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Enterprise-Resource-Planning ERP-Projekte richtig planen und neue Umsatzfelder erschließen

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Datentransparenz und flexibel anpassbare Systeme helfen, unterschiedliche Geschäfts- und Produktionsabläufe zu vernetzen und damit betriebsinterne Prozesse effizienter zu gestalten.

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ERP-Systeme werden zu zentralen Steuerungstools in der smarten Fabrik von morgen.
ERP-Systeme werden zu zentralen Steuerungstools in der smarten Fabrik von morgen.
(Bild: Sage)

Wird über die wichtigsten Branchen des deutschen Wirtschaftsgefüges gesprochen, führt am Maschinen- und Anlagenbau kein Weg vorbei. Mit ihren weit mehr als einer Million Beschäftigten in mehr als 6.200 Unternehmen ist die Branche eine der industriellen Säulen Deutschlands. Neue Wettbewerber aus dem Bereich digitaler Plattformen stellen aber auch zunehmend eine Herausforderung für den Sektor dar. Dabei bietet die sogenannte vierte industrielle Revolution durchaus auch Chancen für Maschinenbauunternehmen.

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Digitalisierte Lösungen und datenbasierte Services eröffnen neue Geschäftsoptionen, die das Potential haben, die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe spürbar und nachhaltig zu steigern. Modernisierung und Digitalisierung können aber nur gelingen, wenn die dafür nötigen internen Prozesse vorhanden sind. Ein integriertes ERP-System (Enterprise-Resource-Planning) kann hierbei helfen. Verantwortliche haben mit ihm zu jeder Zeit einen umfassenden und ganzheitlichen Überblick über alle geschäftsrelevanten Abläufe und können ihr Unternehmen spürbar effizienter und agiler steuern.

Das Integrationspotential der IT-Infrastruktur ist im Maschinen- und Anlagenbau deshalb von so großer Bedeutung, weil sich Geschäfts- und Produktionsprozesse nur dann in Echtzeit koordinieren lassen, wenn alle an der Wertschöpfung eines Unternehmens beteiligten Abteilungen und Funktionen an einer gemeinsamen Plattform angebunden sind und die entsprechenden Daten in einem System zusammenlaufen. Dies wiederum ist die Basis für eine hochflexible und zugleich kosteneffiziente On-Demand-Produktion von Klein- und Kleinstserien bis hin zur Losgröße 1. Das ERP-System wird so zum zentralen Steuerungstool in der smarten Fabrik von morgen.

Funktionen vernetzen und Insellösungen abschaffen

Immer mehr Verantwortlichen werden vor diesem Hintergrund der Modernisierungsbedarf ihrer IT-Infrastruktur und die Notwendigkeit, digitale ERP-Prozesse zu implementieren, bewusst. Die Analysten von PAC haben herausgefunden, dass 62 % der produzierenden Betriebe ihre Systeme in den kommenden zwei Jahren mit neuen Funktionalitäten ausbauen wollen.

Im Zentrum dürften hier insbesondere die mobile Lagerlogistik, die Produktions- und Ressourcenplanung sowie das Variantenmanagement stehen. Eines der wichtigsten Ziele ist die Vernetzung dieser Funktionen und damit die konsequente Abschaffung von Insellösungen, die dann entstehen, wenn einzelne Bereiche durch jeweils eigenständige Systeme gesteuert werden, die weder miteinander kommunizieren noch relevante Daten untereinander austauschen.

Return on Investment im Fokus

Um die Realisierung eines ERP-Vorhabens bestmöglich zu unterstützen, müssen im Vorfeld die Prioritäten klar bestimmt werden. Ein zentrales Kriterium ist hierbei der erwartete Return on Investment (ROI): Dieser lässt sich am besten abschätzen, indem alle monetär greifbaren Effekte des neuen ERP-Systems über die Nutzungszeit hinweg ins Verhältnis zu den Investitionen gesetzt werden. Ein wichtiger Faktor sind in diesem Zusammenhang die Einsparungen, die sich mit der neuen Software dank höherer Prozesseffizienz, erzielen lassen. Kostenseitig sind neben den Anschaffungs- und Installationsinvestitionen aber auch eventuell notwendige Beratungsleistungen sowie Ausgaben für Wartung, Betrieb und Weiterentwicklung zu beachten.

Best-of-Breed, Best-of-Suite oder SOA?

Ist die Entscheidung für die Implementierung eines neuen ERP-Systems vor dem Hintergrund des zu erwartenden ROI gefallen, gilt es im nächsten Schritt die Frage zu beantworten, ob und in welchem Ausmaß individuelle Systemanpassungen notwendig sind und welcher Architekturansatz der geeignetste ist, wobei im Wesentlichen drei Optionen zur Auswahl stehen:

  • Best-of-Breed,
  • Best-of-Suite
  • serviceorientierte Architekturmodell SOA.

Die letztgenannte Alternative bietet unter anderem den Vorzug, dass die ERP-Plattform mit vorhandenen On-Premise-Systemen im produktionsnahen Bereich genauso flexibel interagiert wie mit IoT-Lösungen oder KI-basierten Analysetools aus der Cloud.

In einer letzten Phase der Einführungsvorbereitung empfiehlt es sich schließlich, auch weiche Faktoren zu berücksichtigen – angefangen von einem begleitenden Change-Management innerhalb des Unternehmens bis hin zu Fragen nach dem Renommee, der Branchenerfahrung und Servicementalität eines in der engeren Wahl stehenden Anbieters.

Nachhaltige Vorteile und langfristiger Erfolg

Zwar ist der Auswahlprozess einer ERP-Lösung eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe, doch der Zeitaufwand lohnt sich. Egal, ob es um mobile Instandhaltung, vorausschauende Wartung, automatisierte Verarbeitung von Eingangsrechnungen oder eine noch variantenreichere Fertigung geht: Die Vorteile moderner Systeme sind zahlreich und zahlen direkt auf den Unternehmenserfolg ein. Schnellere und optimierte Prozesse, geringere Kosten und eine bessere Transparenz befähigen ein Unternehmen, sich schnell und flexibel den Marktanforderungen anzupassen und damit langfristig erfolgreich zu sein.

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