Mobiler Kabel-Wagen Wie ein Butler-Wagen die Montage vereinfacht und wankende Liefertermine vermeidet

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Die richtige Ware in der richtigen Qualität zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Das sind die Anforderungen an ein erfolgreiches Logistik-System. Schnell zeigt sich aber: Immer die richtige Leitung zur Hand zu haben ist vor allem für Maschinenbauer oft eine Herausforderung. Darum hat Murrelektronik den Kabelbutler entwickelt.

Der Kabelbutler wird direkt in die Montagehalle gefahren. Auf dem Wagen befinden sich alle Kabel, die für die Montage benötigt werden.
Der Kabelbutler wird direkt in die Montagehalle gefahren. Auf dem Wagen befinden sich alle Kabel, die für die Montage benötigt werden.
( Archiv: Vogel Business Media )

Oft sind benötigte Längen und Anschluss-Bauformen von Leitungen erst bei der Installation zu erkennen. Dann ist es zu spät, um sie schnell zu bestellen. Darum bauen sich viele Unternehmen hohe Lagerbestände auf, was die Beschaffungs- und Lagerhaltungskosten — bei meist niedrigen Umschlagszahlen — steigen lässt. Weiteres Problem: Der Installateur muss sich im Lager für die voraussichtlich benötigten Kabel entscheiden und fährt sie auf einem Kommissionierwagen gesammelt zur Montage. Verschätzt er sich, kostet das Zeit. Alternativ könnte er ein einseitig konfektioniertes Kabel zuschneiden und einen selbstanschließbaren Stecker anbringen. Aber das kann später auch noch zu Qualitätsproblemen führen.

Zudem wird in der Beschaffung häufig auf Werte aus der Vergangenheit zurückgegriffen. Dabei ist keineswegs sicher, dass sich Bedarfszahlen in Zukunft nicht verändern. Und: Gelegentlich entsteht zwischen der Entnahme auf Verdacht und dem späteren Ausbuchen eine Differenz zwischen Systemwerten und tatsächlich vorhandenen Teilen. Im schlimmsten Fall wird zu spät bestellt. Dann ruht die Montage.

Mobiles Lager verbessert Produktionsabläufe

Die im Kabelbutler aufbewahrten Kisten sind mit jeweils der Anzahl an Artikeln befüllt, die während der Wiederbeschaffungszeit eines leeren Kartons benötigt wird. Mit einem mitgelieferten Scanner lassen sich per Barcodes leere Kisten direkt in der Montage auslesen. Die daraus generierte Bestellung wird über den Murrelektronik-Onlineshop bequem in die Wege geleitet — was eine frühzeitige Nachbestellung gewährleistet und so Stillstände in der Montage vermeidet. Und den Lagerbestand nicht — am reellen Bedarf vorbei — erhöht.

Der Kabelbutler in der Praxis

Seit Sondermaschinenbauer Fostron den Kabelbutler einsetzt, hat der Monteur hat stets den passenden Vorrat an Kabeln, Leitungen und Steckern parat, die in den Maschinen und Anlagen benötigt werden. Das vereinfacht seit einem halben Jahr sowohl die Montage als auch die Projektierung und vermeidet wankende Liefertermine. „Nun brauchen wir uns bei der Projektierung nicht mehr damit zu befassen, wie lange die Kabel sein müssen, welche Typen und welche Anzahl wir benötigen. Damit beschäftigen wir uns erst beim Bau der Maschine. Wir stellen den Kabelbutler direkt daneben und der Monteur nimmt genau die Kabel vom Wagen, die am besten geeignet sind. Nichts fehlt, und nichts ist zu viel. Alles geht sehr schnell“, berichtet Vítezslav Valtr, der bei Fostron für die Elektroprojektierung zuständig ist. Dass es zu keinen Verzögerungen bei der Montage mehr gekommen ist, seitdem Fostron mit dem Kabelbutler arbeitet, bestätigt auch Radomír Hrouda, Direktor der Division Sondermaschinen. „Besonders erfreulich ist, dass die Schwierigkeiten mit dem Liefertermin an die Endkunden der Vergangenheit angehören.“ So hat der mobile Wagen nicht nur die Logistik verbessert, sondern sich auch aus ökonomischer Hinsicht bewährt.

Sondermaschinenbauer Fostron

Seit 40 Jahren stellt Fostron aus Tschechien Sondermaschinen her. Das Unternehmen gehört zur Motor Jikov Group, deren Kunden vor allem aus dem Automobilsektor stammen. Die selbst konstruierten Maschinen eignen sich zur Bearbeitung von Guss- und Schmiedeteilen und kommen auch in kompletten Montagestraßen zum Einsatz. Sie sind für den halb- und vollautomatischen Betrieb bestimmt, führen eine Anwesenheitskontrolle der zu montierenden Teile sowie eine Funktionsprüfung der montierten Erzeugnisse durch. Pro Jahr werden etwa 30 Anlagen und Maschinen gefertigt. Fostron konzentriert sich seit einigen Jahren verstärkt auf die Entwicklung von Elektroinstallationen und Steuerungen für die Sondermaschinen. Dabei kommen Komponenten von Murrelektronik zum Einsatz, etwa passive Verteilersysteme oder Feldbustechnologie.

Mit einem Scanner werden die Barcodes der Kisten gelesen, woraus sich eine rechtzeitige Bestellung generieren lässt. (Archiv: Vogel Business Media)

Abhilfe schafft nun der Kabelbutler — ein mobiles Lager — von Murrelektronik, der einfach vor Ort in die Montagehalle gefahren wird. Ausgestattet mit einem Standardsortiment an Kabeln und Steckverbindern, soll er unnötige Variantenvielfalt vermeiden und damit dem konkreten Bedarf entsprechen. Dieses Sortiment erstellt der Maschinenbauer in Zusammenarbeit mit den Systemberatern von Murrelektronik.

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