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Funkmesstechnik Drahtlos glücklich in der Industrie

| Autor / Redakteur: René Krug* / Sariana Kunze

Für viele Industriebereiche ist nach wie vor das Kabel das Maß aller Dinge. Doch Wireless kämpft sich nach dem Siegeszug im Consumer-Bereich weiter voran. Auch die Messtechnik setzt auf drahtlos, denn bei Berücksichtigung einzelner Punkte lässt sich eine Vielzahl an neuen Anwendungen realisieren, die mit kabelbasierten Lösungen bisher undenkbar waren.

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Mit drahtloser Temperaturmesstechnik lassen sich mobil und flexibel Messwerte erheben.
Mit drahtloser Temperaturmesstechnik lassen sich mobil und flexibel Messwerte erheben.
(Jumo )

Die Welt wird drahtlos. Erst sind die Kabel und Drähte von den Telefonen abgefallen, dann von den Computer-Mäusen, Tastaturen und Druckern. Mittlerweile lassen sich sogar die geliebten Smartphones mit einer Ladestation kabellos auftanken. Doch in der Industrie schwören viele Ingenieure noch auf das zuverlässige, robuste und langlebige Kabel. Aber warum eigentlich? Denn in vielen Bereichen lassen sich durch eine Funklösung nicht nur Kosten einsparen. Der Mess- und Regeltechnikspezialist Jumo setzt schon seit einigen Jahren auf die Vorteile der Funkmesstechnik und hat schon einige Produkte vom Draht befreit. Zum Beispiel kommt eine drahtlose Lösung zur Übertragung von Temperaturmesswerten im Bereich der Fleisch- und Wurstwarenherstellung zum Einsatz. In der Fleischereiindustrie können mit einem Wtrans System kontinuierlich die Temperaturen der Koch- und Räucherkammer, aber auch die Kerntemperatur des Produktes erfasst werden. Kontinuierlich bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich der Wagen mit dem Produkt automatisch von der Kochkammer in die Räucherkammer bewegt. Bei der Verwendung von Temperaturfühlern mit Kabel, kann es hier zu Störungen oder Ausfällen kommen, wenn sich das Kabel verkantet oder sogar abreißt.

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Mit Funk mobil und flexibel bleiben

Im vergangenen Jahr wurde der Jumo Wtrans p vorgestellt, ein Druckmessumformer mit Funk-Messwertübertragung. Denn immer, wenn eine Kabelverlegung technisch zu aufwendig oder zu kostspielig ist, wenn hohe Anforderungen an Mobilität und Flexibilität gestellt werden oder wenn bei Nachrüstungen der Montageaufwand möglichst gering gehalten werden soll, dann ist eine kabellose Lösung die beste Wahl. Einsatzgebiete für den Druckmessumformer sind beispielsweise die Drucküberwachung an mobilen Werkstückträgern im Maschinenbau. Zusätzliche Anwendungen finden sich in Kälte- und Heizungsanlagen oder im Gebäudemanagement. Besonders bei einem weitläufigen Firmengelände mit verteilten Tanks zur Füllstandsmessung oder Differenzdruckmessung bei druckbeaufschlagten Tanks. Auch bei der nachträglichen Automatisierung von Anlagen und der damit verbundenen Erfassung zusätzlicher Messpunkte sind dem Anwender keine Grenzen gesetzt. Es steht eine Vielzahl an standardisierten Prozessanschlüssen nach DIN, NPT oder UNF zur Verfügung. Im hygienischen Bereich sind EHEDG-zertifizierte Prozessanschlüsse ebenfalls erhältlich.

Ein drahtloser Druckmessumformer kann auch bei temporären Messungen wie sie bei Prozessoptimierungen, Pilotanlagen oder Wartungsaufgaben erforderlich sind, eine Hilfe sein. Kompliziert waren bisher auch Messungen an rotierenden, beweglichen oder nicht fest montierten Anlageteilen. So ist die Füllstandsmessung an mobilen Behältern oder die Druckmessung an Förder- oder Transportanlagen oft mit einem enormen installationstechnischen Aufwand verbunden. Der Druckmessumformer ist in Schutzart IP 67 ausgeführt und gut vor Feuchtigkeit und Vibrationen geschützt. Senderseitig ist ein Einsatz in einem Temperaturbereich von -30° C bis 85° C möglich. Der Wtrans p erfasst Relativ- und Absolutdrücke von 250 mbar bis 600 bar. Als Sendeintervall können 0,5 bis 3.600 Sekunden gewählt werden.

Temperatur-, Feuchte- und CO2-Gehalt gibt es auch Wireless

In diesem Jahr ist Jumo in Sachen Wireless noch einen Schritt weiter gegangen und hat den Messwertgeber Wtrans E01 für Temperatur-, Feuchte- und CO2-Gehalt vorgestellt. Das Gerät dient zur mobilen oder stationären Messung der als Raumklimaindex wichtigen Messgrößen. Der Messwertgeber ist mit digitalen und analogen Sonden zu betreiben. Diese werden per „Plug and Play“ selbsttätig vom Gerät erkannt. Die Sonden wirken hierbei als Temperaturfühler, Feuchtefühler und CO2-Aufnehmer. Das Gerät ist für den Einsatz in öffentlichen Gebäuden, Landwirtschaft, Industrie, Lagerwirtschaft sowie generell im Innen- und Außenbereich konzipiert. Da eine CO2-Konzentration von mehr als 1.000 ppm das Leistungsvermögen beeinträchtigt, ist es wichtig, neben der Temperatur und relativen Feuchte die CO2-Konzentration zu erfassen. Dadurch können frühzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet werden – beispielsweise die Erhöhung der Frischluftzufuhr. Die CO2-Messung im Messwertgeber arbeitet nach dem Infrarot-Prinzip (NDIR), dessen patentiertes Autokalibrationsverfahren Alterungseffekte kompensiert und zu einer guten Langzeitstabilität führt. Der CO2-Sensor ist wartungsfrei und unempfindlich gegen Verschmutzung. Als CO2-Messbereiche stehen drei Varianten von 0 bis 2.000/5.000/10.000 ppm zur Auswahl.

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