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Schienenfahrzeuge Bremskraft-Messsystem für Schienenfahrzeuge

Redakteur: Katharina Juschkat

Sensorik-Spezialist Kistler baut seinen neuen Geschäftsbereich Rail Technology aus und entwickelt ein neues Bremskraft-Messsystem, das in einem kompakten Koffer vor Ort verwendet werden kann.

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Kistler Lösungen für die Bremskraft Messung an Schienenfahrzeugen für Klotzbremsen und Scheibenbremsen unterstützen bei der Instandhaltung.
Kistler Lösungen für die Bremskraft Messung an Schienenfahrzeugen für Klotzbremsen und Scheibenbremsen unterstützen bei der Instandhaltung.
(Bild: Kistler)

In dem vor einem Jahr neugegründeten Geschäftsbereich Rail Technology hat Messtechnikhersteller Kistler ein neues Bremskraft-Messsystem entwickelt. Das System gestattet es Schienenfahrzeugherstellern und Wartungsbetrieben, von der periodischen zur zustandsbasierten Instandhaltung überzugehen, was die Sicherheit erhöhen und Kosten sparen soll.

Bremssysteme im Nahverkehr enorm beansprucht

Gerade im Nahverkehrsbereich (Metro, Straßenbahn) mit häufigem Stop-and-go und festgelegten Haltepositionen spielen Bremssysteme von Schienenfahrzeugen eine kritische Rolle für die Verkehrssicherheit und den Komfort der Passagiere. Im Güterverkehr kommt es dagegen aufgrund der variablen Beladung vor allem darauf an, Bremswege korrekt zu berechnen.

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Das Bremskraft-Messsystem von Kistler ist eine mobile Komplettlösung im Werkzeugkoffer. Das flexibel konfigurierbare System ist bei vielen Schienenfahrzeugen einsetzbar, die mit Klotz- oder Scheibenbremsen ausgestattet sind; es liefert Kennwerte wie Aufbauverzögerung, Aufbauzeit, Endkraft und Lösezeit.

Die Sensoren werden anstelle des Bremsklotzes bzw. der Bremsbeläge eingebaut, damit sie direkt und präzise die entsprechenden Parameter messen können. Durch die Bestimmung der Bremskraft in Abhängigkeit vom Bremsdruck lässt sich mit der speziellen Analysesoftware von Kistler die Hysteresekurve errechnen, die konkrete Rückschlüsse auf den bisherigen und zukünftigen Verschleiß erlaubt. Alle bremsspezifischen Kennwerte werden sowohl numerisch als auch grafisch aufbereitet, analysiert und dokumentiert.

Alle Komponenten in einem Koffer

Das Bremskraft-Messsystem kann mit bis zu acht Kraftsensoren sowie optional weiteren Druck- und Triggersensoren ausgestattet werden. Die piezoelektrischen Kraftsensoren sind laut Hersteller mechanisch besonders robust aufgebaut, UIC-konform und ab Werk vorkalibriert. Die erzeugten linearen und absoluten Ladungssignale sind wegen der hochohmigen Verstärkereingänge unempfindlich gegen elektromagnetische Störfelder. Besonderes Augenmerk wurde außerdem auf die konsequente Trennung von Schienen- und Werkstattmasse gelegt, um schädliche Ausgleichsströme zu vermeiden.

Alle Komponenten – Sensorik, Signalaufbereitung, Datenerfassung und anwendungsspezifische Software – finden Platz im Koffer, der über eine Batterieversorgung für den mobilen Einsatz des Messsystems verfügt. Die Bremskraft-Messelemente sind kompatibel mit verschiedenen Raddurchmessern und decken unterschiedliche Kraftbereiche bis 60 kN ab.

Das neue Bremskraft-Messsystem ist ab Januar 2018 verfügbar.s

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