Gehunterstützung Exoskelett ermöglicht Skitour trotz Lähmung

Redakteur: Sandro Kipar

Es ist modular aufgebaut und soll nur 16 Kilogramm wiegen. Mit dem neuen Exoskelett will das Schweizer Unternehmen Twiice Querschnittsgelähmten etwas Lebensqualität zurückgeben. Ermöglicht wird dies unter anderem durch robuste Steckverbindungen.

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Mit dem modularen Exoskelett von Twiice sollen sogar Skitouren trotz Querschnittslähmung möglich sein.
Mit dem modularen Exoskelett von Twiice sollen sogar Skitouren trotz Querschnittslähmung möglich sein.
(Bild: Twiice)

Treppen steigen, spazieren gehen oder Sport machen: Für Querschnittsgelähmte ist das meistens nicht mehr möglich, sie verlieren einen Großteil ihrer Selbstständigkeit. Ein modulares Exoskelett des Schweizer Unternehmens Twiice soll Betroffenen zumindest ein kleines Stück dieser Selbstständigkeit wieder zurückgeben. Laut dem Unternehmen sollen sogar Skitouren damit möglich sein.

Angefangen habe alles mit der Entwicklung einer Gehunterstützung für Kinder. „Es war uns wichtig, eine flexible und leichte Lösung zu entwickeln, die genau auf die Bedürfnisse der Anwender angepasst werden kann. Auch das Gewicht des Exoskeletts war für uns ein wichtiges Thema“, erklärt Tristan Vouga, Mitbegründer und Geschäftsführer von Twiice. Da die Entwicklung zunächst auf Kinder ausgerichtet war, sollte die Gehhilfe so leicht wie möglich sein. Das Ergebnis ist ein 16 Kilogramm schweres Exoskelett, dass mit seinem modularen Ansatz auch für Erwachsene geeignet ist.

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Bei dem Exoskelett befinden sich motorisierte Gelenke auf Hüfthöhe und an den Knien. Elektromotoren können Knie und Hüfte beugen und strecken. Auch komplexere Bewegungen wie das Treppensteigen sollen möglich sein. Laut dem Unternehmen sollen die Batterien im Rückenteil etwa zwei Stunden für Energie sorgen können. Ersatzbatterien könnten jedoch in einem Rucksack mitgeführt werden. Bedient wird das Exoskelett mittels Handsteuerung.

„Ein Vorteil unseres Systems ist es, dass wir durch den modularen Aufbau auch auf die individuellen Bedürfnisse unserer Anwender eingehen können", sagt Vouga. Ein Patient sei vor seiner Lähmung ein begeisterter Skitourengänger gewesen. Die Twiice-Ingenieure hätten daraufhin eine Modifikation entwickelt, mit der man Skischuhe am Exoskelett befestigen kann.

Zuverlässige Verbindungen

Ein Exoskelett für den Alltag muss Wind und Regen aushalten können. Bei Extremsituationen wie Schnee steigt die Anforderung nochmals. Twiice nutzt dafür die Steckverbinder von Fischer Connectors. Steckverbinder der Fischer Freedom Serie stellen etwa die Verbindung zwischen Handsteuerung und Rückenteil her. Von dort werden sie mithilfe der Fischer Core Alu Lite Steckverbinder an die Gelenke übertragen. Eine Membran der Schutzklasse IP 68 schützt dabei die Kontakte vor Verunreinigungen.

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