Industrielle Kommunikation

Fertigungsprozesse verbessern – effizienter mit Industrie 4.0

| Autor / Redakteur: Christoph Scholze* / Ines Stotz

Jede Maschine bekam in der Fertigung bei Krauss Maffei Technologies eine Art durchgängige automatisierte „Gesundheitsakte“, um Transparenz in der Produktion zu schaffen – als Basis für Verbesserungen.
Jede Maschine bekam in der Fertigung bei Krauss Maffei Technologies eine Art durchgängige automatisierte „Gesundheitsakte“, um Transparenz in der Produktion zu schaffen – als Basis für Verbesserungen. (Bild: http://www.kraussmaffeigroup.com/de/allgemeine-informationen-als-download.html)

Durch automatisierte Erfassung der Maschinenzustände steigert Krauss Maffei Technologies sein Produktionsvolumen und verhindert Maschinenausfälle. Bei der Anbindung der Maschinensteuerungen an das IT-System kommt ein Gateway von Softing mit OPC UA-Standard ins Spiel.

Krauss Maffei Technologies aus München zählt zu den führenden Herstellern von Maschinen und Anlagen zur Produktion und Verarbeitung von Kunststoff und Gummi. Das 1838 gegründete Unternehmen blickt auf eine lange Tradition im Maschinenbau zurück und fühlt sich stets verpflichtet, seinen Kunden mit exzellenten Produkten einen Mehrwert zu bieten. Adressiert werden unterschiedlichste Industriezweige, wie Automobil, Bau, Konsumgüter, Elektrik und Elektronik, Chemie, Medizin und Pharma sowie Weiße Ware, mit aktuellen System- und Verfahrenslösungen sowie Trendthemen wie Leichtbau, Oberflächenveredlung, Materialeinsparung, Senkung des Energieverbrauchs oder dem Einsatz von naturfaserverstärkten Kunststoffen.

Um den eigenen Ansprüchen an hohe Produktqualität gerecht zu werden, reagierte man schon vor einigen Jahren auf die Notwendigkeit, mit definierter TPM-Methodik das Verhalten der gewaltigen Produktionsmaschinen für Bauteile von 100 kg bis zu 70 t zu erfassen und mit den gewonnenen Daten die Maschinenauslastung und Produktionssicherheit zu optimieren. Der eingeführte Prozess zur Aufzeichnung der OEE-Kennzahlen sah vor, dass die Werker sowohl die Produktionsdaten als auch sämtliche Auffälligkeiten im Betrieb oder gar Stillstände der Maschinen dokumentieren. Dazu wurden die Daten jedes Vorfalls manuell in das firmeneigene SAP-System eingegeben. Mit dieser Methodik ließen sich bereits erhebliche Effizienzsteigerungen erzielen. Allerdings erkannten die Verantwortlichen auch, dass die Informationen auf diese Weise nicht kontinuierlich und exakt genug sind um das erreichte Niveau weiter zu verbessern.

Daraus entstand die Vision für jede Maschine in der Fertigung über eine Art durchgängige automatisierte „Gesundheitsakte“ zu verfügen. Die dadurch geschaffene Transparenz und Messbarkeit sollte die Basis für weitere Verbesserungen der Prozesse um und in der Produktion sein. Dafür muss die Datenerfassung automatisiert und definierte Datensätze in einer speziellen Software abgelegt werden – beides war vor Beginn des Projektes nicht gegeben.

Passender Partner für die Netzwerktechnik

Im Rahmen der Digitalisierung des Maschinenparks im Sinne von Industrie 4.0 sondierte Krauss Maffei den Markt gleichzeitig nach einer MDE-/BDE-Software für die Maschinen- und Betriebsdatenerfassung sowie nach einem Anbieter, der für die Anbindung aller Produktionsmaschinen an das IT-System sorgte. „Beim Thema Datenerfassung konnten wir auf reichlich Erfahrung zurückgreifen und uns selbst erarbeiten, welche Anforderungen die Software zu erfüllen hatte. Ganz im Gegenteil zur netzwerktechnischen Anbindung unserer Maschinen an das IT-System – hier erwarteten wir eine hohe Beratungskompetenz des zukünftigen Partners“, verrät Claudio Sutter, Industrial Engineering bei Krauss Maffei Technologies.

Die passende Software-Lösung fand sich nach ausführlicher Marktrecherche und ließ sich mit dem gefundenen Partner problemlos integrieren. Die Umsetzung der automatisierten Datenerfassung stellt wiederum eine separate Herausforderung dar, da sich der Maschinenpark der Münchener aus über 20 Jahre alten Anlagen bis hin zu modernsten Maschinen zusammensetzt – das war für einige IT-Berater und Systemintegratoren der engeren Wahl das K.o.-Kriterium. Am Ende bekam die SEP Software Engineering (SEP Group) aus Hornstein in Österreich den Zuschlag, die schon einige Projekte rund um Maschinenmodernisierungen erfolgreich mit dem Unternehmen realisiert hatte. „Die größte Herausforderung bei diesem Projekt war es, in die unterschiedlichen Steuerungen der Anlagen hineinzugreifen und die benötigten Daten herauszuholen – da sagen viele Mitbewerber, das mache ich nicht. Wir sind in der Sinumerik-Welt von Siemens zu Hause und bringen entsprechend viel Erfahrung mit“, erklärt Bernhard Haas, Geschäftsführer Vertrieb bei SEP Group zum Projektstart.

Durch die hohe Varianz an Steuerungen in der Maschinenhalle, von altbewährt bis topmodern, galt es zudem, die Datensätze für die Erfassung in der MDE-/BDE-Software möglichst identisch zu halten. Aus diesem Grund wurde in die vorhandenen SPSen eine rudimentäre Software-Version eingespielt, die alle technischen Anforderungen erfüllt und insgesamt 16 Signale ausgibt. „Das sieht in einer modernen Steuerung zwar etwas umständlich aus, aber es werden die gleichen Signale ausgegeben wie von einer 20 Jahre alten Steuerung – die Datensätze sind identisch und darauf kommt es an“, ergänzt Andreas Fischer, Geschäftsführer Technik bei SEP.

Ergänzendes zum Thema
 
Softing uaGate SI auf einen Blick

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44922288 / Feldkommunikation)