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DISG-Persönlichkeitsprofile Bürokriege beenden: So ticken die Kollegen

| Autor / Redakteur: Svenja Rose* / Sariana Kunze

Geht es bei Ihnen im Büro auch manchmal zu wie in der TV-Serie Stromberg? Bestimmt! Denn „komische“ Kollegen gibt es überall. Im Berufsalltag ist es deshalb wichtig zu wissen, wie „ticke“ ich und wie „ticken“ andere Personen. Mithilfe von DISG-Persönlichkeitsprofilen lassen sich so die Weichen für eine bessere Zusammenarbeit stellen und möglicherweise auch mehr Verständnis für die Eigenarten einiger Kollegen aufbringen.

Stress mit den Kollegen? Mithilfe von Persönlichkeitsprofilen können einige Probleme verstanden und auch besprochen werden.
Stress mit den Kollegen? Mithilfe von Persönlichkeitsprofilen können einige Probleme verstanden und auch besprochen werden.
(Tim Reckmann_pixelio.de)

Wo Menschen zusammenarbeiten „menschelt“ es. Das heißt, es entstehen immer wieder Irritationen, die sich am Verhalten des Gegenübers entzünden. Zum Beispiel daran, dass ein Kollege Sachverhalte sehr ausschweifend erklärt. Oder einem bestimmten Vorgehen eine sehr hohe Bedeutung beimisst. Oder sich hinter seinem Schreibtisch vergräbt und kaum mit seinen Kollegen kommuniziert. An solchen „Kleinigkeiten“ entzünden sich im Büro- und Arbeitsalltag oft massive Konflikte, die das Miteinander erschweren und meist zu einem Absinken der Leistung führen – zumindest dann, wenn den Beteiligten nicht bewusst ist,

  • warum ihnen bestimmte Dinge wichtig sind,
  • warum sie gewisse Verhaltensweisen ihrer Kollegen stören,
  • warum diese sich so und nicht anders verhalten und
  • ihnen ein Tool fehlt, um Verhaltensweisen, die sie regelmäßig irritieren, besprechbar zu machen.

Verhaltenspräferenzen und Bedürfnisse sichtbar machen

Ein solches Tool ist das Analyse-Instrument Everything DISG Workplace. Es macht die Verhaltenspräferenzen und Bedürfnisse von Menschen transparent und hilft so, das eigene Verhalten sowie das anderer Menschen besser zu verstehen, so dass

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  • das eigene Verhalten den Bedürfnissen des jeweiligen Partners angepasst werden kann und
  • mit ihm leichter Vereinbarungen getroffen werden können, die das Miteinander erleichtern.

Das DISG-Modell geht auf den Verhaltenspsychologen William Marston zurück. Er postulierte erstmals die Erkenntnis, dass die individuelle Wahrnehmung unserer Umwelt unsere Kommunikation entscheidend beeinflusst. Basierend auf dieser Erkenntnis wurde das DISG-Persönlichkeitsprofil entwickelt, das seit 1963 über 50 Mio. Mal weltweit eingesetzt wurde.

Aus 4 Grundtypen ergeben sich zahlreiche Persönlichkeiten

Dem DISG-Persönlichkeitsprofil liegt die Annahme zugrunde: Jeder Mensch hat gewisse Verhaltenspräferenzen, in denen sich seine persönlichen Werte und Einstellungen widerspiegeln. Dabei lassen sich vier Grundtypen oder -stile unterschieden, denen wiederum bestimmte Verhaltens- und Kommunikationsmuster zugeordnet werden können. Diese Grundtypen werden mit den folgenden vier Adjektiven beschrieben, deren Anfangsbuchstaben zugleich den Namen DISG bilden:

  • Dominant
  • Initiativ
  • Stetig und
  • Gewissenhaft

Diese vier Grundtypen lassen sich wie folgt charakterisieren:

Typ D – dominant: Personen, die vor allem dem D-Typ entsprechen, sind entscheidungsstark, durchsetzungsfähig und risikobereit. Außerdem sind sie konsequent im Handeln und direkt in der Kommunikation. Sie wirken auf andere Menschen oft (leicht) autoritär und übernehmen gerne das Kommando.

Typ i – initiativ: I-Typen gelten als teamfähig und kommunikativ. Sie knüpfen leicht Kontakte und pflegen diese. Sie sind begeisterungsfähig und können andere mitreißen. Außerdem zeichnen sich durch Optimismus und eine Vielzahl von Interessen aus.

Typ S – stetig: Personen des Typen S gelten als hilfsbereit und wert-konservativ. Sie zeichnen sich zudem durch Ausdauer und Geduld aus, weshalb sie meist in ihrem Fachgebiet ein sehr großes (Detail-)Wissen sowie Können haben. Gewohnheiten und Routinen vermitteln ihnen Sicherheit und sind ihnen wichtig.

Typ G – gewissenhaft: G-Personen sind sehr qualitätsbewusst und streben nach Perfektion. Sie konzentrieren sich auf Fakten und hinterfragen und analysieren Dinge zunächst kritisch, bevor sie sich entscheiden.

Eine weitere Grundannahme von DISG ist: Die vier Grundtypen existieren nicht in Reinform. Sie sind in allen Menschen vorhanden. Sie sind bei ihnen aber unterschiedlich stark ausgeprägt. Und aus diesen verschiedenen Ausprägungen, die sich in den Verhaltenspräferenzen widerspiegeln, ergibt sich das individuelle Persönlichkeitsprofil. Beim DISG-Persönlichkeitsprofil geht es also letztlich nicht darum, herauszufinden, was für ein Typ eine Person ist, sondern darum: In welcher Ausprägung sind die vier Grundtypen bei einer Person vorhanden? Aus dieser Information werden dann Antworten auf Fragen abgeleitet wie:

  • Welche Stärken hat eine Person?
  • Welche Aufgaben liegen ihr?
  • Welchen Arbeits- und Kommunikationsstil bevorzugt sie?
  • Welches (Arbeits-)Umfeld benötigt sie, um sich optimal zu entfalten?
  • Was sollten Kollegen tun, um mit dieser Person optimal zu kooperieren?
  • Welche Konfliktpotenziale gibt es (in der Zusammenarbeit mit anderen Menschen) und wie lassen sie sich im Vorfeld reduzieren?

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