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Kabelzuführungssystem Energieversorgung im Hafen mit Landstrom

Redakteur: Rebecca Näther

Die Versorgung von Schiffen mit Landstrom nimmt stetig an Bedeutung zu, gerade auch im Zuge der Diskussion um die Reduzierung von Emissionen am Hafen. Um das zu ermöglichen, bietet Igus mit dem E-Chain Dispenser eine Lösung: An definierten Anlegestellen installiert, ermöglicht das modulare Kabelzuführungssystem die sichere Versorgung von Schiffen mit Energie – über eine ausfahrbare Energiekette und hochflexible Leitungen.

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(Bild: Igus)

Auch im Hafen benötigen Schiffe für die Versorgung der Systeme an Bord Energie. Um die CO2-Emissionen der Schiffe zu senken und den Ausstoß von Feinstaub und Schwefeloxiden zu mindern, wird immer mehr auf Energieversorgungen zurückgegriffen, die vom Land zum Schiff geführt werden. Je nach Schiffstyp sind die Anforderungen an das Kabelzuführungssystem im Hafen unterschiedlich. Für Fähren erfolgt die Landstromversorgung üblicherweise mit einem sogenannten Cable Dispenser. Bei diesem handelt es sich um einen großen, fest installierten Kran, der eine oder mehrere Mehraderleitungen mit Steckverbindung ausfahren lässt. Die ausgefahrene Leitung ist ungeschützt und wird beim Anschließen durch die Bewegungen bei Tide und Wellen sowie bei der Be- und Entladung des Schiffes stark belastet. Um die Leitungen von Land sicher zum Schiff zu führen, hat der Motion Plastics Spezialist eine Alternative entwickelt.

Ausfahrlänge der Energiekette von über zehn Metern

Das modulare und kompakte System ist fest an Anlegestellen im Hafen installiert und besitzt einen ausfahrbaren Schwenkarm, der die Distanz zum Schiff überbrückt. So kann die Crew die Landstromverbindung bequem auf dem Schiff herstellen. Die Armbewegung und das Ausfahren der Energiekette von zehn Metern und mehr erfolgt durch elektrische Antriebe. Diese können über ein Bedienfeld an Land oder alternativ mit einer Fernbedienung von Bord aus gesteuert werden. Ein Ausgleich von leitungsbelastenden Bewegungen findet durch die dreidimensionale Triflex E-Kette statt. Die ersten drei Systeme des Herstellers wurden bereits in der Nähe von Bergen, Norwegen, installiert.

E-Kette schützt Leitungen in dreidimensionalen Bewegungen

Das Produkt besteht aus drei Komponenten: der Readychain, dem E-Chain Magazine und der Trägerstruktur. Bei der Readychain handelt es sich um eine Triflex Mehrachs-Energiekette aus korrosionsfreiem Hochleistungskunstoff, die mit vorkonfektionierten Einzeladerleitungen befüllt ist und in ein Zug-Schub-Modul, dem E-Chain Magazine, eingesetzt wird. Die Triflex E-Kette schützt die hochflexiblen Leitungen in dreidimensionalen Bewegungen und sorgt für die Einhaltung der Biegeradien und die vollständige Zugentlastung der Leitungen.

Bestückung mit Einzeladern für Mittel- oder Niederspannung

Eine Bestückung der Energiekette kann je nach Anforderung mit Einzeladern für Mittelspannung oder Niederspannung erfolgen. Diese sind günstiger als Mehraderleitungen und wurden speziell für den Einsatz in Energieketten entwickelt. Optional bietet das Unternehmen für den Einsatz im System 403 Leitungen mit der DNV-GL Zertifizierung an.

Aufgrund der geringen Durchmesser der Einzeladern kann die Readychain mit deutlich kleineren Kettenbiegeradien konfiguriert werden. Das spart Platz und verringert die Standfläche des Gesamtsystems. Sie wird anschließend in das E-Magazine eingesetzt. Dieses Zug-Schub-Modul ermöglicht verschiedene Auszugslängen der Energiekette.

Kabelzuführungssystem mit Zug- und Längenüberwachung lieferbar

Die Trägerstruktur des Kabelzuführungssystems bietet Platz für die Installation von bis zu fünf E-Magazinen nebeneinander, um unterschiedlichste Leistungen verschiedener Schiffe bedienen zu können. Die kompakte Landstromlösung erfüllt die Anforderungen des internationalen Standards IEC 80005. So kann neben den Signalen für Alarm und Abschaltung der Stromzufuhr das Kabelzuführungssystem auch mit Zug- und Längenüberwachung geliefert werden.

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