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KABEL-INSTALLATION Damit nichts anbrennt wenn es brennt

| Autor/ Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Theo Fabry, Produktmanager Brandschutz-Systeme bei OBO Bettermann / Wolfgang Leppert

Nach fast 20 Jahren mit der Norm DIN 4102 Teil 12 für den Funktionserhalt elektrischer Kabelanlagen im Brandfall gibt es interessante Neuheiten zu diesem Thema. So fanden die Entwickler bei OBO Bettermann neue, zusätzliche Verlegemöglichkeiten für Kabel mit integriertem Funktionserhalt.

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Einfach und zeitsparend: Stoßstellenverbindung der Kabelrinne durch Zusammenstecken und Einrasten.
Einfach und zeitsparend: Stoßstellenverbindung der Kabelrinne durch Zusammenstecken und Einrasten.
( Archiv: Vogel Business Media )

An erster Stelle steht hierbei die neue Verbindungsfunktion der Kabelrinne RKS-Magic, die bezüglich der Längsverbindung von Kabelrinnen neue Standards setzt. Denn die Kabelrinnen lassen sich wesentlich schneller und leichter miteinander verbinden: einfach Kabelrinnen zusammenstecken, einrasten, fertig. Im Vergleich mit anderen Systemen wird so der Zeitaufwand für die Montage halbiert. Zubehörteile wie Verbinder, Stoßstellenleisten oder Schrauben sind nun überflüssig, da die erforderlichen Komponenten vormontiert und im Lieferumfang enthalten sind. Und was die Sicherheit betrifft, hat die Stoßstellenverbindung die VDE-Prüfung nach der neuen Norm EN 61537 für Kabeltrag-Systeme bestanden, und RKS-Magic als Ganzes entspricht der DIN 4102 Teil 12.

Das Volumen der Kabelrinne kann besser ausgenutzt werden

Ein zusätzlicher Vorteil des Verlegesystems mit dieser Kabelrinne für den Funktionserhalt ist, dass keine weitere Gewindestangen-Sicherung nötig ist. Das reduziert den Montageaufwand, und das Einlegen der Kabel in die Kabelrinne ist jederzeit ohne Behinderung möglich. In Verbindung mit den entsprechenden Auslegern und Hängestielen ist eine Kabelbelegung von 20 kg/m für Kabelrinnen in den Breiten 100 mm, 200 mm und 300 mm zulässig. Für die Breite 400 mm ist neuerdings sogar eine Kabelbelegung von 30 kg/m zulässig. Erstmalig kann so das größere Volumen der Kabelrinne auch mit mehr Gewicht belastet und somit effektiv genutzt werden.

Beidseitige Montage der Kabelrinne RKS-Magic bis zur Rinnenbreite 400 mm. (Archiv: Vogel Business Media)

Auch den zulässigen maximalen Montageabstand der Ausleger bei der Wandmontage und der Hängestiele bei Deckenmontage konnte OBO Bettermann erweitern: Er beträgt nun 1,5 Meter. Trotz dieser außergewöhnlichen Montageparameter ist für das Verbinden der Rinnen an den Stoßstellen lediglich das Umbiegen der im Boden vorgeprägten Verbindungslaschen notwendig – ganz ohne weiteres Zubehörmaterial.

Das Verlegesystem mit RKS-Magic ist einsetzbar für die Funktionserhaltsklassen E30 und E90. Vom Materialprüfungsamt NRW liegt ein entsprechendes Prüfzeugnis mit den führenden Kabelherstellern vor. Die neue Kabelrinne vereint also mit ihrer Verbindungstechnologie Schnelligkeit, Belastbarkeit und Sicherheit — auch für den Funktionserhalt gemäß DIN 4102 Teil 12.

Sammelhalterungen als Alternative bei Platzproblemen

Doch nicht an jeder Stelle ist dies die optimale Lösung. Ist der Platz für die Installation von Funktionserhaltkabeln knapp bemessen, können geprüfte Sammelhalterungen eine Alternative sein. Bei dieser kabelspezifischen Verlegevariante gemäß DIN 4102 Teil 12 dürfen jedoch nur die mit der jeweiligen Sammelhalterung gemeinsam geprüften Kabel eingesetzt werden. Dies führt dazu, dass im Extremfall nur die Kabel eines einzigen Herstellers verwendet werden dürfen. OBO Bettermann hat deshalb zuletzt eine Vielzahl von Prüfungen gemäß dieser DIN mit seinen Sammelhalterungen GRIP-M durchgeführt — und damit die bereits vorhandene Anzahl von zugelassenen Kabeln für GRIP-M weiter erhöht.

Eine weitere Ergänzung der bekannten Verlegevarianten zum Funktionserhalt sind die Kabelklammern Typ 2033M und Typ 2034M aus einem federnden rostfreien Stahl. Sie bieten sich speziell dann an, wenn viele kleine Kabel mit einem Funktionserhalt von 30 Minuten installiert werden sollen, wie beispielsweise bei Notbeleuchtungen, Brandmelde- oder Lautsprecheranlagen. Besagte DIN fordert, dass die Kabel durch die sie umgebenden Bauteile im Brandfall nicht negativ beeinflusst werden dürfen. Genau dies ist durch die direkte Montage der Klammern unter der Decke ausgeschlossen, da sich die installierten Kabel in einem geschützten Bereich befinden. Zudem ist die Kabelinstallation denkbar einfach: Die Kabel werden nur von der Seite unter die Klammern gesteckt. Ein Öffnen und Schließen — wie bei Schellen — entfällt.

Einlegen der Kabel von der Seite unter den Schenkel der Kabelkammer. (Archiv: Vogel Business Media)

Neuer Katalog erklärt Brandschutz-Systeme und ihre Montage

Zeitgleich mit der Vorstellung der innovativen Verlegevarianten zum Funktionserhalt hat OBO Bettermann auch einen neuen Brandschutzkatalog veröffentlicht, der neben den Verlegesystemen auch Abschottungs- und Fluchtweg-Installations-Systeme vorstellt. Denn in der Elektroinstallation sind gewerkeübergreifende Lösungen zum Brandschutz gefragt, die sich sich im Katalog wiederfinden. Zudem ist der Katalog weit mehr als eine Bestellinformation: Alle Brandschutz-Systeme werden auf den rund 400 Seiten detailliert dargestellt und ihre Montage erklärt. Im praktischen DIN A6-Format passt der Katalog außerdem in jede Blaumanntasche und kann so direkt vor Ort als Montageanleitung dienen.

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