Serviceroboter Wie kann ich Ihnen helfen? 

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

Igus erweitert seine Plattform kostengünstiger humanoider Roboter namens Iggy Rob: Der neue Iggy Rob Home zielt auf den Service- und Haushaltsbereich. Entwicklung und Fertigung erfolgen vollständig in Deutschland.

Speziell für den Einsatz im Servicebereich hat igus mit dem Iggy Rob Home einen neuen kostengünstigen und CE-konformen humanoiden Roboter entwickelt.(Bild:  Igus SE & Co. KG)
Speziell für den Einsatz im Servicebereich hat igus mit dem Iggy Rob Home einen neuen kostengünstigen und CE-konformen humanoiden Roboter entwickelt.
(Bild: Igus SE & Co. KG)

Der Iggy Rob Home und der Iggy Rob Industrial für Produktionsumgebungen, den Igus bereits 2025 vorgestellt hat, basieren auf derselben technischen Grundplattform: Statt auf zwei Beinen bewegen sich die beiden Humanoiden mithilfe einer autonomen mobilen Roboterbasis (AMR) fort, dem Rebelmove Pro mit einer Traglast bis 250 Kilogramm, die ebenfalls aus dem Portfolio der Kölner stammt.

Die Entscheidung für eine AMR basiert auf praktischen Erwägungen. Mobile Fahrzeuge haben sich in Industrie und Gebäuden bewährt, lassen sich sicher integrieren und vergleichsweise einfach CE-konform in bestehende Umgebungen einbinden. Für viele reale Anwendungen ist ein laufendes System mit Beinen derzeit weder erforderlich noch wirtschaftlich sinnvoll. „Unsere Welt ist von Menschen für Menschen gebaut. Deshalb ist es logisch, dass Automatisierungstechnik menschenähnliche Formen annimmt“, sagt Alexander Mühlens, Prokurist und Leiter des Geschäftsbereichs Low-Cost-Automation bei Igus. „Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass sich humanoide Systeme erst im praktischen Einsatz weiterentwickeln. Deshalb setzen wir auf eine offene, robuste Plattform, die Anwender an ihre Anforderungen anpassen können.“

Als offene Plattform ausgelegt

Die Iggy-Rob-Roboter sind je nach Konfiguration zwischen 1,30 und 1,70 Meter hoch, besitzen 16 DOF für natürliche Bewegungen und erreichen bis zu acht Stunden autonome Laufzeit. Sie navigieren mithilfe von LIDAR- und 3D-Kamerasystemen. Standardmäßig verfügen beide Varianten über zwei Igus Rebel-Roboterarme mit einer Traglast von 2,5 Kilogramm pro Arm. Alternativ lassen sich auch Cobots anderer Hersteller oder humanoide Hände integrieren. Iggy Rob ist als offene Plattform ausgelegt. Die Steuerung erfolgt über ROS 2, Endeffektoren und Sensorik lassen sich anpassen oder erweitern. Die Systeme sind CE-zertifiziert und für den Flottenbetrieb nach VDE 5050 vorbereitet.

Der Iggy Rob Industrial ist für den Einsatz in Produktions- und Logistikumgebungen ausgelegt, hier übernimmt er typische Aufgaben wie Transportprozesse, Maschinenbeschickung oder einfache Montagearbeiten. Mit dem Iggy Rob Home erweitert Igus diese Technologie erstmals auf Anwendungen außerhalb klassischer Industrieumgebungen. Dazu zählen Empfangs- und Informationsbereiche, Bildung und Forschung, Gastronomie sowie vielfältige Service-Tätigkeiten in Gebäuden. Aber auch industriell eignet er sich für Pick-and-Place-Aufgaben, den innerbetrieblichen Materialtransport oder den Transport an wechselnden Stationen. Ferner dient er als ideale Plattform für KI-Training, Datenerfassung sowie für Bildungs- und Forschungszwecke an Hochschulen und Instituten.

Fokus auf Service, Bildung und Interaktion

Die Hardware des Iggy Rob Home basiert auf der gleichen industrietauglichen Plattform wie das Industrie-Modell, wurde jedoch gezielt um Funktionen ergänzt, die stärker auf Interaktion und Service ausgerichtet sind. Dazu gehören ruhigere Bewegungsprofile, ein Display zur Darstellung einfacher Gesichtsausdrücke sowie vorkonfigurierte Servicefunktionen. 

Eine integrierte Linearachse vergrößert zusätzlich den Arbeitsbereich der Arme. Für den Transport von Gegenständen steht zudem ein Rückenkorb mit einer Traglast bis 50 Kilogramm zur Verfügung. Eine integrierte 3D-Kamera sorgt für eine zuverlässige Objekterkennung sowie präzises Greif- und Navigationstracking. Dank Wireless Charging kann der Roboter unterbrechungsfrei betrieben werden, und über die ROS-2-Schnittstelle lässt er sich nahtlos in moderne Robotikumgebungen integrieren. Für maximale Flexibilität am Tool Center Point lässt sich der Iggy Rob Home mit unterschiedlichen Endeffektoren ausstatten, darunter Sauggreifer, Zwei- oder Drei-Finger-Greifer sowie eine bionische Hand mit integrierter Greiferkennung.

Mobilität trifft auf Intelligenz

Dank einer intuitiven Programmieroberfläche ist der Iggy Rob Home auch ohne tiefes Robotikwissen schnell einsetzbar und bedienbar. Die stabile Systemarchitektur sorgt für einen zuverlässigen Betrieb. So verbindet der Iggy Rob Home Mobilität mit intelligenter Automatisierung und eröffnet neue Möglichkeiten für humanoide Robotik im Alltag. Mit dem Software-Add-on Dynamic Mission Data Interface können Missionen zudem über das Netzwerk gestartet und Daten in Echtzeit bidirektional ausgetauscht werden. Dadurch ist eine dynamische Interaktion mit externen KI-Systemen innerhalb einer Mission möglich.

Mechanik, Elektronik und Software stammen vollständig aus der Entwicklung von Igus in Köln sowie von Commonplace Robotics by Igus in Osnabrück, sodass individuelle Anpassungen und Weiterentwicklungen direkt abgestimmt werden können. Der Iggy Rob Home ist ab 55.000 Euro erhältlich.

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Erst testen, dann kaufen

Für beide Iggy Rob-Varianten gilt das Igus-Prinzip „Test before you invest“. Anwender können die Systeme im eigenen Umfeld erproben und gemeinsam mit Igus die technische Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit bewerten. So lassen sich Potenziale und Grenzen frühzeitig realistisch einschätzen. Ergänzend betreibt Igus den RBTX-Marktplatz, auf dem humanoide Robotersysteme verschiedener Hersteller gelistet sind. Zur Hannover Messe 2026 umfasste das Angebot rund 100 Modelle von 35 Anbietern. Neben Hardware werden auch Beratung, Integration sowie verschiedene Nutzungs- und Finanzierungsmodelle angeboten.