Elektromobilität

Erstes Elektroauto von 1881 fährt wieder

28.11.2011 | Redakteur: Sariana Kunze

Nach 130 Jahren kann nun das erste straßentaugliche Elektroauto der Welt als voll funktionsfähige Rkonsturktion des Museums Autovision auf‘s neue erlebt werden. <em id="ForP_1528BE35-F3B2-D212-A73FB0F380675EB8">Bilder: Autovision</em>
Nach 130 Jahren kann nun das erste straßentaugliche Elektroauto der Welt als voll funktionsfähige Rkonsturktion des Museums Autovision auf‘s neue erlebt werden. <em id="ForP_1528BE35-F3B2-D212-A73FB0F380675EB8">Bilder: Autovision</em>

Wussten Sie eigentlich schon, dass das erste Elektroauto von 1881 stammt? Jetzt hat das Museum Autovision das 130 Jahre alte Elektro-Dreirad nachkonstruiert.

Das Jubiläumsjahr des ersten Autos der Welt mit Verbrennungsmotor neigt sich dem Ende zu. In ganz Deutschland, besonders jedoch im Erfinderland Baden-Württemberg, feierte man den 125. Geburtstag des Benz´schen Patent-Motorwagens. Selbstre-dend, dass in diesem Jahr besonders viele der rund 50 weltweit existierenden Nachbauten diese Motordreirades - teils fahrend, teils stehend - auf diversen Veranstaltungen rund um den Automobilsommer 2011 präsentiert wurden. „Ehre wem Ehre gebührt“ könnte man dieses Jubiläumsjahr kurz umschreiben - wäre da nicht dieser bittere Beigeschmack, der immer häufiger um sich greift und an dem Image des doch schon in die Jahre gekommenen Verbrennungsmotor kratzt. Längst wissen nicht nur Experten, dass spätestens dann, wenn Erdöl als Kraftstoff zu kostbar sein wird, das letzte Stündlein für diesen Antrieb geschla-gen hat. Auch kommt nicht von ungefähr, dass mittlerweile alle größeren Automobilkonzerne, die dam Ball bleiben möchten, alltagstaugliche Elektroauto-Konzepte bieten oder sogar bereits in deren Serienproduktion eingestiegen sind. Dem Elektroauto steht also möglicherweise eine große Zukunft bevor. Doch was weiß man über dessen Vergangenheit?

Elektroauto in schwarz-weiß

Horst Schulz, Leiter und Gründer des Museums Autovision hat sich diesem Thema schon vor zehn Jahren verschrieben, nicht zuletzt, da er damals mit dem Baubeginn des Museums gleichzeitig das Konzept einer Elektromobil-Ausstellung plante, welche bis heute fester Bestandteil der Autovision ist. Bisher waren dort Elektrofahrzeuge ab dem Jahr 1899 zu sehen. Schon diese Jahreszahl sorgte bei den meisten Besuchern für großes Staunen. Doch dass die Elektromobilität noch viel älter ist, wird nun von der Autovision mit einer spektakulären Weltpremiere präsentiert. Horst Schultz, von Haus aus Unternehmer und gelernter Elektroingenieur, machte sich mit seinem gut eingespielten Museums-Werkstatt-Team zur Aufgabe, das wirklich altererste straßentaugliche Elektroauto der Welt, von dem offensichtlich kein einziges mehr existierte, fahrbereit nachzubauen.

Zunächst musste man recherchieren, welches Fahrzeug eigentlich als erstes Elektroauto der Welt gilt. Da gab es bereits im Sommer 1881 einen Versuch des Franzosen Gustav Trouvé, der extra für die damals erstmalig stattfindende Elektrizitätsmesse in Paris ein Coventry-Tricycle (Fahrrad mit drittem Stützrad) mit einem Elektromotor bestückte. Allerdings war die Batterie-technik mitsamt der Geschwindigkeitsregelung bei diesem Gefährt eher belustigend als straßentauglich. Über Seilzüge wurden die Bleiplatten in die Säure der offenen Batterien getaucht. Je nach Tauchtiefe wurde das Dreirad, mit etwas Glück, schneller oder langsamer. Doch einige Monate später präsentierten die beiden Wissenschaftler Willian Ayrton und John Perry in England einen Elektrowagen, der bis heute als erstes straßentaugliches Elektroauto der Welt in die Geschichte eingehen sollte. Genau dieses Fahrzeug wurde ins Visier des Autovision-Teams genommen, um es schließlich nachbauen zu können.

Vom Dreirad zum Elektroauto

Ebenso wie der immerhin fünf Jahre jüngere Patent-Motorwagen von Carl Benz, hatte auch das Elektromobil von Ayrton & Perry drei Räder. Das liegt daran, dass sowohl Benz als auch die beiden Wissenschaftler damals bereits existierende dreirädrige Fahrräder, so genannte „Tricycles“ als Grundlage für ihr motorisiertes Vorhaben nahmen. Bei Ayrton & Perry war es ein seinerzeit neu auf den Markt gekommenes Starley Tricycle. Um das erste Elektroauto der Welt nachzubauen, musste man es in der AUTOVISION also zunächst den beiden Wissenschaftlern gleich tun. Die Suche nach einem 130 Jahre alten Tricycle war jedoch kein leichtes Unterfangen. Doch nach langer Suche fand man tatsächlich genau das richtige Fahrzeug und konnte es, einigen Verhandlungen vorausgehend, dem Vorbesitzer abkaufen. Um diesem seltenen historischen und damit sehr wertvollen Original die Motorisierung zum Elektromobil zu ersparen, hatte man schon bei der Planung des Projektes beschlossen, dieses erst einmal 1:1 nachzubauen. Auf dieser Basis konnte es dann auch schon an die „Elektrifizierung“ gehen. Doch welche elektrischen Instrumente gab es schon im Jahre 1881?

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