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VDMA Nachwuchspreis Virtual Reality: Maschinen über die eigene Handfläche steuern

| Redakteur: Sariana Kunze

Wie kann man eine Maschine in einer Virtual-Reality-Anwendung ganz ohne Tastatur und Bediengeräte präzise steuern? Für diese Frage fand Dominic Gottwalles in seiner Masterarbeit im Fach Medieninformatik an der Saar-Uni eine Lösung. In Zusammenarbeit mit Centigrade entwickelte er eine virtuelle Industrieumgebung, in der Probanden eine Maschine virtuell über die eigene Handfläche steuerten.

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Maschinen virtuell auf der eigenen Handfläche steuern. Für diese Frage fand Dominic Gottwalles in seiner Masterarbeit im Fach Medieninformatik an der Saar-Uni eine Lösung, die vom VDMA mit dem Nachwuchspreis „Digitalisierung im Maschinenbau“ ausgezeichnet wurde.
Maschinen virtuell auf der eigenen Handfläche steuern. Für diese Frage fand Dominic Gottwalles in seiner Masterarbeit im Fach Medieninformatik an der Saar-Uni eine Lösung, die vom VDMA mit dem Nachwuchspreis „Digitalisierung im Maschinenbau“ ausgezeichnet wurde.
(Bild: Saar-Uni, Medieninformatik)

In der Industrie sind zunehmend innovative Technologien gefragt, die auf virtuellen Anwendungen beruhen – beispielsweise, um Maschinen zu steuern oder zu warten. Eine zentrale industrielle Anwendung von Virtual Reality hat Dominic Gottwalles als Medieninformatik-Student bei Informatik-Professor Antonio Krüger an der Universität des Saarlandes untersucht: „Bei der Konfiguration von Maschinen ist die Eingabe numerischer Werte essentiell. In meiner Masterarbeit wollte ich daher untersuchen, welche Möglichkeiten es gibt, Zahlenwerte in einer virtuellen Umgebung einzugeben.“ Daraus resultierte ein Konzept, das die Eingabe alleine mit den Händen des Benutzers ermöglicht. Das sei wichtig, um die Anwender nicht mit zusätzlichen Steuergeräten zu belasten, erklärt der Master-Absolvent, der seine Abschlussarbeit in Kooperation mit der Firma Centigrade angefertigt hat.

Usability der virtuellen Industriehalle überprüft

Mithilfe des Unternehmens setzte Gottwalles das von ihm entwickelte Konzept in einen Prototypen um: Als Test-Szenario entwarf er eine virtuelle Industriehalle mit Produktionsband, das aus mehreren Stationen bestand. An jeder Station mussten Probanden die Produktion durch die Eingabe von Zahlenwerten steuern. Dabei konnten sie über eine Brille eine virtuelle Repräsentation ihrer Hand mit abgebildetem Ziffernblock sehen und die entsprechenden Tasten durch Berührung der Handfläche auslösen. „Auf diese Weise ließen sich unter anderem die Benutzerfreundlichkeit und Leistungsfähigkeit des Prototypen beurteilen“, resümiert Dominic Gottwalles. Die Ergebnisse zeigten, dass es Sinn mache, die Steuerung über die Handfläche für industrielle Anwendungen weiterhin zu erforschen und zu erproben.Seine Ergebnisse überzeugten nicht nur die VDMA-Jury, sondern auch das Unternehmen Centigrade. Am Standort München der Firma arbeitet Dominic Gottwalles inzwischen als Softwareentwickler bei der Entwicklung moderner Benutzeroberflächen in zahlreichen Kundenprojekten mit.

Digitale Transformation im Maschinenbau gefördert

Der VDMA-Fachverband Software und Digitalisierung hatte den Preis erstmals ausgeschrieben, um „herausragende Abschlussarbeiten“ auszuzeichnen und die digitale Transformation im Maschinenbau zu fördern. Von Mai bis September konnten Professoren Studenten aus den Fachbereichen Informatik und Ingenieurswesen vorschlagen. Insgesamt 26 Absolventen von 21 deutschen Hochschulstandorten wurden auf diese Weise nominiert. In der Kategorie „Masterarbeit“ erhielt Dominic Gottwalles den ersten Preis, Lars Kistner von der Universität Kassel wurde für seine Bachelorarbeit prämiert.

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