Quantencomputing Trumpf setzt auf Quanten-Chips made in Germany

Redakteur: Peter Königsreuther

Im Rahmen einer heutigen Pressekonferenz erklärte Trumpf, warum man mehr Geld in das Quanten-Start-up Q.ANT stecken wird.

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Quanten-Chips aus Deutschland! Das ist das Ziel, das Trumpf mit erhöhten Investitionsanstrenungen in seine Töchter Q.ANT und Trumpf Photonic Components erreichen will. Q.ANT hat dafür sogar schon einen besonderes Verfahren entwickelt.
Quanten-Chips aus Deutschland! Das ist das Ziel, das Trumpf mit erhöhten Investitionsanstrenungen in seine Töchter Q.ANT und Trumpf Photonic Components erreichen will. Q.ANT hat dafür sogar schon einen besonderes Verfahren entwickelt.
(Bild: Trumpf / M. Stollberg)

Trumpf will durch erweiterte Investitionen in seine hundertprozentige Tochtergesellschaft Q.ANT aus Stuttgart-Vaihingen den Einstieg in die Entwicklung und Produktion von Quantencomputer-Chips sichern. Hergestellt werden sollen die Systeme übrigens in Ulm, wie zu erfahren war. Es gehe um einen zweistelligen Millionenbetrag. Q.ANT hat bereits ein Photonik-Chip-Verfahren in petto, durch das sich sehr spezielle Lichtkanäle auf üblichen Halbleiter-Chips aus Silizium applizieren lassen. Dem Start-up ist es laut Trumpf gelungen, die optische Welt der Quanten an die elektronische Welt anzubinden. Das erlaube es, dass heutige Großrechner mit Prozessoren erweitert werden können, die Quantentechnik nutzen. Das berge die Chance auf Quantencomputer-Chips made in Germany, wie Peter Leibinger, Chief Technology Officer von Trumpf anmerkte. So will man in spätestens fünf Jahren einen voll funktionsfähigen Quanten-Chip aus der Taufe heben.

Quanten-Chips bringen Vorteile für Rechenzentren

Tests hätten bewiesen, dass diese Quanten-Chips herkömmliche Computer in Rechenzentren aufrüsten können. Denn sie brauchen laut Leibinger weder eine aufwendige Kühlung noch müssten sie vor Vibrationen geschützt werden. Auch sei die Herstellung der Chips nach dem Q.ANT-Verfahren günstiger als die bisher verfolgte Art und Weise und es könne die benötigte Masse davon wirtschaftlich produziert werden. Es liefen schon Gespräche mit Unternehmen, um diese Alternative in die Praxis zu überführen. Bis das Geschäftsjahr 2022 beendet ist, soll es Q.ANT gelingen Chip-Komponenten für die Computer der Zukunft zu entwickeln, die Quanten erzeugen, führen und manipulieren. Dann will man den ersten Prototyp eines entsprechenden Quantencomputers angehen.

Weitere Trumpf-Investitionen werden im Zuge dessen auch dem anderen Tochterunternehmen Trumpf Photonic Components in Ulm zufließen. Die dort installierten Reinraumsysteme zur Herstellung von Laserdioden würden damit auch für die Herstellung von Quantencomputer-Chips angepasst.

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