KI in der Fertigung Der Hype ist vorbei – doch die Skalierung hakt

Quelle: Revalize 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Experimentierphase ist beendet: 60 Prozent der Fertigungsunternehmen nutzen künstliche Intelligenz bereits breitflächig im Alltag. Doch eine neue Studie des Softwareanbieters Revalize warnt: Es hapert massiv an der Skalierung und der Messbarkeit. 

Nahezu alle der befragten Fertigungsunternehmen weltweit messen KI-Ergebnisse in irgendeiner Form, doch nur 49 Prozent ermitteln den ROI von KI rigoros.(Bild:   /  Pixabay)
Nahezu alle der befragten Fertigungsunternehmen weltweit messen KI-Ergebnisse in irgendeiner Form, doch nur 49 Prozent ermitteln den ROI von KI rigoros.
(Bild: / Pixabay)

Fertigungsunternehmen weltweit überführen KI-Pilotprojekte in rasendem Tempo in die breite Anwendung. Doch die Begeisterung verdeckt ein strukturelles Problem: Die grundlegenden Voraussetzungen in den Bereichen Daten, Fachkräfte und Prozessintegration halten mit diesem Tempo nicht Schritt. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Report „Guter Wille reicht nicht, um KI zu skalieren“ von Revalize, einem Anbieter von PLM-, CAD- und CPQ-Softwarelösungen.Für die Studie wurden 500 Führungskräfte aus ausgewählten Fertigungsbereichen in der DACH-Region, den USA und dem Vereinigten Königreich befragt. Das zentrale Fazit: Die Ambitionen der Führungsebene stimmen immer seltener mit der operativen Realität überein.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie im Überblick

  1. Vom Hype zur täglichen Nutzung
    Der KI-Boom im Sinne eines reinen Hypes ist vorbei – die KI-Ära hat begonnen. Im ersten Quartal 2026 hatten erst 36 % der befragten Fertigungsunternehmen eine breite oder fortgeschrittene KI-Einführung erreicht. Nur sechs Monate später schoss dieser Anteil auf 60 % nach oben. KI ist nun in etliche Betriebsabläufe integriert. Lediglich 8 % der Unternehmen befinden sich noch in der reinen Explorationsphase.
  2. Blindflug bei der Erfolgsmessung (ROI)
    Die Wirkung von KI wird zwar weithin vorausgesetzt, aber selten quantifiziert. 72 % der Unternehmen geben an, dass sie positive Geschäftsergebnisse auf KI zurückführen können. Doch die Datenbasis wackelt: 50 % der Hersteller weltweit erfassen KI-Ergebnisse nur informell oder uneinheitlich. Lediglich 49 % ermitteln den Return on Investment (ROI) ihrer KI-Initiativen rigoros und datengestützt. Daraus ergibt sich eine gefährliche Lücke zwischen wahrgenommenem und nachgewiesenem Erfolg.
  3. Kluft zwischen Chefetage und Werkhalle
    Die KI-Strategie der Unternehmensspitze eilt der Realität voraus. Führungskräfte auf C-Level berichten mehr als doppelt so häufig von einer „fortgeschrittenen KI-Einführung“ wie Senior Manager aus dem operativen Geschäft. Das deutet darauf hin, dass die strategischen Erwartungen schneller wachsen, als die Teams sie realistisch in den Alltag integrieren und dauerhaft betreiben können.
  4. KI als Puffer für geopolitische Risiken
    Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben ein Treiber für KI: Zwar deuten sinkende Zoll- und Compliance-Kosten auf eine leichte geopolitische Entspannung hin. Dennoch forcieren 44 % der weltweiten Fertigungsunternehmen die KI-Einführung weiterhin explizit, um zoll- und kostenbedingten Margendruck gezielt auszugleichen.

„Die KI-Einführung im Fertigungssektor ist nahezu flächendeckend. Jetzt benötigen Unternehmen messbare Ziele, um zu belegen, dass ihre Investitionen Ergebnisse liefern“, erklärt Mike Sabin, CEO von Revalize. „Zu viele Führungskräfte schreiben Erfolge übermäßig der KI zu, ohne dass Daten dies belegen. Diese Lücke zwischen Annahme und operativer Realität wird sich nicht von allein schließen. Ohne echte Prozesse und eine Abstimmung vom C-Level hinunter bis zur Werkhalle können Fertigungsunternehmen KI nicht erfolgreich skalieren.“
Langfristig, so das Fazit der Studienautoren, werden nur die Unternehmen profitieren, die diszipliniert investieren und den Nutzen ihrer KI-Lösungen an harte, reale Herausforderungen knüpfen.

Langfristig werden nur die Unternehmen profitieren, die diszipliniert investieren und den Nutzen ihrer KI-Lösungen an harte, reale Herausforderungen knüpfen.

Methodik

Im Auftrag von Revalize wurden vom 7. bis 17. Juli 2026 insgesamt 500 Entscheidungsträger für PLM-, CPQ- sowie Engineering-Software in Fertigungsunternehmen (ab 100 Mitarbeitenden) befragt. Die Stichprobe umfasste 225 Befragte in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz), 50 im Vereinigten Königreich und 225 in den USA. Die Teilnehmer wurden vom Marktforschungspanel OpinionRoute rekrutiert.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung