Nachgefragt: 2 Experten zu TSN – Teil 2

TSN – der neue Superheld?!

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Wird OPC UA TSN die klassischen Feldbusse ersetzen? Und reicht TSN künftig alleine aus?

Thomas Brandl: Bei einer Übertragungsrate von 1 GB wird TSN die Performance heutiger Feldbusse erreichen und übertreffen. Wenn dafür kostengünstige Hardware und eine einfache Konfigurationslösung zur Verfügung steht, kommen weitere Vorteile wie z.B. der transparente Datenzugriff auf die Feldebene und die in OPC integrierten Security-Funktionen zum Tragen. Eine echtzeitfähige Kommunikationsverbindung ist für den herstellerübergreifenden Informationsaustausch allerdings noch nicht ausreichend. Wie bei einem Telefongespräch, ist neben einer funktionierenden Verbindung auch eine gemeinsame Sprache erforderlich. Bei den heutigen Feldbuslösungen stellen Applikationsprofile, beispielsweise für Antriebsdaten, I/O und Safety die gemeinsame Sprache dar. Deshalb wurden die Sercos Applikationsprofile vor wenigen Wochen von der OPC Foundation als Companion Standard freigegeben. Grundsätzlich sehe ich eine längere Übergangsphase, in der es darauf ankommt, dass sich die heutigen Feldbusse und OPC UA TSN optimal ergänzen.

Jürgen Hahnrath: Wir sehen ein starkes Wachstum der Ethernet-basierten Kommunikation auf Maschinen-Ebene. Aber auch die klassischen Feldbusse wachsen weiter, wenn auch deutlich langsamer. Auch aufgrund der langen Investitionszyklen und des installierten Bestands werden klassische Feldbusse auf absehbare Zeit weiterhin genutzt, aber durch steigende Anforderungen an die Kommunikation erweitert werden. Das wird am Endpunkt der Produktion die Entwicklung von TSN weiter vorantreiben. Wir sind überzeugt, dass OPC UA TSN als der zukünftige Standard für die industrielle Automatisierung und IIoT-Konnektivität gesehen werden kann.

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Über den Autor

 Sariana Kunze

Sariana Kunze

Fachredakteurin Automatisierung, Vogel Commnications Group GmbH & Co. KG