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Der Anspruch heißt immer und überall Marktführerschaft
Alles in allem will Rittal weiter wachsen: mit neuen Produkten, auf neuen Märkten, in neuen Regionen. Dabei hat das 1961 gegründete Unternehmen ausgesprochen früh – nämlich noch in den 1960er Jahren – die ersten Schritte aufs internationale Parkett gesetzt. Und in Ländern, die heute als Hoffnungsträger der Weltwirtschaft gelten, hat sich Rittal als Schrittmacher verdient gemacht. So etwa seit 1994 in Indien, als sich bestenfalls eine Hand voll deutscher Firmen auf den Subkontinent wagte und das Risiko kaum kalkulierbar war. Aus einer einfachen Montage wurde später eine Fabrik, die einen Vergleich mit europäischen Standorten nicht scheuen muss. „Wenn es interessante Märkte gibt, die nur durch lokale Wertschöpfung für uns erschlossen werden können, dann engagieren wir uns entsprechend“, kommentiert Bernd Eckel, damals in Indien als „Mann der ersten Stunde“ für Rittal auf Erkundungstour. Immer vorausgesetzt, der Markt verspricht ein auskömmliches Volumen. „Schließlich haben wir immer und überall den Anspruch, Marktführer zu sein oder zu werden.“
Internationalisierung hat für den 42-jährigen Manager aber nicht nur diese eine Dimension: „Wir müssen in Zukunft noch viel globaler denken und handeln, die Mitarbeiter noch internationaler ausrichten und auch unsere Führungspositionen mit Menschen unterschiedlichster Nationalität besetzen.“ Erste Eckpfeiler sind schon gesetzt. So sammeln weltweit verstreute Kompetenzcenter interessante Ideen ein, die erst zu zentralen Entwicklungsthemen und später vielleicht zu vielversprechenden Innovationen werden.
In die gleiche Richtung zielt die Kampagne „Faszination Zukunft“. Losgelöst von klassischen Mustern versammeln sich Querdenker unterschiedlichster Provenienz, um sich mit Zukunftstechnologien zu beschäftigen – nachwachsende Rohstoffe, Brennstoffzellen oder Elektromobilität sind nur einige Beispiele. „Wir müssen unseren Kunden faszinierende Zukunftstechnik bieten und versuchen solche Felder frühzeitig zu besetzen“, erläutert Eckel. „Wer immer nur in bestehenden Strukturen denkt, kommt nie auf bahnbrechende Ideen.“ Natürlich sind nicht alle Innovationsansätze erfolgreich umgesetzt worden. Einiges aber schon, „und daraus schöpfen wir dann unseren Vorsprung“.
Im Gespräch: Bernd Eckel, Geschäftsführer Vertrieb bei Rittal
Welche besonderen Eigenschaften, Herr Eckel, haben Rittal aus Ihrer Sicht über die Jahre geprägt und erfolgreich gemacht?
Zuallererst ist Rittal ein Familienunternehmen, das bis heute immer klar identifizierbare Personen an der Spitze hatte. Sie setzen persönliche Leitbilder und leben Werte vor, welche wiederum im ganzen Unternehmen aufgenommen und multipliziert werden. So ist im Laufe der Jahre eine eindeutig identifizierbare Unternehmenskultur entstanden. Zugleich ist Rittal – trotz seiner Größe – ein sehr bodenständiges Unternehmen geblieben, es herrscht ein sehr familiäres Klima mit einem entsprechend ausgeprägten Teamgeist. Wir sind seit jeher extrem technologie- und innovationsgetrieben, was etwa in Messezeiten immer eine hohe Erwartungshaltung auslöst. Dazu gehört auch ein sehr hohes Maß an Kundenorientierung. Und schließlich hat Rittal schon in den 1960er Jahren – also sehr früh und noch als kleines Unternehmen – die ersten internationalen Schritte vollzogen.
Dennoch war vor kurzem eine Organisationsreform nötig, warum?
Durch die große Breite unseres Produktprogramms ist mit den Jahren eine Matrixorganisation entstanden, die auf viele Kunden sehr komplex und undurchsichtig gewirkt hat. In einer sehr großen Matrixstruktur weiß doch keiner mehr so ganz genau, wer eigentlich wofür zuständig ist. Wir haben uns deshalb konsequent funktional und zentral aufgestellt, mit eindeutig identifizierbaren Ansprechpartnern und kurzen Kommunikationswegen – und ergänzt durch neue Notwendigkeiten wie das Branchenmanagement oder ein internationales Key-Account-Management.
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