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Sensorik

Ex-geschützte Drehgeber für das Comeback des Bergbaus

| Redakteur: Ines Stotz

Aktuelle Sicherheitsbestimmungen sorgen für einen rapiden Wandel von Maschinen und Anlagen in der Industrie. Sensorik-Spezialist Kübler bietet deshalb eine große Variantenvielfalt an explosionsgeschützten Drehgebern und baut sein Portfolio stetig aus. Das umfasst sogar die Sonder-Kategorie Explosionsschutz im Bergbau.

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Dank der Berbau-Zertifizierung M2 sind die Drehgeber von Kübler für den Bergbau, sowohl Übertage als auch Untertage, geeignet.
Dank der Berbau-Zertifizierung M2 sind die Drehgeber von Kübler für den Bergbau, sowohl Übertage als auch Untertage, geeignet.
(Bild: Kübler)

Wie breit das Unternehmen in diesem Bereich global aufgestellt ist, zeigt ein Blick auf die vielfältigen Varianten an explosionsgeschützten Gebern: Sie reicht von inkrementalen über absolute Single- und Multiturngeber bis hin zu Ausführungen mit Welle oder Hohlwelle, jeweils nach den geforderten internationalen Bestimmungen und für viele Zonen. Ebenso gibt es für den Bergbau spezielle Drehgeber, die für Funktionale Sicherheit nach SIL2 und SIL3 sorgen. „Wir sind bereits seit Jahren Spezialist für ex-geschützte Drehgeber und bieten sie seit 1997 an“, erklärt Arnold Hettich, Produktmanager Positions- und Bewegungssensorik bei Kübler. Ein erklärtes Ziel dabei sei es, passende Lösungen für die raue Bergbaubranche mit Höchst-Anforderungen zu entwickeln.

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Sicherheit ist gelb …

Eines der ersten Grubensicherheitssysteme war gelb und konnte hübsch singen. Die Rede ist vom Kanarienvogel. An der Seite der Kumpel fuhren sie in Gruben ein und warnten ihre Besitzer vor dem gefürchteten „Schlagwetter“ unter Tage. Kanarienvögel reagieren äußerst empfindlich auf Sauerstoffmangel. Hören sie auf zu singen, oder fallen sie sprichwörtlich von der Stange, dann bahnt sich wahrscheinlich ein explosives Gemisch aus Methangas und Luft seinen Weg durch die Stollen. Höchste Gefahrenstufe! Für die Kumpel galten Explosionen im Bergbau über viele Jahrhunderte als Naturgewalt, der sie ausgeliefert waren. Sie brach scheinbar aus heiterem Himmel herein. Ihre Ursache war und blieb - die längste Zeit - unbekannt.

... und hat eine lange Tradition

Der Bergbau hat eine lange Geschichte - die aufgrund herausfordernder Arbeitsbedingungen stets von besonderer Innovationskraft und technischem Fortschritt geprägt war. Ungünstige geologische Entwicklungen wie etwa die große Abbauteufe im nordrhein-westfälischen Steinkohlebergbau führten letztlich zur Entwicklung neuer Ausbauverfahren mit fortlaufend verbesserten Technologien. Auch das gefürchtete Schlagwetter, die immer wieder auftretenden Explosionen unter Tage und seine Ursachen wurden umfassend erforscht. Mit dem Erfolg, dass in Deutschland die letzte Explosion im Bergbau vor nunmehr über 40 Jahren zu beklagen war, und dass hier Sicherheitsvorschriften greifen, die weltweit anderen Branchen als Vorbild dienen.

Ebenfalls gewandelt hat sich das Bild in den Flözen: Während noch vor 30 Jahren Kumpel mit Presslufthammern in den Händen den Abbau von Kohle oder Mineralien prägten, graben sich heute vollautomatisierte „Maulwürfe“ aus Stahl ihren Weg. Die Mechanisierung ist der Schlüssel für eine hohe Produktivität und auch eine hohe Betriebssicherheit. So werden Strebbetriebe, also die Arbeitsabläufe in den Flözen unter Tage, heute in der Regel über Tage gesteuert.

ATEX-Familie für Bergbau erweitert

Innerhalb der EU gilt für den Ex-Schutz elektrischer Anlagen seit 2003 die neue ATEX: Neu ist seitdem ihre Gültigkeit für den Bergbau. Daneben deckt sie alle weiteren explosionsgefährdeten Bereiche sowie den Staub-Ex-Schutz ab.

„Mit ihrer ATEX/IECEx-Zulassung ist die große Drehgeberfamilie Sendix 70xx und neu jetzt auch 71xx europaweit einsatzfähig. Kübler weist damit unter den Drehgeberherstellern eines der umfangreichsten ATEX/IECEx-Portfolios auf“, berichtet Arnold Hettich. Er zeigt dabei auf, dass sich die Sendix Drehgeber wie ein Baukasten passend zu den unterschiedlichsten Anforderungen kombinieren lassen. „Dabei wächst die Variantenvielfalt unter den ATEX/IECEx-Standardsensoren beständig weiter. Derzeit haben wir in der Neuprodukte-Pipeline die Sendix 70xx/71xx als Hohlwellengeber - und damit perfekt ausgestattet für explosionsgeschützte Motoren.

Variantenvielfalt für flexible Einsätze

Ob inkremental oder absolut, von Singleturn bis Multiturn, in Wellen- oder Hohlwellen-Ausführung, die nunmehr zehn Standardvarianten des Sendix Drehgebers 70xx decken sämtliche Einsatzbereiche für Anwendungen in den Zonen 1 + 21 ab. Speziell für die Zonen 2 + 22 ist wiederum eine Vielzahl an Sendix-Baureihen zertifiziert, bis hin zu den Heavy Duty Gebern H100 und H120. Aufgrund ihrer Ex und IECEx Zertifizierungen sind sämtliche Kübler Ex-Drehgeber auch weltweit für den Einsatz geeignet und zugelassen.

Neben dem Explosionsschutz bieten sowohl die Sendix 70xx als auch die 71xx Funktionale Sicherheit nach SIL2 und SIL3. Ein hoher IP-Schutz, Korrosionsbeständigkeit und große Temperaturbereiche runden ihr auf Sicherheit optimiertes Profil ab.

Und weil auch in explosionsgefährdeten Bereichen Feldbus-Technologien stark im Kommen sind, umfasst das Kübler Angebot die Protokolle CANopen und Profibus.

„Und gleich, ob im Einsatz in mehr oder weniger stark gefährdeten Zonen: Es ist die umfassende Palette an Zertifizierungen und Technologien, die unseren Kunden ein Höchstmaß an Flexibilität ermöglicht und parallel die geforderte Sicherheit garantiert“, verdeutlicht der Experte.

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