Steckverbinder

„Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sind kein Widerspruch"

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Ralf Klein, Geschäftsführer Harting Electronics(Bild:  Harting)
Ralf Klein, Geschäftsführer Harting Electronics
(Bild: Harting)

Kommen wir zu Single Pair Ethernet: Mit den Partnern aus dem SPE industrial partner network hat Harting im letzten September eine Produktdatenbank veröffentlicht. Könnten Sie dazu bitte die Hintergründe erläutern?

Ralf Klein: Single Pair Ethernet ist ein vollständig neuer Physical Layer und stellt damit ein eigenständiges Ecosystem. Zwar basiert es, wie der Name schon sagt, auf dem Ethernetprotokoll, jedoch bedarf es eigener Steckverbinder, Kabel, Chips, Magnetics und aller weiteren Komponenten. Noch dazu ist SPE gänzlich neu und Anwender müssen sich erst einen Überblick über Lösungen und Anwendungsfälle verschaffen. Harting hat mit dem IEC 63171-6 Standard einen wichtigen Orientierungspunkt für die Hardware und das internationale Steckgesicht gesetzt. Es gibt mittlerweile 60 führende Unternehmen im SPE Industrial Partner Network, die alle Lösungen für das gesamte SPE Ecosystem anbieten. Das Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, die Technologie zu fördern und zu verbreiten, Wissen zu vermitteln und damit die Digitalisierung voranzutreiben. Die Produktdatenbank bietet Anwendern alle notwendigen Komponenten aus einer Hand und gibt schnell einen Überblick über Hersteller und Lösungen. Damit entfällt das Zusammensuchen der einzelnen SPE Komponenten. Das vereinfacht den Einsatz der Technik und beschleunigt Design-In Projekte.

Inwieweit trägt die SPE-Technologie zu mehr Nachhaltigkeit in der deutschen Industrie bei?

Ralf Klein: Die Einsparung von Energie in der Industrie, ist eng mit neuen Konzepten der Digitalisierung verbunden. Es ist nötig einen lückenlosen Überblick darüber zu erhalten, wo welche Energieaufwände von der Feldebene bis zur Cloud nötig sind. Dafür müssen deutlich mehr Daten erhoben, weitergeleitet und bearbeitet werden. Hier schließt SPE die Ethernet-Lücke ins Feld und ermöglich ressourcensparend den Einsatz von leistungsfähiger Dateninfrastruktur für bessere Sensorik/Aktorik. OT wächst mit IT zusammen und smarte Software hilft Energieverbräuche sichtbar zu machen und zu optimieren.

Herr Klein, Sie sagten, dass die Etablierung der SPE-Technologie ein Veränderungsprozess ist, der noch eine Weile andauern wird. Wann wird die Technologie in der Industrie angekommen sein und welche Voraussetzungen müssen dafür geschaffen werden?

Ralf Klein: Die Technologie ist bereits in der Industrie angekommen. Sie war es spätestens, als die ersten Projekte zur Standardisierung gestartet sind und Hersteller in die Entwicklung von Produkten gegangen sind. Man muss aber immer wieder betonen: SPE ist ein neuer Physical Layer! Nicht einfach eine Komponente, die sich beliebig tauschen lässt. Bis das gesamte Ecosystem, gerade bei den elektronischen Komponenten verfügbar war, hat es seine Zeit gedauert. Das Potenzial von SPE haben schon viele, aber noch lange nicht alle Unternehmen erkannt. Und auch dann dauert es seine Zeit, bis die zusätzlichen Möglichkeiten von SPE in Bezug auf die eigene Fertigung identifiziert sind und eine Entscheidung für einen Systemwechsel oder ein Design-IN Projekt fällt.

Einen ganz herzlichen Dank für das Interview!

 

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