Projekt Exoskelett entlastet Bauhandwerker

Redakteur: Sandro Kipar

Ein leichtes, hydraulisches Exoskelett soll Handwerker am Bau entlasten. Das Projekt wird von der baden-württembergischen Landesregierung mit knapp zwei Millionen Euro gefördert.

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So könnte das Exoskelett im Einsatz aussehen.
So könnte das Exoskelett im Einsatz aussehen.
(Bild: BEC GmbH)

Stundenlange Belastung, Überkopf-Arbeiten und das Anheben von schweren Gegenständen: Die Arbeit auf dem Bau ist kräftezehrend. Das Projekt „Hexobau" will den Alltag von Handwerkern nun jedoch deutlich erleichtern. Systemintegrator BEC, das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) und die IT-Agentur Koordinauten wollen gemeinsam ein hydraulisches Exoskelett entwickeln, das auf die Bedürfnisse von Handwerkern zugeschnitten ist.

Wie das Unternehmen BEC mitteilt, wird es sich um den Leichtbau, die Steuerung, eine KI-basierte Optimierung der Parameter sowie die Integration des gesamten Projekts kümmern. „Um Hüfte wie auch Schultern zu entlasten, erfolgt die Kraftübertragung über das Exoskelett. Wir passen es den Einsatzbedingungen am Bau an und gewährleisten vor allem die nötige Bewegungsfreiheit“, sagt Martin Gerlich, Geschäftsführer und Projektverantwortlicher bei BEC.

Sprachsteuerung für essenzielle Abläufe

Das Stichwort Bewegung beschäftigt auch das Fraunhofer IPA. Die Abteilung „Biomechatronische Systeme" sei spezialisiert auf das Erfassen und Kontrollieren von Bewegungen für ergonomische oder medizinische Anwendungen. Deshalb arbeite das IPA ein Konzept für die Steuerung des Exoskeletts aus. „Für die belastungsabhängige Interaktion entwickeln wir neue, sensorgestützte Regelungskonzepte. Dabei erkennt die Regelung die Intention des Exoskelett-Trägers“, sagt Abteilungsleiter Urs Schneider.

Und wie kann der Handwerker das Exoskelett bedienen? Mit dieser Frage setzt sich die IT-Agentur Koordinauten auseinander. Grundlage sollen Interaktionsmodelle in einer mobilen Applikation sein, die drahtlos mit der Hardware kommuniziert. „Da Handwerker bei der Arbeit oft keine Hände frei haben, ist eine ergänzende Sprachsteuerung und Sprachausgabe für essenzielle Abläufe vorgesehen“, sagt Geschäftsführer Sebastian Witt.

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