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Großhubgreifer

Greifer mit großem Hub für kollaborative Anwendungen

| Redakteur: Rebecca Näther

Der Schunk Co-Act EGL-C wird als der weltweit erste für den kollaborierenden Betrieb entwickelte Großhubgreifer vorgestellt. Er erzielt Greifkräfte bis 450 N und kombiniert diese mit einem Hub von 42,5 mm pro Finger.

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Der Schunk Co-Act EGL-C ist ein Großhubgreifer für kollaborierende Anwendungen. Er kann Werkstücke bis 2,25 kg handhaben und ist ab Ende 2019 lieferbar.
Der Schunk Co-Act EGL-C ist ein Großhubgreifer für kollaborierende Anwendungen. Er kann Werkstücke bis 2,25 kg handhaben und ist ab Ende 2019 lieferbar.
(Bild: Schunk)

Während die wirkende Greifkraft bei den bislang DGUV-zertifizierten Greifern der Firma auf 140 N pro Finger begrenzt war, möchte das Unternehmen mit dem Produkt in eine neue Bauteilliga vorstoßen und das Potenzial der Mensch-Roboter-Kollaboration erstmals für Handlinggewichte jenseits der Kleinteilemontage öffnen. Damit hat der Hersteller für Greifsysteme und Spanntechnik vor allem die automobilnahe Zulieferindustrie sowie die Automobilisten selbst im Blick, die intensiv an entsprechenden MRK-Szenarien arbeiten.

Weitere Industrieanwendungen wie Maschinenbau im Fokus

Darüber hinaus nimmt das Schunk-Co-Act-Team auch andere Industrieanwendungen wie etwa den Maschinenbau in den Fokus, wo der Greifer zum Wirkbeschleuniger für MRK-Anwendungen werden könnte, die aufgrund der am Markt fehlenden, sicheren Aktorik im Lastbereich bis 2,25 kg bislang nicht realisierbar waren, erläutert das Unternehmen.

Greifer mit kombinierter Kraft- und Wegmessung

Um trotz der hohen Greifkraft die in der ISO/TS 15066 definierten biomechanischen Grenzwerte einzuhalten, ist der Greifer mit einer kombinierten Kraft- und Wegmessung ausgestattet: In die Grundbacken integrierte Kraftmessbacken sowie Inkrementalgeber überwachen permanent die jeweilige Greifkraft sowie die Position der Greiferfinger.

Greifprozedur in mehrere Phasen unterteilt

Die auf dem Greifer abgelegte Greifprozedur wiederum ist in mehrere Phasen unterteilt: Bis zu einer theoretischen Distanz von 4 mm zum geteachten Werkstück ist die Greifkraft auf 30 N begrenzt. Kommt es in dieser Annäherungsphase zu einer Kollision, etwa mit der Hand des Bedieners, geht der Greifer sofort in den sicheren Halt, ohne dass die Gefahr einer Verletzung besteht. Erst in der zweiten Phase, also bei einer Werkstückdistanz <4 mm, fahren die Finger mit der frei definierbaren Maximalkraft von bis zu 450 N zu. Misst das System in dieser Schließphase eine Nachgiebigkeit, etwa weil ein zu kleines Werkstück gegriffen wird, das der Bediener gerade per Hand entfernen will, stoppt auch diese Bewegung automatisch. Gleiches gilt, wenn die erwarteten Werkstückmaße um 2 mm überschritten werden, weil beispielsweise kein Teil vorhanden ist. In der dritten Phase detektiert der Greifer schließlich, ob das Teil sicher gegriffen ist, und aktiviert die integrierte Greifkrafterhaltung, indem die Bremse verspannt wird. So kann das gegriffene Teil auch bei einem Not-Aus nicht verloren gehen. Zudem ist bei einem Stromausfall keine erneute Referenzierung erforderlich.

Greifer schnell in Betrieb zu nehmen

Der Großhubgreifer wird komplett vormontiert geliefert und ist mit den passenden Schnittstellen für MRK-Roboter unter anderem von Kuka, Yaskawa, Fanuc, Universal Robots und Nachi erhältlich, so dass eine schnelle und einfache Inbetriebnahme per Plug & Work möglich ist. Dabei vereinfacht ein Inbetriebnahmeassistent die Programmierung. Zudem ermöglicht eine Diagnoseschnittstelle im laufenden Betrieb den Zugriff auf die wichtigsten Prozess- und Status-Daten des Produkts. Um die Kollaboration mit dem Bediener flüssig und intuitiv zu gestalten, ist der Greifer mit einer LED-Beleuchtung in Ampelfarben ausgestattet, über die sich der jeweilige Zustand des Moduls signalisieren lässt.

Großhubgreifer mobil einsetzen

Das Produkt lässt sich wahlweise über Profinet, Ethercat, Ethernet/IP, Modbus/TCP oder TCP/IP steuern und regeln. Die komplette Steuerungs- und Leistungselektronik ist platzsparend im Inneren seines Gehäuses verbaut, so dass er dezentral und dank 24 VDC Betriebsspannung bei Bedarf auch mobil eingesetzt werden kann. Stabile Führungen sowie ein bürstenloser Servomotor sollen Robustheit und zuverlässigen Betrieb mit geringem Wartungsaufwand gewährleisten. Der Greifer ist ab Ende 2019 lieferbar.

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