Halbautomatische Kabelmarkierung

Wickelgüter sekundenschnell bedruckt und appliziert

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Weniger Etikettengrößen

In Vorgesprächen wurden die Anforderungen an Formate und Materialien der Etiketten spezifiziert – wie UL-Zulassung und Abriebfestigkeit. Dann kam ein Testgerät in die Fertigung nach Verden. Über einen Zeitraum von zwei Wochen wurden unterschiedliche Leitungen und Kabeloberflächen getestet. Dabei verhielt sich das Brady-Standardmaterial B-427 für die zu verarbeitenden, nicht sehr glatten Kabel-Oberflächen zufriedenstellend. Das selbstklebende Vinylmaterial ist eine Kombination aus weißem Bedruckfeld und transparentem, dauerhaften Schutz-Laminat gegen Wasser, Öl und Lösungsmittel.

Die früheren acht verschiedenen Etikettengrößen konnten durch Brady jetzt auf zwei reduziert werden: eine Standardgröße für Kabeldurchmesser von 3 und 4 mm und eine Brady-Sonderanfertigung für 6 bis 12 mm. Die Höhe des bedruckbaren Bereichs lässt sich zu einer bis zu acht Mal wiederholten, allseits lesbaren Rundum-Kennzeichnung erweitern.

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Einfach angelernt

Verarbeitet werden bei Block Kabel und Leitungen mit Querschnitten von 0,75 bis 16 mm². Der Schwerpunkt, von den Stückzahlen her, liegt zwischen 2,5 und 6 mm². Der Durchsatz wird mittelfristig, schätzt der Produktionsleiter, 200.000 Etiketten pro Jahr erreichen.

Das ist ein beachtliches Volumen, das von drei entsprechend eingewiesenen Mitarbeitern in einschichtiger Job-Rotation mit einem Wraptor-System ohne weiteres bewältigt wird. „Der Anlern-Prozess ist einfach und dauert nicht länger als eine halbe Stunde: Die Kabel werden eingelegt, dann löst ein Berührungsschalter den Appliziervorgang aus“, beschreibt Jörg Mindermann den Prozess.

Die Kennzeichnung besteht aus einem achtstelligen alphanumerischen String: Artikelnummer, Leitungskennzeichnung und Fertigungsnummer. Erstellt werden die Beschriftungen auf einem per USB-Kabel angeschlossenen PC, der mit der von Brady gelieferten LabelMark3 Software unter Windows läuft. Anschließend werden die fertigen Schriftbilder in den 2GB Flash-Speicher des Wraptor überspielt. Grafiken oder Logos werden derzeit nicht eingesetzt.

Der Bediener wählt für jeden Job anhand seiner Fertigungsunterlagen das passende Etikett im Touch-Screen aus. Die Position des Etiketts auf dem Kabel ist von der Entwicklungsabteilung festgelegt. Am Wraptor wird dies über einen entsprechenden mechanischen Anschlag eingestellt. Beim Einlegen des Etikettenmaterials erkennt er sämtliche Daten wie Breite, Höhe (Länge) oder Seitenränder des Etiketts. Auch entfällt das mühsame und oft teure Kalibrieren oder Längeneinmessen der Etiketten, das bei herkömmlichen Thermotransferdruckern die Regel ist. Die eingebaute Farbband-Sparfunktion reduziert den Verbrauch um bis zu 70 Prozent, insbesondere wenn ein selbstlaminierender Kabelmarkierer (kurzes Schriftfeld und langer transparenter Teil) verwendet wird.

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