Elektro- und Digitalindustrie ZVEI stellt Führung neu auf

Quelle: Pressemitteilung ZVEI 3 min Lesedauer

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Mit Daniel Hager an der Spitze und einem neu aufgestellten Vorstand positioniert sich der ZVEI zur industriellen Transformation. Im Fokus stehen Wettbewerbsfähigkeit, industrielle KI, Mikroelektronik und bessere Rahmenbedingungen für die Industrie.

Neuer ZVEI-Präsident Daniel Hager möchte Fokus auf Leistung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit legen.(Bild:  Alexander Grüber, ZVEI)
Neuer ZVEI-Präsident Daniel Hager möchte Fokus auf Leistung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit legen.
(Bild: Alexander Grüber, ZVEI)

Der ZVEI, der Verband der Elektro- und Digitalindustrie, hat eine neue Verbandsspitze gewählt und zentrale industriepolitische Forderungen formuliert. Daniel Hager übernimmt für drei Jahre das Amt des Präsidenten. Gleichzeitig wurde der Vorstand erweitert und neu besetzt. Der Verband positioniert sich damit in einer Phase tiefgreifender industrieller Transformation und adressiert zentrale Herausforderungen wie Regulierung, Energiepreise und technologische Abhängigkeiten.

„Die Digital- und Elektroindustrie ist eine der tragenden wirtschaftlichen Säulen unseres Landes“, betonte Hager nach seiner Wahl. Ziel sei es, die Bedeutung der Branche für technologischen Fortschritt und gesellschaftlichen Wohlstand stärker im politischen Dialog zu verankern.

Erweiterter Vorstand bildet industrielle Breite ab

Parallel zur Wahl des Präsidenten wurde auch der Vorstand des ZVEI neu aufgestellt und erweitert. Neben den Vizepräsidenten aus Unternehmen wie Siemens, Bosch und Schneider Electric umfasst der engere Vorstand Vertreter zahlreicher Industrieunternehmen entlang der Wertschöpfungskette. Er verantwortet die strategische Ausrichtung des Verbands und bündelt unterschiedliche industrielle Perspektiven – von Automatisierung und Energie über Verbindungstechnik bis hin zu digitalen Plattformen.

Neu in den engeren Vorstand gewählt wurden unter anderem Ulrich Leidecker (Phoenix Contact) und Philipp Steinberger (Wöhner), während Philip Harting (Harting) in seinem Amt bestätigt wurde. Leidecker bringt Erfahrung aus der Verbandsarbeit in Nordrhein-Westfalen ein, Steinberger steht für Expertise in der Energieverteilung. Harting engagiert sich seit Jahren in strategischen Zukunftsthemen wie Elektrifizierung, Digitalisierung und nachhaltiger Wertschöpfung.

Mit Sabine Scheunert (Dassault Systèmes) zieht zudem eine Expertin für digitale Plattformen und industrielle KI in den Vorstand ein. Sie soll insbesondere Themen wie virtueller Zwilling, datenbasierte Wertschöpfung und plattformbasierte Ökosysteme in die Verbandsarbeit einbringen.

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Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit und Reformen

Vor dem Hintergrund wachsender internationaler Konkurrenz fordert der ZVEI bessere Rahmenbedingungen für den Industriestandort Deutschland und Europa. Hager appelliert an die Politik, bestehende Reformstaus aufzulösen und zentrale wirtschaftspolitische Themen anzugehen.

„Wir müssen wieder stärker darauf schauen, was unseren Standort wirklich trägt: Leistung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit“, so Hager. Dazu zählen aus Sicht des Verbands unter anderem Reformen bei Arbeitszeit, Sozialkosten und Investitionsbedingungen.

Wir müssen wieder stärker darauf schauen, was unseren Standort wirklich trägt: Leistung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.

Daniel Hager, ZVEI-Präsident

Industrielle KI und Regulierung im Spannungsfeld

Ein Schwerpunkt liegt auf der Nutzung künstlicher Intelligenz in industriellen Anwendungen. Der ZVEI sieht hier großes Potenzial, gleichzeitig aber auch regulatorische Hemmnisse im europäischen Umfeld.

„Eine Stärke der deutschen Elektro- und Digitalindustrie liegt in der Entwicklung von KI für industrielle Anwendungen – für Roboter, Prozessindustrie, Stromnetze oder Gebäude und vieles mehr. Um sie auszuspielen, brauchen wir mehr Gestaltungsfreiräume“, so Hager. Regulierung müsse sich daran messen lassen, ob sie Innovation ermögliche oder behindere. Trotz Fortschritten auf EU-Ebene sieht der Verband weiterhin Handlungsbedarf: „Auch bei Medizinprodukten gehört Doppelregulierung abgeschafft.“

Mikroelektronik, Resilienz und Energie im Fokus

Neben der Digitalisierung betont der ZVEI die Bedeutung technologischer Souveränität. Eine aktuelle Studie des Verbands zeigt, dass sich der Halbleiterbedarf in Europa bis 2040 verdoppeln wird. Daraus leitet der Verband die Forderung ab, das europäische Mikroelektronik-Ökosystem gezielt auszubauen und Abhängigkeiten zu reduzieren.

Auch die Energiefrage bleibt zentral für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit. „Die Zukunft ist elektrisch – egal ob im Auto oder im Gebäude“, so Hager. Gleichzeitig verweist der Verband auf die Bedeutung wettbewerbsfähiger Strompreise und fordert, die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß zu senken.

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