“, erklärt TH-Präsident Prof. Klaus Becker.

Ein Technik-Monument für die Region

Der TR 90 war das letzte in Deutschland entwickelte und auf der Strecke in Lathen getestete Fahrzeug. Er lief führerlos und erreichte Spitzenleistungen von 400 km/h. TH-Präsident Prof. Klaus Becker hat die atemberaubende Geschwindigkeit des Transrapids auf der Versuchsstrecke im Jahr 1999 bei einem Besuch selbst erlebt und ist überzeugt von der Technik. Allerdings sieht er auch die Schwierigkeiten eines solchen Systems: „Das Rad-Schiene-System hat einen Entwicklungsvorsprung von mehr als 150 Jahren und kann somit auf ein dicht ausgebautes Schienennetz zurückgreifen. Für den Transrapid müsste diese Infrastruktur erst geschaffen werden – was sicherlich eines der Killerkriterien für diese tolle Erfindung war.“

Günter Steinmetz beschäftigt sich nach wie vor mit der Schwebetechnik. Auch wenn das schwere Unglück 2006 in Lathen zunächst das Ende seiner Erfindung in Deutschland bedeutete. Er steht für Entwicklungen made in Bingen, ebenso wie viele andere Alumni der Hochschule, z.B. Gideon Sundback, der Erfinder des modernen Reißverschlusses oder Hugo Gernsback, der Begründer des Begriffs „Science Fiction“ – alles Ehemalige der Binger Hochschule. Mit dem Transrapid könnten die TH, die Stadt und die Region ein Technik-Monument setzen, das dem High-Tech-Potenzial der Region Rechnung trägt. (kj)

(ID:44359227)