Suchen

Cloud-Computing

Das Internet der Dinge – Wie Unternehmen die Datenströme managen können

| Autor/ Redakteur: Olaf Dünnweller* / Ines Stotz

Allein die Größe des deutschen IoT-Marktes wird für 2020 auf etliche Milliarden geschätzt. Unternehmen beschäftigt die Frage, wo sich diese immensen Datenmengen speichern und verwalten lassen.

Firmen zum Thema

Für die technischen Geräte und Anlagen, die mit dem Internet verbunden sind, werden Wachstumsraten zwischen 20 und 30 Prozent prognostiziert. Dafür ermöglicht das IoT neue Wege für die Datenströme.
Für die technischen Geräte und Anlagen, die mit dem Internet verbunden sind, werden Wachstumsraten zwischen 20 und 30 Prozent prognostiziert. Dafür ermöglicht das IoT neue Wege für die Datenströme.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Die IoT-Endgeräte können sich an jedem Ort der Welt befinden und zu jedem erdenklichen Lebens- und Arbeitsbereich gehören: vom smarten Zähler zu Hause über den Sensor einer Wetterstation bis hin zum Sender im Magen einer Kuh, der dem Bauern den optimalen Melkzeitpunkt verrät – IoT vernetzt Geräte weltweit und ohne Einschränkungen.

IT-Teams und Unternehmen müssen neue Wege finden, wie sich die Daten verarbeiten, managen und schützen lassen. Traditionelle IT-Ansätze sind auf das IoT in den meisten Fällen nicht anwendbar. Daher benötigen konventionelle, zentralisierte IT-Netzwerke und Steuerungen mindestens ein Upgrade. In dieser Diskussion rückt Edge-Computing zunehmend in den Vordergrund. Denn mit dieser Technologie lassen sich große Datenmengen über die Grenzen der Unternehmens-IT hinaus effizient verwalten.

Datenvolumen erreicht 50 Zettabytes

Für 2020 wird, laut Analysten von Crisp, das weltweite Datenvolumen auf knapp 50 Zettabytes geschätzt. Dabei rückt „Object Storage“ in den Fokus, was bereits mit 16 % im IoT Einsatz findet, weiter steigend. Die IT-Sicherheit bleibt dabei eine große technische Herausforderung. Während sich in der Cloud flexibel Software-Patch-Updates realisieren lassen, kann sich unter der Vielzahl der angeschlossenen Geräte infizierte Hardware befinden: Je größer das Netzwerk, desto mehr potenzielle Einfallstore bieten sich Hackern.

Wie mit unvorhersehbarem IoT-Datenstrom umgehen

Die benötigte Speicherkapazität lässt sich sehr schwer vorhersagen und planen. Wie geht man mit einem völlig unvorhersehbaren IoT-Datenstrom um?

IoT-Daten sind meist unstrukturiert und lassen sich daher problemlos in der Public-Cloud-Infrastruktur speichern. Alle großen Cloud-Anbieter stellen kostengünstige, skalierbare Speichersysteme auf Basis von Objektspeicher-Lösungen bereit. Mit schnellen Netzwerken und kostenlosem Datenzugriff lassen sich in der Public Cloud große Mengen an Enterprise-IoT-Daten speichern.

Und die Public Cloud hat noch mehr zu bieten: Cloud Service Provider (CSP) liefern leistungsfähige Datenanalyse-Werkzeuge, die große Mengen an unstrukturierten Inhalten aufnehmen und verarbeiten. Damit können Unternehmen hochskalierbare ML-/AI-Anwendungen entwickeln, um Daten effizienter als in einem privaten Rechenzentrum zu verarbeiten.

Sensordaten speichern – wo, wie, wie lange

Die Industrie 4.0 liefert enorme Mengen an Sensordaten. Wie, wie lange und wo werden sie verwaltet und gespeichert?

Typischerweise werden IoT-Geräte einzeln und aus der Ferne verwaltet und fungieren als eingebettete Appliances wie beispielsweise Kameras. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Viele Unternehmen verfügen über verteilte Umgebungen, in denen Server in verschiedenen Niederlassungen den Zugang zum Gebäude überwachen, die Umgebung kontrollieren oder andere, firmenspezifische Aufgaben übernehmen. Das IoT vernetzt dabei Geräte, mit denen sich Inhalte an vielen Standorten erstellen, speichern und verarbeiten lassen.

Daten: sichern, zuordnen und verarbeiten

Verteilte Daten entstehen außerhalb des Rechenzentrums oder Netzwerks eines Unternehmens. Der Begriff „Edge“ beschreibt dabei Rechen- und Datenmanagement-Aufgaben, die außerhalb dieser Kern-Infrastrukturen ausgeführt werden. Obwohl Cloud-Computing bereits seit vielen Jahren existiert, entwickelt sich die Technologie zusammen mit dem IoT aufgrund des wachsenden, externen Datenvolumens rasant weiter.

Dies stellt IT-Abteilungen vor große Herausforderungen: Sie müssen gewährleisten, dass die Daten angemessen gesichert, zugeordnet und verarbeitet werden. Die meisten IT-Organisationen wissen zwar (halbwegs) genau, wo sich ihre Daten befinden. Das IoT macht es aber schwieriger, den gesamten Content eines Unternehmens sicher in den Griff zu bekommen. Dies wirkt sich auch auf den Datenschutz und die Einhaltung von Vorschriften wie der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) aus.

Da so viele Informationen am Rand der Infrastrukturen erzeugt werden, lassen sich die Daten zur Verarbeitung nur schwer in ein Rechenzentrum verschieben. Aufgrund der Vielzahl von eingesetzten Geräten kann dies nur mit hohen Investitionen in externe Netzwerke gelingen.

Zudem kann sich der Wert der Daten in vielen Fällen möglicherweise nicht optimal entfalten, wenn der gesamte Inhalt gespeichert wird. Beispielsweise muss eine Kamera, die an einer Straßenkreuzung vorbeifahrende Autos zählt, nicht das gesamte Video speichern. Es reicht vielmehr, die Anzahl der in einem bestimmten Zeitraum gezählten Fahrzeuge zu dokumentieren. Die Videodaten könnten für einen späteren Zeitpunkt aufbewahrt oder einfach gelöscht werden.

Daten am Rand vorverarbeiten

Zu berücksichtigen ist auch, dass die Daten zeitnah verarbeitet werden müssen. IoT-Geräte müssen schnell entscheiden, wie sie Informationen verwerten. Eine Latenzzeit durch das Lesen und Schreiben der Daten in ein Kern-Rechenzentrum kann dabei nicht toleriert werden. Aufgrund dieser Anforderungen müssen Unternehmen die Verarbeitung von Daten und Applikationen an den Rand verlagern. Dort werden sie vorverarbeitet, bevor sie zur langfristigen Aufbewahrung in das Kern-Rechenzentrum hochgeladen werden.

Fazit: Dadurch dass immer mehr Geräte mit dem Internet verbunden sind, entstehen immense Mengen an Daten. Diese Daten müssen gespeichert und gesichert werden. Für die Datenströme des IoT ist eine schnelle und skalierbare Lösung essenziell. Cloud-Computing bietet alle Vorteile und hilft den IT-Verantwortlichen in Unternehmen, den Nutzen der gewonnenen Sensordaten zu maximieren.

Buchtipp „Industrial IT Security“ IT-Sicherheit wird in vielen Unternehmen vernachlässigt – obwohl in modernen Produktionsanlagen die Gefahr von Manipulationen enorm hoch ist. Das Fachbuch „Industrial IT Security" weist auf die Gefahren hin und gibt Mitarbeitern Hilfestellung, wie IT-Sicherheit im eigenen Unternehmen angegangen werden sollte. „Industrial IT Security“ kann hier versandkostenfrei oder als eBook bestellt werden.
BUCHTIPPDie Digitalisierung verändert die industrielle Fertigung grundlegend. Das Buch „Industrie 4.0 – Potenziale erkennen und umsetzen“ beschreibt mögliche Potentiale und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten der Industrie 4.0-Anwendungen und dient dem Leser als praxisbezogener Leitfaden.

* Olaf Dünnweller, Area Vice President EMEA Central und Geschäftsführer Deutschland bei Commvault

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45936184)