Interview: Mobile Equipment Turck macht sich fit für die mobile Automation

Autor / Redakteur: Ines Näther / Ines Stotz

Die mobile Automation ist immer mehr im Vormarsch und entwickelt sich zu einem bedeutenden Markt. Denn der Automatisierungsgrad in mobilen Maschinen steigt kontinuierlich. Turck reagiert darauf mit einem eigenen Branchenmanagement. Welche Ziele das Unternehmen damit verfolgt, haben wir bei Nils Watermann, dem Branchenmanager „Mobile Equipment“ nachgefragt.

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Nils Watermann, Branchenmanager Mobile Equipment, Turck: „Wir wollen uns der Mobile-Equipment-Branche noch stärker als potenzieller Lösungsanbieter präsentieren.“
Nils Watermann, Branchenmanager Mobile Equipment, Turck: „Wir wollen uns der Mobile-Equipment-Branche noch stärker als potenzieller Lösungsanbieter präsentieren.“
(Turck)

Herr Watermann, warum hat ein Sensor- und Feldbusspezialist wie Turck jetzt einen Branchenmanager für Mobile Equipment?

Wir sind schon seit rund 20 Jahren äußerst erfolgreich in der Branche, vor allem im Bereich der Landmaschinen. Aber auch Baumaschinenhersteller und Hersteller von Kommunalfahrzeugen zählen seit langem zu unseren Kunden. Diese Erfolge waren aber vom Engagement einzelner Personen geprägt. Um den Mobile-Equipment-Markt nun strategisch und strukturierter bedienen zu können, wurde die Position des Branchenmanagers geschaffen. So kann die strategische Ausrichtung in der gesamten Turck-Gruppe und im internationalen Vertrieb koordiniert und umgesetzt werden.

Welchen Anteil macht die mobile Automation im Vergleich zur industriellen Automation in Ihrem Unternehmen aus?

Wir haben im Jahr 2012 in etwa acht Prozent unseres weltweiten Gesamtumsatzes in dem Bereich getätigt.

Welche neuen Zielgruppen haben Sie dabei im Visier?

Zunächst geht es darum, die Marktsegmente weiter zu durchdringen, in denen wir schon Geschäftsbeziehungen haben. Das sind vor allem die Hersteller von Land- und Forstmaschinen, Bau- und Bergbaumaschinen sowie die Hersteller von Kommunalfahrzeugen wie beispielsweise Feuerwehrfahrzeuge und Müllfahrzeuge. Daneben werden wir auch Marktsegmente angehen, die wir bislang noch nicht so intensiv betreut haben, wie etwa den Bereich der Logistik-Fahrzeuge, der Schienenfahrzeuge oder der Busse.

Welche regionalen Märkte adressieren Sie?

Der höchste Grad an Automatisierung der Maschinen ist natürlich in den Regionen Europa und Nordamerika zu finden, aber auch die BRIC-Staaten bieten ein hohes Absatzpotenzial für unsere Produkte. Turck ist ein international tätiges Unternehmen und als solches haben wir den Anspruch und die Fähigkeiten, alle Regionen der Welt zu bedienen.

Nun sind die Einsatzbedingungen mit Staub, grobem Schmutz, Feuchtigkeit, Hitze, Kälte oder extremen mechanischen Belastungen in der mobilen Automation besonders hart. Wie fließt das in Ihre Produktentwicklung ein?

Zu den von Ihnen genannten Einsatzbedingungen kommen auch noch Anforderungen an eine erhöhte EMV-Festigkeit, chemische Resistenz und UV-Festigkeit, die die Ansprüche der industriellen Automation übertreffen können. Es gibt allerdings auch industrielle Anwendungen, die ähnliche Produkteigenschaften fordern. Dadurch, und durch die Verwirklichung kundenspezifischer Produkte und Lösungen im ME-Bereich konnten wir einige Erfahrungen sammeln, die wir nun in die Entwicklung von Standardprodukten für den ME-Markt einfließen lassen können.

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