Altlasten statt Neugeschäft
Wenn die Variantenvielfalt zur Falle wird

Von Andreas Renk, Digitalisierungsberater 5 min Lesedauer

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Wenn Flexibilität den Betrieb lähmt: Variantenvielfalt erhöht Gemeinkosten signifikant und schmälert Nettomargen, weil Koordinations-, Planungs- und Pflegeaufwände überproportional steigen. Acht Fragen helfen bei der ehrlichen Portfoliobewertung.

Zu viele verschiedene Varianten machen das Handling unübersichtlich. Denn ein geändertes Bauteil betrifft nicht nur eine Stückliste, sondern zieht Anpassungen in Prüfplänen, Dokumentation, Parametrierung und Ersatzteillogik nach sich.(Bild: ©  Radoman Durkovic - stock.adobe.com)
Zu viele verschiedene Varianten machen das Handling unübersichtlich. Denn ein geändertes Bauteil betrifft nicht nur eine Stückliste, sondern zieht Anpassungen in Prüfplänen, Dokumentation, Parametrierung und Ersatzteillogik nach sich.
(Bild: © Radoman Durkovic - stock.adobe.com)

Es beginnt harmlos: Ein Kunde braucht eine Sonderausführung. Der Vertrieb sagt ja, Engineering löst das. Einmal. Dann nochmal. Dann ist es Praxis. Irgendwann stehen 300 aktive Varianten im System, und die besten Leute in der Konstruktion pflegen Altlasten statt Neugeschäft voranzutreiben. Die Antwort auf die Frage, wie es so weit kam, ist fast immer dieselbe: Jede einzelne Entscheidung war nachvollziehbar. Nur hat sie niemand in der Summe bewertet.

Der Schaden sitzt nicht dort, wo man zuerst hinschaut

Variantenvielfalt kostet nicht erst in der Fertigung. Das ist der häufigste Denkfehler. Wer nur auf Stückkosten und Materialaufwand schaut, unterschätzt die Wirkung systematisch. Die eigentliche Last sitzt in den indirekten Prozessen. Konstruktion, Arbeitsvorbereitung, Einkauf, Prüffeld, Dokumentation, Service.