Sicherheitstechnik

Die neue Norm EN ISO 13849-1 – was sich nicht ändert

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Hierbei haben sich die Sicherheitsschalter von Euchner sehr gut bewährt und müssen jetzt eben mit neuen Ansätzen aus der EN ISO 13849-1 beurteilt werden.

Nun kommen die zusätzlichen Schritte, die die EN ISO 13849-1 zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Sicherheitstechnik fordert. Für alle Anwendungen ab Kategorie 2 wird der Diagnose-Deckungsgrad DC bestimmt. Werte für einige bekannte Verfahren sind in der Norm enthalten, die dann verwendbar sind, wenn sie zur Applikation passen. Es lässt sich aber auch über eine einfache Zählmethode der entsprechende Prozentsatz ermitteln.

Ausfallwahrscheinlichkeit feststellen

Der nächste Wert, der ermittelt wird, ist die MTTFd, also die Ausfallswahrscheinlichkeit einer Applikation, in Form einer mittleren Zeit bis zu einem gefahrbringenden Ausfall. Dafür kommen Softwarepakete oder eine Tabellenkalkulation zum Einsatz, die die Berechnung auf einfache Weise ermöglichen.

Um den Gesamtwert bestimmen zu können, werden die Ausfallswerte aller eingesetzten Bauteile benötigt. Diese sind von den Herstellern erhältlich oder können großen teils auch aus dem Anhang C der Norm entnommen werden.

Für Elektronik wird üblicherweise direkt der MTTFd Wert vom Hersteller des Sicherheitsbauteils zur Verfügung stehen. Diese Wahrscheinlichkeit lässt sich problemlos angeben, da Elektronik nicht vom Schaltzustand (ein oder aus) abhängig ist. Die Ausfallswahrscheinlichkeit wird einfach durch statistische Methoden bestimmt.

Elektromechanik dagegen ist von der Anzahl der Schaltspiele abhängig und dies wird durch den B10d Wert charakterisiert. Dieser Wert ist eine Anzahl an Schaltspielen, keine Lebensdauer. Denn ein Sicherheitsschalter, der einmal pro Jahr geöffnet wird, hat eine längere Lebensdauer als ein Schalter, der zweimal pro Minute geschaltet wird.

Um dies zu betrachten, ist für Elektromechanik ein Zwischenschritt zur Berechnung der benötigten MTTFd notwendig, der ebenfalls in der EN ISO 13849-1 beschrieben ist. Es muss mit einer angenommen Anzahl an Schaltspielen pro Jahr letztendlich ein MTTFd Wert berechnet werden.

Hierzu ist von Euchner eine Rechenscheibe erhältlich, die diesen Schritt beschreibt.

Fehler gemeinsamer Ursache einfach ermitteln

Schließlich muss noch die Möglichkeit eines Ausfalles aufgrund von Fehlern gemeinsamer Ursache betrachtet werden. Hierzu ist ein einfaches Verfahren in Anhang F der Norm beschrieben, bei dem für verschiedene Methoden Punkte vergeben werden, die zusammen gezählt werden müssen. Bei Erreichung einer Mindestpunktzahl kann man davon ausgehen, dass die Schaltung ausreichend sicher gegen Fehler gemeinsamer Ursache aufgebaut ist.

Mit all diesen ermittelten Werten wird zur letztendlichen Bewertung das Bild 5 der Norm verwendet und grafisch der erreichte Performance Level PL ermittelt.

Anstelle der grafischen Ermittlung ist auch eine Software oder aber wieder die Rechenscheibe verwendbar. Wenn jetzt der erreichte PL mindestens so gut wie der erforderliche PLr ist, lässt sich alles wie gewohnt dokumentieren und die Aufgabe ist gelöst.

Natürlich kann zur Bestimmung all dieser Daten auch die inzwischen weit verbreitete Software SISTEMA vom Institut für Arbeitssicherheit in St. Augustin (IFA) genutzt werden.

Softwarebeurteilung?

Da in den Anwendungen inzwischen – bedingt durch die sicheren Steuerungen - immer häufiger Software, wie zur Konfiguration des AS-Interface Sicherheitsmonitors eingesetzt wird, muss auch hier eine Beurteilungsmöglichkeit geschaffen werden.

Hierzu ist die EN ISO 13849-1 hervorragend geeignet. Software lässt sich in einem übersichtlichen und klaren Verfahren beurteilen. Darüber hinaus kann mit dieser Norm die gesamte Sicherheitstechnik inklusive Pneumatik, Hydraulik und Elektromechanik beurteilt werden.

* Jens Rothenburg, Produktmanager Sicherheitstechnik, Euchner

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