Erfolgreicher Projektabschluss  Factory-X schafft Grundlage für interoperable Datenräume

Quelle: Pressemitteilung 4 min Lesedauer

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Nach zweieinhalb Jahren gemeinsamer Projektarbeit hat das Factory-X-Konsortium auf dem Abschlussevent am 17. und 18. Juni 2026 in Berlin Bilanz gezogen: Mit dem erfolgreichen Abschluss der Konsortialprojektphase legt Factory-X die Grundlage für die operative Nutzung eines offenen digitalen Datenraums für Fabrikausrüster und -betreiber – und damit für einen neuen Weg unternehmensübergreifender Zusammenarbeit in industriellen Wertschöpfungsketten.

Panelteilnehmer zum Thema: „Industrie im Wandel – ohne Daten-Ökosysteme keine (KI-) Zukunft?“ Von links nach rechts: Rainer Brehm (SIEMENS), Dr. Stephan Mayer (Trumpf); Prof.Dr. Dipl-Ing Berend Denkena (DMG Mori) Dr. Beate Baron (BMWE), Hagen Heubach (SAP)  (Bild:  Factory-x)
Panelteilnehmer zum Thema: „Industrie im Wandel – ohne Daten-Ökosysteme keine (KI-) Zukunft?“ Von links nach rechts: Rainer Brehm (SIEMENS), Dr. Stephan Mayer (Trumpf); Prof.Dr. Dipl-Ing Berend Denkena (DMG Mori) Dr. Beate Baron (BMWE), Hagen Heubach (SAP)
(Bild: Factory-x)

Unter der Konsortialführung von Siemens und SAP haben 47 Konsortialpartner sowie zehn assoziierte Partner aus Industrie, Mittelstand, Verbänden und Forschung gemeinsam an der Umsetzung gearbeitet. Als Leuchtturmprojekt innerhalb der Initiative Manufacturing-X hat Factory-X gezeigt, wie sicherer, standardisierter und föderativer Datenaustausch nicht nur entlang von Lieferketten, sondern auch direkt in der Fabrik und auf dem Shopfloor Mehrwerte erzeugen kann. Im Fokus stand der Aufbau einer technischen und organisatorischen Basis, die es Unternehmen ermöglicht, Daten souverän zu teilen, neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln und industrielle Prozesse resilienter, effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Damit schafft Factory-X zugleich eine Grundlage für den Einsatz industrieller KI.

Zentrale Meilensteine erreicht

Ein wesentliches Ergebnis des Projekts ist der MX-Port, als branchenübergreifend einsetzbare technische Integrationsarchitektur. Er ermöglicht den multilateralen Austausch industrieller Daten und schafft die Voraussetzung für standardisierte Schnittstellen, gemeinsame Datenmodelle und interoperable Datenflüsse über Unternehmens- und Ökosystemgrenzen hinweg. Mit seinen verschiedenen Konfigurationen schafft der MX-Port standardisierte Schnittstellen und Datenmodelle und gewährleistet damit durchgängige und vertrauensvolle Datenflüsse entlang verschiedener industrieller Wertschöpfungsketten.

Elf praxisnahe Use Cases erfolgreich umgesetzt

Darüber hinaus wurden im Projekt elf konkrete Anwendungsfälle spezifiziert, prototypisch umgesetzt und validiert. Sie zeigen, wie Datenräume in der Praxis konkrete Mehrwerte schaffen können – von der besseren Zusammenarbeit zwischen Fabrikausrüstern und -betreibern über datenbasierte Services und Qualitätsprozesse bis hin zu neuen Möglichkeiten für KI-basierte Anwendungen und autonome industrielle Prozesse. Diese Use Cases belegen, dass Datenräume nicht nur entlang von Lieferketten wirken, sondern direkt auf dem Shopfloor messbare Mehrwerte erzeugen.

Projektergebnisse auf Tractus-X und Factory-X GitHub

Die in Factory-X erarbeiteten Open Source Software-Lösungen wurden im Factory-X GitHub (Factory-X Contributions)  und auf der Tractus-X-Plattform  veröffentlicht, weitere inhaltliche Projektergebnisse sind auf der Factory-X Website einsehbar. Dies stärkt die Transparenz, fördert die Weiternutzung durch Anwender und bildet die Basis für die operative Umsetzung im industriellen Einsatz.

Grundsteine für den operativen Betrieb gelegt

Im Rahmen der Projektarbeit wurden die Voraussetzungen für einen dauerhaften operativen Betrieb geschaffen. Bestehende Betreibergesellschaften, wie Cofinity-X, stellen bereits heute den laufenden Betrieb sicher und zeigen, dass die im Projekt entwickelten Konzepte industriell skalierbar sind.

Grundlage für industrielle KI

Mit Factory-X wurde ein Fundament geschaffen, das weit über klassische Digitalisierungsvorhaben hinausgeht. Denn leistungsfähige industrielle KI benötigt vertrauenswürdige, kontextualisierte und qualitätsgesicherte Daten. Factory-X adressiert genau diese Voraussetzung: Daten bleiben souverän beim jeweiligen Unternehmen, können aber standardisiert, sicher und zweckgebunden mit Partnern geteilt und für neue Anwendungen nutzbar gemacht werden. Damit entstehen neue Möglichkeiten für datenbasierte Services, Software-as-a-Service-Angebote, verbesserte Produktionsprozesse, nachhaltigere Wertschöpfung und perspektivisch auch für autonome industrielle Abläufe. Qualitativ hochwertige, sichere und interoperable Daten sind die unverzichtbare Voraussetzung für den industriellen KI-Einsatz – Factory-X liefert genau diese Infrastruktur.

Mittelstand als zentrale Zielgruppe

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Mittelstand. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen benötigen praxistaugliche, bezahlbare und leicht integrierbare Lösungen im Rahmen ihrer Digitalen Transformation. Factory-X trägt dazu bei, die Eintrittshürden an Datenräumen für mittelständische Unternehmen zu senken und ihnen Zugang zu neuen datenbasierten Geschäftsmodellen zu ermöglichen.

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Übergang in Umsetzung und Skalierung

Nach Abschluss des Konsortialprojekts werden die Ergebnisse gezielt in die nächste Phase überführt. Im Mittelpunkt stehen die operative internationale Nutzung, die Weiterentwicklung der technischen Komponenten, die Integration in industrielle IT-Anwendungen, sowie die Skalierung über bestehende Betreibermodelle.
Die Arbeiten werden unter dem Dach der Plattform Industrie 4.0 und der Führung aus Industrie und beteiligten Verbänden und Organisationen im Kontext von Manufacturing-X weitergeführt. Dazu gehören insbesondere VDMA, ZVEI, Catena-X e.V., IDSA und IDTA.

Ziel ist es, die im Projekt entwickelten Konzepte und Architekturen weiter zu harmonisieren, in reale Anwendungen zu überführen und die internationale Anschlussfähigkeit industrieller Datenräume zu stärken.

Ausblick

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Konsortialprojekts beginnt die nächste Phase: Aus Projektergebnissen werden skalierbare Anwendungen, aus Prototypen marktfähige Lösungen und aus vorwettbewerblicher Zusammenarbeit ein tragfähiges industrielles Ökosystem.

Factory-X hat gezeigt, dass interoperable Datenräume technisch machbar, wirtschaftlich relevant und industriepolitisch notwendig sind. Die nächsten Schritte liegen nun in der konsequenten Umsetzung durch die aktive Nutzung der Industriepartner.

So leistet Factory-X einen wichtigen Beitrag zur vernetzten, resilienten und KI-fähigen Industrie der Zukunft – offen, skalierbar und konsequent auf industrielle Wertschöpfung ausgerichtet.

Über Factory-X

Factory-X ist ein gefördertes Verbundprojekt mit multiplen Stakeholdern und ein Leuchtturmprojekt im Rahmen des Programms Manufacturing-X. Gefördert durch die Europäische Union und unterstützt von der Bundesregierung, verfolgt das Projekt das Ziel, ein offenes, kollaboratives und sektorübergreifendes digitales Ökosystem für Fabrikausrüster und -betreiber aufzubauen. Factory-X schafft die technische Grundlage für einen sicheren, interoperablen und skalierbaren Datenaustausch über Branchen hinweg – mit dem Ziel, Daten als strategische Ressource für Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Nachhaltigkeit nutzbar zu machen.