Nachgefragt: 3 Experten zum Thema Industrielle Bildverarbeitung – Teil 1

Das Auge der Automatisierung

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Welche technologischen Trends in der IBV identifizieren Sie für die nächsten Jahre?

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Dr. Simon Che’Rose (Framos): Ein Trend wird sich definitiv fortsetzen: CMOS-Bildsensoren als Basis qualitativ hochwertiger Bildverarbeitung erreichen eine immer bessere Qualität und sind eine kostengünstige Basis für die Entwicklung neuer industrieller und nicht-industrieller Anwendungen, wie zum Beispiel im Bereich Mobility, Inspektion und Überwachung. Also dort, wo bewegte Bilder mit extrem guter Qualität ausgewertet werden müssen. Eine besonders gute Marktentwicklung sehen wir derzeit bei den 3D-Technologien und -systemen, da mit der berührungslosen optischen Inspektionstechnik anspruchsvolle Mess- und Überwachungsaufgaben gelöst werden können sowie auch die Entwicklung neuer innovativer bildverarbeitungsbasierter Technologien ermöglicht wird. Mit der steigenden Marktdurchdringung der Bildverarbeitung im Professional, Scientific und Consumer Bereich erhöht sich auch der Bedarf an kundenspezifischen Produkten und Lösungen. Individualisierte Sensoren, Kameras und adaptierbare Technologien für einzelne Industrien oder Individualanwendungen liegen nicht nur im Trend, sondern werden von Framos und seinen Partnern durch modulare Fertigungs- und Entwicklungsprozesse unterstützt.

Oliver Senghaas (IDS): Embedded Vision, Vision-Sensoren und Robot Vision werden zu den Top-Trends gehören. Aufgrund der immer leistungsstärkeren Sensoren wird das Schnittstellenthema besonders spannend, um die größeren Datenmengen auch entsprechend schnell übertragen zu können. USB 3.1 ist für uns daher ein wichtiges Thema, aber auch unser Angebot an Kameras mit GigE-Anschluss bauen wir weiter aus.

Dr. Olaf Munkelt (MVTec): Neben den bereits genannten Themen wie Einfachheit/Usability, Standardisierung und Zusammenwachsen von Bildverarbeitung und Automatisierungstechnik zeichnet sich ab, dass Verfahren der industriellen Bildverarbeitung zunehmend automatisierte Fertigungsprozesse in verschiedensten Industriebranchen unterstützen. Etwa bei der Positionsbestimmung von Objekten und der Steuerung von Greifprozessen sowie bei der sicheren Identifikation unterschiedlicher Werkstücke. Bisher waren dafür zweidimensionale Verfahren Standard. 3D ermöglicht es nun, bewegte Objekte in Bildsequenzen zu verfolgen und deren Bewegungsrichtung im Raum zu erkennen. Technologien wie ‚3D Scene Flow‘ erhöhen so die Sicherheit und Flexibilität bei der Zusammenarbeit von Menschen und Maschinen. Ein weiterer Trend ist der Einsatz von neuen Technologien wie Hyperspectral Imaging und Deep Learning. Bei ersterem handelt es sich um eine Kameratechnologie, die aktuell hardwareseitig immer weitere Verwendung findet und ganz neue Dimensionen der IBV ermöglicht. Mit Deep Learning lassen sich Anwendungen wie die optische Zeichenerkennung, OCR, signifikant verbessern: in der neuen Major-Version 13, unserer Standardsoftware für die industrielle Bildverarbeitung Halcon, erhöht sich beispielsweise durch neue, mit Deep Learning trainierte Fonts und einen darauf basierenden Klassifikator die Erkennungsrate von Schriften deutlich. Unsere Kunden können mit Halcon diese Technologien und Möglichkeiten bereits 2016 für ihre Machine-Vision-Anwendungen nutzen.

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