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Gemeinsame Basis für gleiches Verständnis
Ein weiteres Problem stellt die fehlende Kenntnis der Normen dar. Es muss seitens des Managements die Bereitschaft bestehen, ein Schulungskonzept aufzustellen, um das für die Sicherheitstechnik bereitgestellte Projektteam auf die neuen Aufgaben entsprechend vorzubereiten. Zudem ist es erforderlich, dass alle am Projekt beteiligten Parteien die gleiche „Sprache“ sprechen. Die Verwendung einer einheitlichen Terminologie vermindert Missverständnisse.
Es hat sich gezeigt, dass ein vor Projektbeginn geschultes Team effektiver arbeiten kann als ein ungeschultes. Die Kosten für die Schulung werden in der Regel durch die daraus resultierende Zeitersparnis im darauf folgenden Projekt wieder eingespart.
Der Geschäftbereich „Automation, Funktionale Sicherheit“ der TÜV Rheinland Group hat daher aufgrund einer erhöhten Nachfrage ein umfangreiches Schulungsprogramm im Bereich der Sicherheitstechnik aufgebaut.
Von Anfang an mit Reserven planen
In vielen Projekten wird häufig der erforderliche Personalaufwand unterschätzt, so dass mit einer zu dünnen Personaldecke begonnen wird, die meistens nicht ausreichend ist und im Verlaufe des Projekts aufgestockt werden muss. Dies führt unweigerlich zu einer Projektverzögerung, da die benötigten Ressourcen in der Regel in anderen Projekten verplant sind.
Anlass dafür ist eine unzureichende Projektplanung aufgrund der Unerfahrenheit mit sicherheitstechnischen Projekten. Zu Beginn sollte neben dem eigentlichen Projektplan auch ein Safety Plan erstellt werden, der die erforderlichen Ressourcen und Verantwortlichkeiten für alle Lebenszyklusphasen eines Projektes definiert. Dieser sollte anschließend mit dem Prüfinstitut abgestimmt werden.
Oft zu komplex gedacht
Die Unsicherheit im Neuland „Sicherheitstechnik“ hemmt zusätzlich die Kreativität eines Projektteams. Es wird oft zu komplex gedacht, so dass die einfachsten Lösungen unbeachtet bleiben. Hier hat es sich als vorteilhaft erwiesen, dass der Sachverständige des Prüfinstituts häufig als Moderator fungiert und so das Projektteam mit seinen sicherheitstechnischen Kenntnissen unterstützt.
Sind diese prinzipiellen Probleme gelöst, stößt auch der Hersteller ohne sicherheitstechnische Kenntnisse teilweise auf ähnliche Probleme wie der Hersteller mit sicherheitstechnischen Kenntnissen (beispielsweise bei der Quantifizierung ).
Hersteller mit grundlegenden sicherheitstechnischen Vorkenntnissen nach der mittlerweile zurückgezogenen EN 954-1 oder der sie ersetzende EN ISO 13849 haben in der Regel den sicherheitstechnischen Gedanken verinnerlicht und ihre Unternehmensstruktur auf eine Entwicklung sicherheitstechnischer Geräte ausgerichtet. Die Mitarbeiter werden regelmäßig im Themenbereich „Sicherheit von Maschinen“ weitergebildet.
Das in diesen Unternehmen implementierte und meist auch zertifizierte Qualitätsmanagement sieht Verfahrensanweisungen sowohl für Standardgeräte als auch für Sicherheitsgeräte vor. Es ist eine strukturierte Vorgehensweise beginnend von der Konzeptphase bis zur abschließenden Typprüfung zu erkennen. Die Geräte sind aus Sicht der sicherheitstechnischen Struktur modular aufgebaut, so dass bei Neuentwicklungen auf in der Praxis bewährte Module aufgesetzt wird.
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