Interview: Mobile Equipment

Turck macht sich fit für die mobile Automation

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Welche Produkte bieten Sie im Bereich Mobile Equipment an?

Momentan wird ein Großteil des Umsatzes im ME-Markt mit induktiven Näherungsschaltern und Verbindungsleitungen getätigt. Wir bieten gegenwärtig vornehmlich Produkte aus dem Bereich Positionssensorik, und zwar Winkelsensoren und Drehgeber, sowie Neigungssensoren mit speziellen Eigenschaften und Zulassungen, wie beispielsweise der e1-Zulassung, an. Im Grunde genommen kann aber jedes unserer Produkte für den ME-Markt verwendet werden, wie die Praxis zeigt. Der Mobile-Equipment-Markt ist sehr weit gefasst und sehr vielseitig, die Anforderungen aus den verschiedenen Segmenten können stark unterschiedlich sein. Wir haben daher auch Kunden, die Standardprodukte im Mobile-Equipment-Bereich einsetzen und damit sehr zufrieden sind.

Welche Sensortrends werden Ihrer Meinung nach in der mobilen Automation an Bedeutung gewinnen?

Sensoren sind ein elementarer Bestandteil der Automation, sie erfassen maschineninterne und -externe Zustände und bilden so die Basis für eine effiziente Automation. Um mobile Maschinen leistungsfähiger zu machen, müssen beispielsweise Positionen und Lagen der Maschinenteile genauer erfasst werden als zuvor. Daher wird sich der Trend weiter verschieben, von der einfachen Erfassung der Endlagen hin zu einer kontinuierlichen und berührungslosen Positionserfassung. Die berührungslos arbeitenden Systeme sind verschleißfrei und erhöhen somit die Ausfallsicherheit, gerade bei den im ME-Markt üblichen rauen Umgebungsbedingungen. Durch eine kontinuierliche Erfassung können Arbeitsabläufe zudem präziser gesteuert werden, was wiederum die Effizienz der Maschinen erhöht.

Neben der Sensortechnik ist die Feldbustechnik ein wesentlicher Bestandteil des Turck-Portfolios. Gibt es auch in diesem Bereich passende Lösungen für die mobile Automation?

Natürlich gibt es die. Unsere flexiblen Feldbus-I/O-Blockmodule in IP69K der Baureihe BL compact weisen Eigenschaften auf, die für den mobilen Einsatz ideal sind, wie etwa der erweiterte Temperaturbereich von -40 bis 70 °C oder die robuste Bauweise. Selbstverständlich sind diese Produktlinien auch CANopen-fähig.

CAN ist ja die dominierende Netzwerktechnologie, wenn es um die Kommunikation in mobilen Arbeitsmaschinen geht. Ethernet wird hier bisher vor allem zum Programmieren und für die Inbetriebnahme verwendet. Spielt auch die Fahrzeugvernetzung schon eine Rolle?

Momentan werden die Fahrzeuge noch mit dem CAN-Bus vernetzt, aber zumindest gedanklich setzt sich die Branche mit dem Thema Highspeed-Netzwerke bereits auseinander. Der CAN-Bus bietet für die immer höher werdenden Datenflut auf den Fahrzeugen nicht mehr genug Ressourcen, weswegen bereits jetzt schon die Vernetzungen mit CAN in einer Multiple-Layer-Architektur designt werden. Dass es letztendlich auf ein Ethernet-basiertes Highspeed-Netzwerk hinausläuft, ist sehr wahrscheinlich. In der Fabrikautomation setzen sich momentan fünf Ethernet-Protokolle durch, die jeweils ihre Stärken und Schwächen haben. Ob sich in der mobilen Automation überhaupt eines davon etabliert, und wenn ja, welches, lässt sich zum heutigen Zeitpunkt schwer sagen.

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