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Thyssen Krupp

Aufzugstechnik: Linearmotor statt Seil

| Redakteur: Robert Weber

Thyssen Krupp vermeldet einen Gewinn und bei den Aufzüge wollen die Essener Ingenieure in Zukunft Transrapid-Technik einsetzen. Die Entwickler verzichten zukünftig auf die Seile bei den Aufzügen. Spitzenlasten sollen der Vergangenheit angehören.

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(Bild: Thyseen Krupp )

Der Industriekonzern kämpfte in der Vergangenheit mit vielen negativen Schlagzeilen und macht nun technologisch wieder auf sich aufmerksam. Die Mitarbeiter setzten erstmals Linearmotoren an Aufzugskabinen ein und übertragen Nahverkehrskonzepte mit Haupt- und Zubringerstrecken auf den Personentransport innerhalb von Gebäuden. Das Versprechen: Die Multi-Aufzugstechnologie erhöht Beförderungskapazitäten und Effizienz bei gleichzeitiger Senkung des Platzbedarfs. Zusätzlich gehören Spitzenlasten beim Stromverbrauch durch anfahrende Aufzüge der Vergangenheit an, heißt es in einer Pressemitteilung. Durch mehrere Kabinen im gleichen Schacht, die sich vertikal und erstmals auch horizontal bewegen, sind unterschiedliche Höhen, Formen und Nutzungskonzepte von Gebäuden möglich. Der erste Multi-Prototyp wird ab 2016 getestet.

Transrapid-Technik fürs Haus

Die Entwickler sind stolz auf ihre Technik. Sie schwärmen: Der lang gehegte Traum von mehreren, unabhängig voneinander fahrenden Kabinen im gleichen Aufzugsschacht wird durch den Antrieb per Linearmotor nun Realität. Der Transrapid von Thyssenkrupp liefert das nötige Know-how zu dieser Technologie. Ähnlich wie im Paternoster können mit Mutli-Aufzüge mehrere selbstfahrende Aufzugskabinen pro Schacht in einem Umlaufsystem betrieben werden. Dadurch erhöht sich die Beförderungskapazität in einem Schacht um bis zu 50 % und der Platzbedarf des Aufzugs in einem Gebäude kann um die gleiche Größe reduziert werden. Das seillose System erhält ein sicheres, mehrstufiges Bremssystem und eine berührungslose Energieübertragung (IPT) vom Schacht auf die Kabine. Die neue Aufzugsgeneration benötigt somit kleinere Schächte als herkömmliche Aufzüge und kann im Vergleich die Nutz- und Wohnfläche eines Gebäudes um bis zu 25 % erhöhen. Die Erhöhung der Gesamteffizienz schlägt sich auch in einem geringeren Bedarf an Fahrtreppen und zusätzlichen Aufzugsschächten nieder: D

Beim Multi-Aufzug kommt das Steuersystem und die Sicherheitsmerkmale des TWIN-Systems von ThyssenKrupp zur Anwendung. Der Aufzug wird jedoch darüber hinaus um neue Elemente ergänzt: Bei der Entwicklung von Kabine und Türen kommen neue Materialien in Leichtbauweise zum Einsatz. Das führt zu einer Senkung des Gewichts um 50 % im Vergleich zu Standardaufzügen. Der neue Linearantrieb ermöglicht dazu die horizontale und vertikale Bewegung des Aufzugs. Der Personen- und Lastenbeförderer bewegt sich in einem Umlaufsystem mit einer Geschwindigkeit von bis zu fünf Meter pro Sekunde. Dadurch erhalten Passagiere alle 15 bis 30 Sekunden Zugang zu einer Aufzugskabine.

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