Energieführungsketten Biegen im flotten Takt: effiziente Rohrbearbeitung nach Maß

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Kundenspezifische Entwicklungen für Rohre – dafür steht Transfluid aus dem südwestfälischen Schmallenberg. Als „Technik hinter der Technik“ leisten Energieführungsketten von Tsubaki Kabelschlepp dabei einen unauffälligen, aber unverzichtbaren Beitrag zur Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Rohrbearbeitungssysteme.

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In den transfluid-Fertigungszellen sorgen Uniflex Advanced-Energieführungsketten von Tsubaki Kabelschlepp für die perfekte Kabelführung an allen beweglichen Achsen.
In den transfluid-Fertigungszellen sorgen Uniflex Advanced-Energieführungsketten von Tsubaki Kabelschlepp für die perfekte Kabelführung an allen beweglichen Achsen.
(Bild: Transfluid)

Die Bandbreite der von Transfluid kundenspezifisch entwickelten Lösungen reicht von Maschinen zum Biegen, Umformen oder Trennen von Rohren bis hin zu intelligenten, schnittstellenfreien Automationssystemen mit automatisierten, perfekt aufeinander abgestimmten Prozessabläufen.

Am Anfang jeder Lösung stehen die speziellen Anforderungen des Auftraggebers – wie dem Maschinen- und Anlagenbau über die Automobil- und Möbelindustrie bis hin zum Schiffs- oder Geländerbau. Entsprechend vielfältig sind die Einsatzbereiche der Rohre, die in den Automationssystemen von Transfluid in Form gebracht werden – sie kommen in der Klima-, Kühl- und Haustechnik genauso zum Einsatz wie als Abgas- und Kraftstoffleitung oder als Gerüstrohr und Geländer.

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Plug & Play-Lösungen aus einem Guss

Die Zusammenstellung und Verkettung unterschiedlicher Maschinen zu einem System für die komplette Bearbeitung eines Rohres in einem Durchlauf kann dabei durchaus ihre Tücken haben. „Je nach den verwendeten Maschinen sind Probleme an den Schnittstellen oder mit dem Leitrechner keine Seltenheit“, weiß Gerd Nöker, einer der Gründer und Geschäftsführer von Transfluid. „Aus diesem Grund bieten wir als einziger Hersteller das gesamte Maschinenportfolio aus einer Hand. Die daraus entwickelten Automatisierungssysteme sind kein Stückwerk, sondern echte Plug & Play-Lösungen aus einem Guss.“

Praxisbeispiel: Biegen von Aluminiumrohren

Ein aktuelles Beispiel ist eine in Auftrag gegebene Systemlösung, in der Aluminiumrohre vom Durchmesser 17 x 1 mm mit einem Biegeradius von 10 mm – das entspricht 0,58 x D – gebogen werden sollen. Die Wandstärken-Verschwächung im Außenbogen darf dabei maximal 30 Prozent betragen.

„Weitere Anforderungen waren eine Bogenfolge mit unterschiedlichen Radien und eine beidseitige Enden-Umformung. Und das alles in einer Taktzeit, die bei bis zu sechs Bögen maximal 15 Sekunden pro Bauteil beträgt“, erläutert Gerd Nöker. Die Anlage sollte weiterhin so konstruiert sein, dass die Anwesenheit eines Mitarbeiters während des Betriebes nur in zehn Prozent der gesamten Arbeitszeit nötig ist.

Transfluid entwickelte daraufhin eine Lösung, bei der eine Seite des Aluminiumrohrs bereits vor dem Biegegang umgeformt wird. Auf diese Weise werden der Prozess des Rohrbiegens beschleunigt und die Kosten für das Handling reduziert.

Das sichere Einschleusen der zwischen 80 und 800 mm langen Rohre wird durch die Beladung aus einem Stufenförderer sichergestellt, der bis zu 500 Werkstücke fasst. Nach diesem ersten Prozessschritt belädt ein 4-Achsen-Handlingsystem automatisch eine vollelektrische Biegemaschine. Vor dem Zuführen wird die Länge jedes Rohres genau kontrolliert, um beim Biegen eine optimale Qualität sicherzustellen. Die gebogenen Rohre entnimmt dann ein Roboter, der sie einer kombinierten Umformmaschine zuführt. Dort erfolgen der spanlose Nachbeschnitt sowie die axiale Umformung.

Die Kombinationsmaschine verbindet dabei die Vorteile einer axialen und einer rollierenden Umformung und kann den Beschnitt ohne Maschinenwechsel vor der axialen Umformung durchführen. Abschließend entnimmt der Roboter die einzelnen Rohre und führt sie einer optischen Vermessung zu, in der die Umform-Geometrien und die Oberfläche der Rohre vollständig kontrolliert werden. „Das Automationssystem ist eine optimal aufeinander abgestimmte Komplettlösung aus einer Hand“, sagt Nöker.

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