Sigmatek

30 Jahre gute Ideen für die Automatisierung

| Autor / Redakteur: Ingrid Traintinger* / Ines Stotz

Modas heißt die erste Steuerungsgeneration aus dem Hause Sigmatek.
Modas heißt die erste Steuerungsgeneration aus dem Hause Sigmatek. (Bild: jam-design.cz - Fotolia/ Sigmatek)

Der Salzburger Automatisierungstechnikhersteller Sigmatek hat in drei Jahrzehnten einige richtungsweisende Produkte und Technologien entwickelt, die die Automatisierungstechnik geprägt haben.

Der amerikanische Traum startet ja bekanntlich in der Garage, der von Sigmatek sozusagen im Schlafzimmer. „Da in unserem Haus das Schlafzimmer am leichtesten auszuräumen war, haben wir dort unsere erste Produktionsstätte eingerichtet“, erzählt ein schmunzelnder Andreas Melkus, der das Unternehmen gemeinsam mit Theodor und Marianne Kusejko 1988 gründete. Heute ist Sigmatek ein mittelständisches Unternehmen mit 550 Mitarbeitern, das international führend ist im Bereich Automatisierungs-Systemlösungen. Lag der Schwerpunkt am Anfang noch in der Steuerungstechnik, ist das Produktspektrum im Laufe der Jahre gewachsen und umfasst inzwischen alle Disziplinen der Automatisierungstechnik inklusive Motion und Safety. Das Erfolgsrezept heißt: hohe Lösungskompetenz und umfassendes Maschinen- bzw. Engineering-Know-how. Da alle Schlüsselkomponenten im eigenen Haus entwickelt und gefertigt werden, ist kundenspezifische Hardware in kürzester Zeit realisierbar.

Fortschrittlich in Sachen Steuern, Bedienen und Kommunikation

Bereits im Gründungsjahr kommen das erste eigenentwickelte Steuerungssystem Modas und die Software PG 20 auf den Markt. „Modas ermöglichte es dem Anwender, Steuerung, Motion und Visualisierung in einer gemeinsamen Entwicklungsumgebung umzusetzen. Das war im Jahr 1988 sicherlich noch nicht Stand der Technik. Weiters ist es uns zu dieser Zeit bereits gelungen, mit Asynchronmotoren und Frequenzumrichtern geregelte Antriebe zu verwirklichen, wobei die Regelung schon damals in der Steuerungs-CPU lief“, erinnert sich Andreas Melkus.

Im Komplettpaket steckt der Mehrwert für den Kunden

Interview mit Sigmatek

Im Komplettpaket steckt der Mehrwert für den Kunden

02.06.14 - Seit 25 Jahren entwickelt und produziert der Sigmatek komplette Automatisierungssysteme für den Maschinen- und Anlagenbau. Das Unternehmen mit Sitz in Lamprechtshausen, in der Nähe von Salzburg, bezeichnet sich selbst bescheiden als Zulieferer für seine Kunden. Dahinter steckt aber wesentlich mehr – Elektrotechnik-Redakteurin Ines Näther sprach mit Andreas Melkus, einem der Geschäftsführer. lesen

Zudem beschäftigt sich das kleine Team intensiv mit Grafikgeräten da zu dieser Zeit in der Automatisierungstechnik gerade ein Umbruch im Gange war – weg vom reinen Textterminal hin zu Grafikterminals. 1991 präsentiert Sigmatek sein intelligentes Grafik-Bedienterminal (IBED).

Im Jahr 1993 setzen die Salzburger Automatisierer auf das richtige Pferd. Sigmatek nutzt als Erster in der Branche den CAN-Bus zur Vernetzung und Kommunikation bei seiner Modas-SPS.

Mit der zweiten Steuerungsgeneration Dias in Kombination mit dem Dias-Bus und der LWL-Übertragung revolutioniert das Unternehmen 1996 die Steuerungstechnik: Neben einer lokalen Anordnung ermöglicht Dias erstmals auch eine dezentrale Anordnung der SPS-Module. Der Dias-Bus schafft mehr als 2,5 Mio. I/Os pro Sekunde und ist damit für viele Jahre das schnellste Netzwerk in der Automatisierung.

Vor fast 20 Jahren: Erster mit OOP

OOP… was? Ja, objektorientierte Programmierung war im Jahr 2000 in der Automatisierungsbranche noch ein Fremdwort. Nicht so für Sigmatek. Als erster Automatisierungshersteller setzen die Salzburger auf den neuen Trend und präsentieren mit Lasal eine Software für die objektorientierte Programmierung mit Client-Server Technologie und grafischer Darstellung. Einmal erstellte Software lässt sich dank Objektorientierung einfach wiederverwenden. Heute 18 Jahre später lassen sich mit der erprobten Engineering-Umgebung alle Automatisierungsaufgaben durchgängig realisieren: Projektierung, Steuerungs-Programmierung, Visualisierung, Motion Control, Safety, Simulation, Inbetriebnahme, Service, Diagnose und Fernwartung von Maschinen und Anlagen.

Und Lasal geht mit der Zeit: Das Toolset macht modulares, mechatronisches Engineering möglich und stellt mit den Add-Ons einsatzbereite Templates zur Verfügung, die die Erstellung der Applikationssoftware um bis zu 70 Prozent verkürzen. Diese sind wie Wizards aufgebaut, enthalten alle nötigen Programm- und Darstellungselemente in verschiedenen Auflösungen und für viele Maschinenfunktionen verfügbar – so beispielsweise für CNC, Deltaroboter, Linearroboter, Achsansteuerung, Pick & Place, OPC UA, VNC, Temperaturkontrolle, PID-Regler, Benutzerverwaltung, Diagnose, Data Analyzer und Rezeptverwaltung.

Kompetenz für komplette Lösungen

Mit der Übernahme der Drivetechnologie und Entwicklungsabteilung von Sdrive verstärkt Sigmatek 2008 seine Kompetenz in der Antriebstechnik und produziert auch die Servodrives im eigenen Haus. 2010 folgt programmierbare Safety als integraler Systembestandteil, womit die Salzburger zum Komplettlösungsanbieter avancieren.

2013 präsentieren sie die jüngste Generation ihres Automatisierungssystems: S-Dias. Mit nur 63 mm² pro Kanal weist es die bis dato höchste Packungsdichte am Markt auf und bietet neben Steuerungs-CPUs und vielfältigen I/O- und Motion-Modulen auch eine schlanke, freikonfigurierbare Safetylösung – schnell, vibrationsfest und alles vereint in der Entwicklungsumgebung Lasal. Diese bietet mit dem Machine Manager ein Tool, das eine übersichtliche Darstellung der einzelnen Software-Projekte in einer Maschine bzw. Anlage ermöglicht und die Kommunikation der verteilten Intelligenzen in Mehr-CPU-Applikationen regelt.

Denn Sigmatek setzt – ganz im Sinne von Smart Factories – auf verteilte Intelligenzen, die eine Modularisierung der Maschine ermöglichen. Die Anwendung wird in funktionale Einheiten unterteilt, die mit der entsprechenden Rechenleistung ausgestattet und flexibel kombiniert werden können. Für die Kommunikation im Maschinenverbund und mit ERP/MES-Systemen bzw. bis in die Cloud nutzt das Unternehmen das OPC-UA-Kommunikationsprotoll.

Das Motto von Sigmatek: „Go for the goal 4.0“

Automatica 2018

Das Motto von Sigmatek: „Go for the goal 4.0“

16.05.18 - Sigmatek präsentiert auf der Automatica 2018 in München verschiedene Neuigkeiten. Dazu zählen beispielsweise die leistungsstarke und flexible CPU-Einheit CP 731, die den parallelen Betrieb von zwei Echtzeit-Ethernet VARAN-Managern mit unterschiedlichen Taktzeiten und individueller Zuordnung von Tasks gestattet. lesen

Erfolgsrezept: Dem Kunden praktischen Mehrwert liefern

Die Automatisierungstechnik hat bei den technologisch führenden Anbietern, zu denen auch Sigmatek zählt, einen sehr hohen Standard erreicht. Themen, die die Automatisierungstechnik auch in den nächsten Jahren beschäftigen werden, sind Miniaturisierung, Usability-Konzepte und ressourcenschonende Produktion.

Dass die Salzburger Innovationsschmiede einen Riecher für Trends hat, zeigt das neue Wireless Multitouch-Bediengerät mit Safety-Funktionen über WLAN. Der Maschinenbediener verfügt über Bewegungsfreiheit und kann mehrere Maschinen- oder Anlagenteile mit nur einem Panel komfortabel und dabei sicher bedienen. Das stete Streben danach, seinen Kunden einen praktischen Mehrwert zu liefern, ist einer der Erfolgsfaktoren von Sigmatek. Das Unternehmen steht seit 30 Jahren für langjährige, krisenfeste und enge Zusammenarbeit mit seinen Partnern.

Die Leidenschaft für die Technik, das Ausmachen von Trends und das Umsetzen eigener Ideen verbindet Sigmatek mit der elektrotechnik AUTOMATISIERUNG. Wir freuen uns auf die nächsten zehn gemeinsamen Jahre!

* Ingrid Traintinger, Sigmatek

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